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GÄRTNERN im Einklang mit der Natur

Gemeinschaftsgarten zur Selbstversorgung: Eigenes Gemüse aus dem Bernauer Kurpark

So sehen die Hügelbeete in Oberreith aus.
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So sehen die Hügelbeete in Oberreith aus.
  • Tanja Weichold
    vonTanja Weichold
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In der Chiemseegemeinde Bernau startet heuer im Herbst ein besonderes Projekt: der Gemeinschaftsgarten zur Selbstversorgung und im Sinne des Umweltschutzes. Nach einer Informationsveranstaltung vor Kurzem haben sich bereits 17 Erwachsene und fünf Kinder bei Umweltreferent Severin Ohlert (Grüne) angemeldet. Weitere Interessierte sind willkommen.

Bernau – Platz steht genug zur Verfügung, nämlich circa 2300 Quadratmeter. Das Projekt wird betreut von der Bernauerin Karin Frank und ihrer selbst entwickelten Permakultur-Methode. Ihr Ziel: „Viele kleine Paradiese schaffen, die zu einem großen Ganzen zusammenwachsen.“

Karin Frank.

Gemüse aufziehen im Einklang mit der Natur

Mitmachen kann jeder, auch ohne gärtnerische Vorkenntnisse, erklärt die gebürtige Stuttgarterin, die seit 40 Jahren in der Gemeinde Bernau lebt. Beim Gemeinschaftsgarten geht es laut ihrer Beschreibung um zwei grundlegende Angelegenheiten, wie sie im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung erzählt. Einerseits haben die beteiligten Menschen die Möglichkeit, Gemüse zu pflanzen und zwar ohne Chemie, ganz im Einklang mit der Natur.

„Bei der angewandten Permakultur geht es darum, langfristig ein sich selbst erhaltendes System aufzubauen“, so Frank. Sie habe eine spezielle Gartenmethode entwickelt, es handelt sich dabei um Hügel-Mulch-Beete. „Die Methode muss effektiv sein“, weiß sie aus Erfahrung. Die Ausrüstung sei Fantasie und Tatkraft. Dazu Holz, Mist und Erde. Die Naturmaterialen würden von den Teilnehmern gemeinsam selbst herangeschafft, beschreibt Frank. Spaten würden organisiert.

Noch heuer Wintergemüse einsäen

Ende September oder Anfang Oktober sollen die Hügelbeete im Kurpark angelegt und Wintergemüse eingesät werden. Nach dieser Arbeit sei es die nächsten zehn Jahre nicht mehr notwendig, umzugraben, zu gießen oder zu harken. Einzig rasenmähen und mulchen müssten die Teilnehmer über die Zeit hinweg. Ist die Saat aufgegangen und trägt Früchte, für die Gemeinschaftsgärtner ernten. Der zweite wichtige Punk und die nach ihrer Ansicht viel größere Herausforderung bei dem Projekt sei die Gemeinschaft. Alle sollen nach ihren Möglichkeiten zusammen helfen.

Gemeinschaft lernen, zusammenhelfen, aufeinander schauen

„Am Ende ist es dann auch die große Herausforderung bei der Ernte, dass es gerecht zugeht, man aufeinander achtet und nicht einer alles abräumt“, schildert Frank. Sie bezeichnet den Gemeinschaftsgarten als „Trainingsfeld für neue Gesellschaftsstrukturen“ in einer Zeit, in der Menschen zu „Einzeltätigkeiten erzogen werden“, wie es Frank beschreibt. Darüber hinaus ist ihr wichtig zu vermitteln, welcher Aufwand damit verbunden ist, im Garten Lebensmittel aufzuziehen, damit die Wertschätzung wächst.

Gemeinschaftsgärten betreut sie in der Region zum Beispiel in Marquartstein, Aschau im Chiemgau und Oberreith im Landkreis Wasserburg. Doch ist sie teilweise in ganz Deutschland, viel in Österreich und bis nach Südtirol im Einsatz. Erfahrung habe sie bisher überall sehr gute gemacht. „Die meisten Menschen habe sich nach drei, vier Monaten total verändert“, sagt sie und fügt hinzu: „Es ist meine größte Ernte, wenn die Menschen den Gemeinschaftsgarten nicht mehr missen möchten.“

Umweltreferent stieß bei Bürgermeisterin auf offene Ohren

Umweltreferent Ohlert gab den Anstoß für einen Gemeinschaftsgarten in Bernau. Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung sagt er: „Ich finde, der Kurpark ist eine zentrale Stelle und sollte als Lebensmittelpunkt aufgefrischt werden.“ Sowohl bei Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber als auch bei Zweitem Bürgermeister Gerhard Jell, beide CSU, stieß der Grünen-Gemeinderat auf offene Ohren. Biebl-Daiber bot besagtes Grundstück für das Projekt an.

Interessierte können sich immer noch anmelden

Ohlert kann sich gut vorstellen, dass auch Obstbäume gepflanzt werden. Das Projekt Gemeinschaftsgarten lebt von vielen Teilnehmern, es können sich bei ihm immer noch Interessierte melden per Mail an severin@ohlert.de. Wer das Projekt mit Spenden, zum Beispiel für Samen, unterstützen möchte, kann dies ebenfalls unter diesem Kontakt anbieten.

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Ohlert selbst stellt in Aussicht, aus seinem Budget als Umweltreferent circa 500 Euro zur Verfügung stellen zu können. Er selbst ist begeistert vom Projekt Gemeinschafsgarten, wie er sagt und freut sich darauf, welche „naturkünstlerische Form“ Karin Frank sich für Bernau einfallen lässt. Im Juli plant sie damit, dass die konkrete Planungsphase beginnt. Dazu will sie den interessierten Teilnehmern bei Gartenführungen bereits verwirklichte andere Projekten in der Region zeigen.

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