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Gemeinderat vertagt die Entscheidung

Saniert die Gemeinde Bernau den Kindergarten in Hittenkirchen oder errichtet sie einen Neubau? Diese Frage ist nach wie vor offen. Eine Entscheidung hat der Gemeinderat am Donnerstagabend vertagt. Die Kostenschätzungen waren ihm zu ungenau. Er beauftragte die Verwaltung, Angebote einzuholen. Erst wenn gesicherte Zahlen vorliegen, will das Gremium die Weichen stellen - für eine Baumaßnahme, die in die eine oder in die andere Richtung geht.

Bernau - Hatte Bürgermeister Klaus Daiber geplant, die Angelegenheit im nichtöffentlichen Teil der Sitzung zu beraten, so verlegte er dann die Diskussion am Donnerstagabend - mit Zustimmung des Gremiums - kurzfristig in den öffentlichen Teil. Der Rathauschef präsentierte dem Gemeinderat eine, wie er sagte, "schnelle und gute Lösung": eine Sanierung des Kindergartens für 136000 Euro.

Im Auftrag der Gemeinde hatte zuletzt ein Energieberater das ehemalige, rund hundert Jahre alte Schulhaus in Hittenkirchen untersucht, das den Kindergarten beherbergt. In der Folge erstellte er dann eine Liste der Maßnahmen, die im Rahmen einer energetischen Sanierung vonnöten sind. Sein Gesamturteil über den energetischen Zustand des Hauses fasste Irmgard Daxlberger, die Leiterin des Hauptamtes im Rathaus, in der Sitzung wie folgt zusammen: Die Werte seien "gar nicht so schlecht".

Nach Ansicht des Energieberaters müsse etwa eine Wärmedämmung außen an den Fassaden nicht erfolgen. Sollte Handlungsbedarf auftreten, dann sollten die alten, dicken Wände stattdesssen innen mit Mineralplatten verkleidet werden. Im Sinne der energetischen Sanierung erforderlich sei hingegen im Speicher eine Isolierung der Geschossdecke. Außerdem müsse man die Fenster auf der Westseite austauschen, die anderen seien noch "gut in Schuss", womit in diesen Fällen allein ein Austausch des Glases ausreichend sei.

Insgesamt kosten die Maßnahmen für eine energetische Sanierung nach Angaben der Verwaltung rund 24000 Euro. Hinzu kämen dann noch 12000 Euro für eine Erneuerung der Ölheizung sowie etwa 10000 Euro für einen neuen Anstrich.

Nach wie vor auf rund 90000 Euro schätzt die Verwaltung die Kosten für die Maßnahmen, die die Gemeinde ergreifen muss, um die Bestimmungen des Brandschutzes zu erfüllen. Welche Nachbesserungen erforderlich sind, hat ein Brandschutzbeauftragter aufgelistet. Zwei Beispiele: Die Gemeinde muss Brandschutztüren einbauen und vor allem auch einen zweiten Fluchtweg schaffen.

Eine Sanierung des Hauses kostet, wie Bürgermeister Daiber zusammenfasste, 136000 Euro. Demgegenüber müsste die Gemeinde für einen Neubau "in einfachster Bauweise" 260000 Euro aus ihrer Kasse nehmen - die Ausgaben für den Abbruch des alten Hauses und die Anlage eines Gartens nicht eingerechnet.

Daiber hielt eine Sanierung, wie er in der Diskussion sagte, für "sinnvoll", zumal die Gemeinde eine Bezuschussung vom Staat in Höhe von 40 Prozent der Kosten zu erwarten habe. Sepp Genghammer (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, statt einer Öl- auch alternativ eine Pelletsheizung in Betracht zu ziehen.

Christian Hügel (CSU) plädierte für eine "Komplettsanierung" - vorausgesetzt, "die Kosten halten sich in Grenzen und liegen deutlich unter denen für einen Neubau". Hügel regte an, sich Angebote für mehrere Varianten der Sanierung einzuholen. Seiner Meinung nach ist nur eine Sanierung sinnvoll, die Hand und Fuß hat.

"Überrascht über den Sinneswandel" im Gemeinderat, der bislang doch immer einen Neubau favorisiert habe, zeigte sich Rainer Wicha (CSU). Vor einer Entscheidung möglicherweise für eine Sanierung müssen seiner Ansicht nach die Kosten "genau aufgestellt" werden. Notwendig sei eine "feste Planung mit festen Kosten".

Willi Weitzel (SPD) warnte davor, das Haus umzubauen. Die Kosten drohen seiner Ansicht nach aus dem Ruder zu laufen. "Ich glaube das alles nicht", sagte er zu den von der Verwaltung vorgelegten Zahlen. Er selber habe zum Beispiel in seinem Haus ein neue Heizung für 15000 Euro gekauft, eine Erneuerung im Kindergarten Hittenkirchen sei jedoch mit nur 12000 Euro angesetzt. Außerdem werden seiner Ansicht nach im Rahmen des Umbaus eines alten Hauses immer Maßnahmen fällig, die vorher nicht absehbar gewesen waren, dann aber ergriffen werden müssen: zum Beispiel da eine neue Wasserleitung oder dort ein neues Elektrokabel. Weitzel bot jetzt schon die Wette an, dass die Umbau- letztlich höher als die Neubaukosten ausfallen werden.

Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) plädierte dafür, eine Planung in Richtung Sanierung fortzusetzen. Zu berücksichtigen seien jedoch noch weitere Wünsche - zum Beispiel auch der, dass eine Pelletsheizung eingesetzt werden könnte. Sinnvoll jedoch sei, sich eine Obergrenze, zum Beispiel 180000 Euro - zu setzen, die eine Sanierung höchstens kosten darf.

Franz Schnaiter (CSU) - er ging in dem Haus noch zur Schule - plädierte für einen Abriss und einen Neubau. Unter anderem sagte er, dass die ehemalige Schule nicht wie ein Kindergarten gebaut worden sei. Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) plädierte hingegen auf jeden Fall für eine Sanierung des alten Gebäudes, das - im Verleich zu einem Neubau - eine besondere Ausstrahlung habe. Gerhard Jell (CSU) sprach sich ebenso für eine Sanierung aus - auch dann noch, wenn sie vielleicht so viel kostet wie ein Neubau. Josef Steinbichler (CSU) schlug vor, den Kindergarten "möglichst günstig herzurichten" - nicht aber für mehr als 200000 Euro. pü

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