Gemeinderat Prien will Aussehen des Ortskerns sichern: Wohnraum lieber anderswo finden

Der rot markierte Bereich zwischen Heimatmuseum und der Prien soll sich nur kontrolliert verändern. Um die Entwicklung u steuern, hat der Marktgemeinderat einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Markt Prien

Das Priener Zentrum soll nicht zu städtisch werden. So könnte man einen Beschluss des Marktgemeinderats aus der jüngsten Sitzung interpretieren.

Prien – Mit der Aufstellung des Bebauungsplans Griesbrücke soll sichergestellt werden, dass zwischen Heimatmuseum und der Prien keine zu großen Gebäude entstehen können. Das Gremium hat das Verfahren mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht.

Antrag auf Abriss von Haus unter Denkmalschutz

Auslöser für die Bebauungsplan-Initiative waren Begehrlichkeiten für das Grundstück in der Höhenbergstraße 14. Dem Gremium lagen Anträge zum Abriss dieses denkmalgeschützten Hauses sowie zum Bau von zwei Neubauten mit 120 beziehungsweise 180 Quadratmetern Grundfläche auf diesem Grundstück vor. Jenseits der Prien, im westlich gelegenen alten Handwerkerviertel Gries gilt ein sogenannter Ensembleschutz, das heißt, das Gebiet ist in seiner Gesamtheit als erhaltenswert definiert. Auf der Ostseite stehen dagegen nur einzelne Gebäude untere Denkmalschutz, insbesondere das Heimatmuseum und das Kronasthaus. Mit dem Bebauungsplan soll nun eine planungsrechtliche Brücke vom Heimatmuseum zum Gebäude in der Höhenbergstraße 14 geschlagen werden.

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Das Gremium schloss sich dere Einschätzung des Bauamtes gegen eine Stimme an. Sepp Schuster (AfD) begründete sein Votum mit der möglichen Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum.

Zweiter Bürgermeister Michael Anner (CSU) hielt dem entgegen, dass der Erhalt des historischen Priens hier Vorrang haben müsse. „Wir sollten schauen, dass wir woanders Wohnraum finden, so Anner. Er drückte außerdem seine Hoffnung aus, dass ein Investor gefunden werde, der das leer stehende Haus herrichte, um das es ging.

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Nach der Eröffnung des Bebauungsplanverfahrens lehnte der Marktgemeinderat wiederum gegen die Stimme von Sepp Schuster Anträge zum Abriss des denkmalgeschützten Hauses und zum Bau von zwei neuen Gebäuden ab. Wer sie gestellt hatte, ist nicht bekannt. Seit längerem dürfen Gemeinden in öffentlichen Sittungen Namen privater Antragsteller aus Datenschutzgründen nicht mehr nennen oder in Unterlagen aufführen, die auch der Presse zur Verfügung stehen.

Ziel: Verbesserung der gestalterischen Einbindung

In den Ausführungen zum Bebauungsplan „Nr. 102 Griesbrücke“ verweist Bauamtsleiter Thomas Lindner darauf, dass damit die „bauplanungsrechtliche Umsetzung der in der Sanierungssatzung formulierten Ziele“ gesichert werde, insbesondere „die Verbesserung der gestalterischen Einbindung ortsbildprägender Bausubstanz im Zentrum und die Aufwertung und Vernetzung innerörtlicher Grünbereiche“.

Die genannte Satzung gibt es seit 1998. Sie ist wiederum Grundlage für Zuschüsse aus der Städtebauförderung. Priens primäre Sanierungsziele sind nach der Festlegung von 1998 unter anderem die „Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für Fußgänger und Radfahrer durch Gestaltung eines attraktiven und sicheren Netzes sowie – wo möglich – Verbreiterung der Verkehrsräume für diese Verkehrsteilnehmer“; die „Verbesserung des Angebots an zentrumsnahem Parkraum mit guter Anbindung an das Ortszentrum“; die „gestalterische und funktionelle Verbesserung des Bahnhofsumfelds“ sowie die „Verbesserung und Attraktivierung der Bahnquerungen“.

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