Gemeinderat Prien gibt grünes Licht für neue Betreuungseinrichtung für bis zu 16 Kinder

In diesem Gebäude an der Ecke Seestraße/Stauden entsteht eine sogenannte Großtagespflege, in der Tagesmütter mit fachlicher Unterstützung bis zu zehn Mädchen und Buben gleichzeitig betreuen können.
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In diesem Gebäude an der Ecke Seestraße/Stauden entsteht eine sogenannte Großtagespflege, in der Tagesmütter mit fachlicher Unterstützung bis zu zehn Mädchen und Buben gleichzeitig betreuen können.

Gerade erst musste der Marktgemeinderat den Bau eines zweigruppigen Kindergartens in Containern durchwinken. Das Provisorium soll einen Engpass überbrücken helfen. Aktuell fehlen Plätze im Ort. Da kommt der Kommunalpolitik die Großtagespflege gerade recht, die das Rote Kreuz an der Seestraße plant.

Von Dirk Breitfuß

Prien – In Prien gibt es Kindergärten in Gebäuden und im Wald, Krippen und Horte mit zusammen 400 Plätzen für Mädchen und Buben. Bald kommt eine neue Form der Kinderbetreuung dazu. Der Marktgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung im Chiemsee Saal einstimmig grünes Licht gegeben für die Einrichtung einer so genannten Großtagespflege unter Trägerschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK).

Im Februar Entscheidung noch vertagt

Vereinfacht gesagt steckt hinter dem Begriff ein Zusammenschluss einer größeren Zahl von Tagesmüttern und -vätern, die abwechselnd und immer geleitet von einer ausgebildeten Erzieherin mehrere Kinder betreuen.

Im Februar hatte der vorige Marktgemeinderat eine Entscheidung noch zurückgestellt, weil eine Reihe offener Fragen zu Kosten, Ausstattung und einem eventuellen Defizitausgleich geklärt werden sollten. Das war zwischenzeitlich geschehen. Dem neuen Kommunalparlament konnt Martin Plenk, Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus, nun entsprechende Informationen liefern, die für einen positiven Beschluss reichten.

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Die nötigen Umbauarbeiten im Gebäude an der Ecke Seestraße/Stauden bezahle vollumfänglich der Vermieter, betonte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG), nachdem Ludwig Ziereis, Inhaber einer Heizung- und Sanitärfirma, zu bedenken gegeben hatte, dass die Räumlichkeiten sanitärtechnisch in einem sehr schlechten Zustand“ seien. Im Februar stand noch die Befürchtung im Raum, dass die Gemeinde auch die Umbaukosten übernehmen soll.

In den Gebäude war bisher die Ganztagsbetreuung des Ludwig-Thoma-Gymnasiums (LTG) untergebracht. Nachdem der Landkreis Rosenheim die alte Bogenberger-Villa auf dem Schulareal an der Seestraße gekauft hat und für die Ganztagsbetreuung umbaut, werden die bisherigen Räume frei.

Unter Federführung des BRK sollen dort bis zu zehn Kinder gleichzeitig von einer Erzieherin und mehreren Tagesmüttern zusammen betreut werden. Maximal kann die Einrichtung 16 Kinder aufnehmen, wenn diese nicht alle gleichzeitig betreut werden sollen.

„Wir können flexibel bei Kindern bis 14 Jahren reagieren“

Angesichts der Problematik fehlender Kinderbetreuungsplätze kommt die neue Einrichtung dem Markt Prien sehr gelegen. „Wir können flexibel bei Kindern bis 14 Jahren reagieren“, erläuterte Friedrich. Er spielte besonders auf sogenannte Korridorkinder an. Das sind Mädchen und Buben, die eingeschult werden, aber dann wegen der schulischen Leistungen doch noch für ein Jahr zurückgestellt werden. Wenn sich herausstellt, dass diese Kinder noch nicht reif genug für die Schule sind, gibt es in den Kindergärten meist keinen Platz mehr für sie, weil diese zum Start des Kindergartenjahres aus wirtschaftlichen Gründen alle verfügbaren Plätze vergeben. „Diese Korridorkinder könnte die Großtagespflege auffangen“, hofft der Bürgermeister.

Gemeinde zahlt nur Möbel und Inventar

Die Gemeinde muss Plenk zufolge für die neue Einrichtung einmalig 24 000 Euro ausgeben. Das Geld ist für Möbel, Spielzeug und sonstige Einrichtungsgegenstände gedacht. Das Landratsamt, das grundsätzlich für jede Kinderbetreuungseinrichtung eine Betriebserlaubnis erteilen muss, habe sogar schon angekündigt, zwei der Plätze für Kinder aus „sozial problematischen“ Familien selbst zu buchen.

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Bei Vollauslastung sei ein kostendeckender Betrieb möglich, rechnete der Leiter des Ordnungsamtes vor. Sollten nur zehn statt 16 Mädchen und Buben betreut werden, würde sich ein Jahresfehlbetrag von 6000 Euro ergeben, die der Markt Prien im Rahmen einer Defizitvereinbarung übernehmen würde, wie es auch bei allen anderen Betreuungseinrichtungen praktiziert wird.

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