Genuss fängt am Hof an: Direktvermarkter und Prien Marketing geben Verzeichnis raus

PriMa-Geschäftsführerin Andrea Hübner und Maria Riepertinger, Initiatorin des Direktvermarkterverzeichnisses, studieren die neue Broschüre. Selbst die Hühner, die darin vorkommen, schauen interessiert hinein. Berger
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PriMa-Geschäftsführerin Andrea Hübner und Maria Riepertinger, Initiatorin des Direktvermarkterverzeichnisses, studieren die neue Broschüre. Selbst die Hühner, die darin vorkommen, schauen interessiert hinein. Berger
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Die Marktgemeinde Prien ist 2018 Genussort geworden. Dieser Titel ist Prädikat und Verpflichtung zugleich. Einen wichtigen Pfeiler machen dabei – neben seiner einmaligen Lage direkt am Chiemsee auch – die Direktvermarkter mit vielerei Schmankerl direkt vom Hof aus biologischer Erzeugung aus.

von Silvia Mischi

Prien– Hinter dem Direktvermarkter-Verzeichnis steckt als Ideengeberin und treibende Kraft Maria Riepertinger. Ihr ist schon früh aufgefallen, dass man mehr für die regionalen Produkte, werben müsse. Es fehlte eine Übersicht für die Direktvermarkter der Umgebung. „Wir bieten echte regionale Produkte – von und für die Region und das ohne große Transportwege“, betont Riepertinger.

Landwirtschaft als Säule des regionalen Tourismus‘

Mit zwölf Hühnern hat sie auf dem Wastlhof angefangen. Schrittweise hat sich das auf rund 1800 gesteigert. Diese haben neben einem Stall, Scharr- und Sandbereich, Freisitze mit Sonnenschutz und und und. Dabei werden nicht nur die Lebensmittel Ei und Hühnerfleisch vermarktet, sondern auch die Vielfältigkeit bei der Verarbeitung. Fischer, Landwirte und Imker sind seit 2011 in einer Broschüre nun „gebündelt“. Diese stammte damals allein aus Riepertingers Feder. Zunächst als Flyer wuchs das Heft stetig an.

„Die Direktvermarktung trifft mittlerweile auch den Nerv der Zeit. Aber es ist auch eine Philosophie. Regionales Einkaufen ist schließlich nachhaltig“, erklärt Riepertinger. Sie holt sich dabei auch gerne Anregung aus Nachbarländern oder anderen Regionen, wie diese mit den Produkten vor Ort beziehungsweise mit dem Siegel „hausgemacht“ umgehen und werben.

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Sie hat sich gerade in der Anfangszeit mit Kreisbäuerin und Bauernverband zusammen Sponsoren gesucht und so Anschubhilfe bei dem Projekt „Direktvermarkter“ gefunden. Ab der zweiten Auflage war diePrien Marketing GmbH (PriMa) mit im Boot.

Nicht ohne Grund: Die Landwirtschaft mit ihrer Pflege der Wiesen ist eine maßgeblich tragende Säule des Tourismus. Außerdem: Hofläden und die Schmankerl kommen nicht nur bei den Einheimischen gut an. Ein Beweis dafür sind die erfolgreichen Schmankerl- und Genusswanderungen. Eine von Österreich bekannte Schmankerlwanderung, wurde von der Prien Markting GmbH als Direktvermarkter-Radtour aufgenommen und umgewandelt. Auch der Hofladen-Ratsch sei sehr beliebt. „Die Prien Marketing GmbH und die Direktvermarkter arbeiten hier eng und gut zusammen“, loben PriMa-Geschäftsführerin Andrea Hübner und Riepertinger unisono. Beim Neujahrsempfang präsentierten sich die Direktvermarkter erstmals im Rahmen einer Verkostung.

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„Der Dialog mit dem Kunden ist wichtig. So kann man für die Produkte werben und zugleich über die Arbeit, die dahinter steckt aufklären. In einigen Läden sind die Produkte schon fester Bestandteil im Sortiment. Aber: Die Zusammenarbeit mit der regionalen Gastronomie sei noch ausbaufähig.

„Nachdem der Priener Wochenmarkt größtenteils von Händlern und nicht mit Direktvermarktern beschickt wird, versuche ich, infolge einen Bauernmarkt ins Leben zu rufen“, gesteht Riepertinger eines ihrer weiteren Projekte. Dort sollen sich dann die „echten“ regionalen Landwirte präsentieren können, und für ein positives Image sorgen. „Dieses Anliegen haben mittlerweile die PrienPartner mit dem Erntedankmarkt in eigener Form übernommen, wo wir selbstverständlich mit dabei sind“, freut sich Riepertinger darüber, dass ihr Marketing-Kind Kreise zieht.

Führungen für Schulklassen und Kindergärten

Dazu gehören auch Kindergarten- und Schulklassen-Besuche sowie Aktionen wie das Oster-Allerlei mit Eierverzieren und Co. „Es muss bereits im Kindesalter vermittelt werden woher die Lebensmittel kommen und dass es wichtig ist, auf Qualität sowie Art und Weise der Herstellung zu achten ist“, findet Riepertinger.

Und: Sie hat – wieder einmal mit Anregung aus einem Tourismusort – einen „Priener Schmankerlkorb“ mit allen Priener Direkvermarkterprodukten angeregt. „Das ist ein schönes Souvenir oder Geschenk und die Nachfrage danach besteht, wie die Wanderteilnehmer mir gegenüber bestätigen“, so Riepertinger.

Das Direktvermarkterverzeichnis ist ab sofort im Tourismusbüro Prien erhältlich. Die Broschüre wird auf der Webseite www.tourimus.prien.de online zum Blättern angeboten.

Neue Broschüre: Gutes – direkt vom Hof:

Fangfrischen Fisch essen, Freilandeier selbst aus den Nestern sammeln, den Geschmack von Säften und Likören aus regionalem Obst kosten, unverarbeitete Rohmilch am Automaten zapfen und heimisches Bio- und Wildfleisch genießen. Die neue Broschüre – in Kooperation mit der Prien Marketing GmbH herausgegeben – bietet einen Überblick der Produkte aus Prien und Umgebung, die direkt beim Erzeuger gekauft werden können.

Mit der neuen Broschüre „Gutes–direkt vom Hof!“ möchte die Prien Marketing GmbH die regionalen Produkte und die heimische Landwirtschaft in den Fokus der Verbraucher stellen. Das Bedürfnis nach einer bewussteren und gesünderen Ernährung eröffnet der Direktvermarktung mehr und mehr Potenziale, die es zu fördern gilt. Das Heft bringt Einheimische als auch Gäste auf den Geschmack – 14 Lebensmittelerzeuger, die ihre Ware direkt ab Hof zum Verkauf anbieten, stellen sich hier mit detaillierten Informationen vor. Auf den Seiten 12 und 13 kann der Leser sich auf einer Landkarte einen Überblick verschaffen. Neben den Standorten der Direktvermarkter sind fünf Rad-, Wander- und Spazierwege eingezeichnet und beschrieben.

Kommentar dazu: Weil's nicht wurscht ist

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