Gemeinsames Chorprojekt in Prien: „Klingende Adventskerzen“ enden

Die Priener Kantorei begeisterte mit der Aktion „Klingende Adventskerzen“. Der Chor plant großes für 2020 und sucht noch weitere Sänger. Griehlhüsl

Abschlusskonzert der Aktion in Prien – Kantorei-Dirigentin Sieglinde Zehetbauer ist zufrieden: Um sich zu beteiligen, kamen wöchentlich mehr und mehr Sänger aus allen Bevölkerungsschichten hinzu.

Prien – Die Rosenheimerin Sieglinde Zehetbauer leitet die „Kantorei“ den Klassikchor der evangelischen Christuskirche in Prien nun schon über ein Jahr und hat Großes geplant. Im November 2020 möchte sie die „Misa criolla“ des spanischen Komponisten Ariel Ramirez mit zwei Chören, nämlich der „Kantorei“ und den „AiSinger“ –  dem Rosenheimer Chor der evangelischen Versöhnungskirche –  in Rim-sting und in Rosenheim zu einer großartigen Aufführung bringen.

Singen ohne Vorkenntnisse

„Diese berührende und mitreißende Messe wird begleitet werden von einem südamerikanischen Musikensemble, von professionellen Solisten und erfahrenen Musikern aus dem Raum München und braucht dazu einen guten und voluminösen Chorklangkörper“, so Zehetbauer.

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Daher ersann sie die Aktion „Klingende Adventskerzen“, bei der in den vergangenen Mittwochabenden Jedermann eingeladen war, in der evangelischen Kirche in Prien ohne Stress und Vorkenntnisse an den Chorproben teilzunehmen. „Ich möchte mich an dieser Stelle bedanken bei den freundlichen Kantorei-Mitgliedern, die mit selbst gebackenen Plätzchen und Glühwein zur guten Probenstimmung beitrugen“, betont Zehetbauer.

Anzahl der Frauenstimmen gewachsen

Schnell sprach es sich herum und nach der ersten Adventswoche kamen wöchentlich mehr Sänger aus allen Bevölkerungsschichten –  zum Teil auch mit Handicap – hinzu, bis bei der Generalprobe für das Abschlusskonzert der Platz im Probensaal beinahe zu eng wurde. Die Begeisterung und die Freude übertrug sich auf alle Teilnehmer, und überraschend viele, ernst zunehmende Chorneuzugänge nahmen schon nach nur wenigen Probenabenden am feierlichen Abschlusskonzert teil, das eine begleitete. „Was mich ganz besonders freut“, sagt die Dirigentin nach dem Konzert, „dass nicht nur die Anzahl der Frauenstimmen, sondern auch bei den Bässen und Tenören ein erfreulicher Zuwachs zu verzeichnen ist und auch das Durchschnittsalter durch einige junge Stimmen spürbar gesenkt wurde.“

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Willkommen ist auch, wer keine Noten lesen kann

Pfarrer Mirko Hoppe zitierte Textstellen aus dem Konzert der Kantorei und machte es so zum Zentrum seiner Predigt. Erwartungsgemäß war die Kirche sehr gut besucht und die Besucher ließen es sich nach dem Schlusssegen nicht nehmen, kräftigen Applaus für die eindrucksvolle Darbietung zu geben.

Doch wer glaubt, dass die Chorleiterin nun zufrieden ist, hat sich ordentlich getäuscht! Sie erklärte, dass sie durchaus noch weitere Chormitglieder aufnehmen möchte, um den Klangkörper noch fülliger zu gestalten.

Auch große Sänger haben klein begonnen

Dabei weist sie darauf hin, dass sie sehr gerne Leute mit Chorerfahrung aufnähme und sich besonders auf junge Stimmen freue. Menschen mit weniger Notenkenntnissen, die aber imstande seien, den Ton zu treffen und Melodien nachzusingen, erhielten die Möglichkeit, Einzel- oder Gruppenstunden in Stimmbildung zu nehmen und würden von Mitglieder auch beim Lesen der Noten gerne unterstützt.

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Auch diese hätten einmal „klein“ angefangen, nimmt die Chorleiterin etwaige Ängste. Wer Interesse habe, der Kantorei der evangelischen Kirche in Prien beizutreten, soll sich bald melden, spätestens Ende Januar beginne ein Aufnahmestopp bis zu den großen Aufführungen im November, um den Lern- und Übungsfortschritt des etablierten Chores nicht zu belasten.

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