Umweltschützer kritisieren Erschließung

Gemeinderat Seeon stimmt Kiesabbau zu – Grüne befürchten Gefährdung des Grundwassers

Auf dieser landwirtschaftlichen Fläche, die nördlich des Weilers Eglhart an einen Wald grenzt, soll eine Kiesgrube entstehen. In den nächsten 15 Jahren soll auf der rund 4,5 Hektar großen Fläche, die sich im Bereich der geplanten Konzentrationszone „Niereiterfeld“ befindet, Kies abgebaut werden.
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Auf dieser landwirtschaftlichen Fläche, die nördlich des Weilers Eglhart an einen Wald grenzt, soll eine Kiesgrube entstehen. In den nächsten 15 Jahren soll auf der rund 4,5 Hektar großen Fläche, die sich im Bereich der geplanten Konzentrationszone „Niereiterfeld“ befindet, Kies abgebaut werden.
  • vonGabi Rasch
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Die unendliche Geschichte vom Kiesabbau in Seeon geht in die nächste Runde: Für den Weiler Eglhart hat der Gemeinderat nun sein Einverständnis zu einem Antrag erklärt. Das sagen die Grünen dazu.

Seeon-Seebruck – In der jüngsten Gemeinderatssitzung stand der Kiesabbau nördlich des Weilers Eglhart auf der Agenda. Trotz der Gegenstimmen der drei Grünen gab der Gemeinderat mit zwölf Stimmen mehrheitlich sein Einverständnis.

Die Stellungnahme des Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e.V. (UVA), die zwei Tage vor der Gemeinderatssitzung in der Verwaltung eingegangen war, erhielten die Ratsmitglieder erst in der Sitzung. Sepp Daxenberger (CSU) kritisierte das Gebaren der Verwaltung. Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) erklärte, dass die Stellungnahme des UVA dem Gemeinderat tatsächlich nicht vorgelegt hätte werden müssen.

Sorge um Wasser und Waldgebiet

Zumal es sich um Anregungen und Bedenken im Zusammenhang mit dem Baugenehmigungsverfahren handle, für das das Landratsamt Traunstein zuständig sei. Er wollte den Gemeinderäten das Schreiben dennoch nicht vorenthalten.

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Die Umwelt-Initiative befürchtet, dass der Kiesabbau zu einer erheblichen Gefährdung des Grundwassers führen könnte. Das Gebiet liege in der schützenswerten Eiszerfallslandschaft. Weiter kritisieren sie, dass durch die geplante Erschließung ein Waldgebiet zerstört werde.

Grüne haben Zweifel

Nach Auffassung von Gemeinderätin Angelika Wolferstetter (Grüne) seien die Bedenken berechtigt. Ihre Fraktionskollegen, Toni Mayer und Michaela Losbichler pflichteten ihr bei: „Wegen einer neuen Zufahrt muss eine große Schneise geschlagen werden, da sage ich ganz klar nein“, so Losbichler. Mayer hat große Bedenken, was das erhöhte Verkehrsaufkommen betrifft.

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Die große Mehrheit des Gemeinderats sprach sich aber mit zwölf zu drei Stimmen dafür aus, das gemeindliche Einvernehmen herzustellen.

Lange Historie

„Wir können nicht aus. Obwohl auf einmal sehr viele Kieskutschen fahren werden“, räumte Martha Gruber (FW) ein. Bartlweber betonte, dass sich der Gemeinderat schon sehr lange mit dem Kiesabbau beschäftige. Sich jetzt dagegen auszusprechen, wäre widersinnig, sagte er. Nachdem die Zurückstellungsfrist für den Antrag der Firma Swietelsky abgelaufen sei, sei die Gemeinde gebeten worden, innerhalb eines Monats zum geplanten Vorhaben eine Stellungnahme abzugeben. Das Unternehmen hatte bereits vor rund zwei Jahren einen Abgrabungsantrag eingereicht. Der Antrag wurde auf Wunsch der Gemeinde zunächst für 12 Monate vom Landratsamt Traunstein, zurückgestellt.

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Der Grund: Die Gemeinde hatte bereits 2018 ein Aufstellungsverfahren für einen sogenannten sachlichen Teilflächennutzungsplan eingeleitet, um den Kiesabbau in der Gemeinde zu steuern. Wegen umfangreicher Stellungnahmen und Prüfungen, hatte sich das Verfahren verzögert, sodass die Gemeinde eine Fristverlängerung zu einer weiteren Zurückstellung um ein halbes Jahr beantragte. In der Gemeinderatssitzung im Oktober wurde beschlossen, die Planunterlagen entsprechend den Abwägungsvorschlägen überarbeiten zu lassen und eine Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchzuführen.

Nachdem aber zwischenzeitlich die Zurückstellungsfrist für den Antrag der Firma Swietelsky abgelaufen ist, wurde die Gemeinde Anfang November gebeten, eine Stellungnahme zum geplanten Vorhaben abzugeben. Wie Bartlweber dazu erklärte, sei mit der Firma und in Abstimmung des Baujuristen des Landratsamtes sowie der Gemeinde eine Erschließungsvariante erarbeitet worden.

Kein Lkw-Verkehr im Ort

Damit verbunden ist unter anderem auch eine neue Zufahrt über die Rabendener Straße. Die neue Zufahrt soll auf einer Länge von 50 Metern asphaltiert werden. Der verbleibende Bereich soll in einer Breite von vier Metern in ungebundener Bauweise hergestellt werden. Auf Mitte der Fahrstrecke und im Übergang zur Gemeindestraße sollen zwei Ausweichstellen errichtet werden.

Danach wieder landwirtschaftliche Nutzung

Durch die geplante Erschließung bleiben die Ortschaften weitgehend vom Lkw-Verkehr verschont. Die Kosten für den Ausbau sowie für den Unterhalt und Instandsetzungen im Zeitraum des Kiesabbaus muss der Antragsteller tragen, ebenso für den Abbau und die Renaturierung danach.

„Mir ist ganz wichtig, dass die Fläche dann wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt wird“, sagte Grundstücksbesitzerin, Ursula Mair der Chiemgau Zeitung.

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