Gemeinderat Schleching im Zwiespalt: Obstanger erhalten oder Fläche für Wohnraum schaffen?

Obstanger oder künftiger Wohnraum für Familien? In Schleching spalteten beide Optionen für diese Fläche die Gemüter des Gemeinderats, bis man sich etschloss: Es geht auch beides.
+
Obstanger oder künftiger Wohnraum für Familien? In Schleching spalteten beide Optionen für diese Fläche die Gemüter des Gemeinderats, bis man sich etschloss: Es geht auch beides.
  • vonSybilla Wunderlich
    schließen

Soll man einen ortsbildprägenden Obstanger erhalten oder auf der Fläche besser Wohnraum für junge Familien schaffen? Mit dieser Frage hatte sich der Schlechinger Gemeinderat zu befassen. So hat das Gremium entschieden.

Schleching – Für das Grundstück steht ein Bebauungsplan an. Zugleich soll die benachbarte Weidefläche eines Bauern berücksichtigt werden wie auch die geordnete Bebauung einer Teilfläche des Grundstücks.

Bürgermeister Josef Loferer (CSU/UBS) machte seine Meinung dazu am Beginn klar: Er fand, dass die Innenverdichtung vorgeht und der Obstanger „keine schützenswerte Fläche“ ist. Ihm lag die Aussicht auf Wohnraum am Herzen, „damit die junge heimische Bevölkerung in Schleching bleiben kann.“

„Das wirkt wie eine Enteignung“

Michael Scheck (CSU) wies darauf hin, dass das wie eine Enteignung wirke und auch Andi Hell (UBS) fand, dass das „Freihalten“ einer Fläche im Ort nicht der allgemeinen Sichtweise des Gemeinderates entspräche. Auch er war für die Innenverdichtung. Timo Kleinschroth (UBS) bekundete, dass dieses Flurstück verteidigt werden solle und so erhalten bleiben könne; dafür sei eine Veränderungssperre nötig. Zweite Bürgermeisterin Elfie Bachmann (CSU/UBS) wies darauf hin, dass auf diesem Obstanger verschiedene Baumarten wachsen: „Unter anderem hat sich auch ein schöner Kastanienbaumbestand entwickelt.“ Sie wies noch einmal darauf hin, dass der Anger das Schlechinger Ortsbild präge.

Bebauungsplan wird erstellt

Der Gemeinderat beschloss letztlich die Aufstellung eines Bebauungsplans in Kombination mit dem Ziel, die Obstgartenfläche und die Weidefläche dennoch zu erhalten. Die Abstimmung lautete zehn Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen. Das gleiche Ergebnis erzielte der nächste Tagesordnungspunkt, bei dem es um den Erlass einer Satzung über eine Veränderungssperre ging. Konkret würde dies eine generelle Bausperre für den Obstanger und die Weidefläche für zwei Jahre bedeuten. Nur unter speziellen Voraussetzungen wäre eine zweimalige Verlängerung um jeweils ein Jahr möglich.

Lesen Sie auch

Ein Staatspreis für Innenentwicklung

Spektakuläre Hängebrücke bei Schleching: „Herzstück“ des Schmugglerwegs in 25 Metern Höhe

Kommentare