VERÄNDERUNGSSPERRE

Gemeinderat Marquartstein stoppt Baugeschehen in Freiweidach Nord

Östlich der Tiroler Ache liegt Freiweidach Nord. Dort wird ein neuer Bebauungsplan aufgestellt.
+
Östlich der Tiroler Ache liegt Freiweidach Nord. Dort wird ein neuer Bebauungsplan aufgestellt.
  • vonLudwig Flug
    schließen

In der vergangenen Sitzung teilte der Marquartsteiner Gemeinderat die Auffassung der Gemeindeverwaltung. Einhellig erließ er eine Veränderungssperre für das Gebiet des neu aufzustellenden Bebauungsplanes „Freiweidach Nord“.

Marquartstein –Die Sperre gilt unter anderem für Grund an der Freiweidacher Straße, der Festenfeldstraße und am Griespointweg. Die Auswirkungen einer Veränderungssperre sind beträchtlich. Der Abriss alter und die Errichtung neuer Gebäude, sogar Umbauten sind nur mit Ausnahmegenehmigung zulässig. Sie wirkt für zwei Jahre. Verlängerungen um je ein Jahr sind zwei Mal möglich.

Anlass der Entscheidung ist die Bauanfrage am Griespointweg. Durch das Grundstück führen Abschnitte von zwei Wasserhauptleitungen, die zu Ringleitungen gehören. Eine Bebauung setzt voraus, zuvor die Leitungen zu verlegen, um weiterhin Instandhaltung und Wartung zu ermöglichen. Versorger verlegen solche Leitungen in öffentlichen Grund.

Von Eigentümern gab es bisher kein Entgegenkommen

Zwei Alternativen sind denkbar. Die Versorgungsleitungen könnten im Griespointweg verlaufen. Der gehört nur zum Teil der Gemeinde. Verhandlungen mit den anderen Eigentümern über die Straßenabtretung gestalten sich „seit Jahrzehnten äußerst schwierig“, so Bürgermeister Andreas Scheck (BfM).

Andererseits könnten die Versorger die Leitungen in die künftige Erschließungsstraße für das Gebiet im Bereich Osterhammer/Wolfsberger verlegen. Dort verläuft schon der Abwasserkanal. Für diese Lösung müssten Eigentümer Straßengrund abtreten und Baurechte so angepasst werden, dass eine Trasse zum Ringschluss an die Festenfeldstraße möglich wird.

„Bisher gab es seitens der Grundstückseigentümer für keine der beiden Alternativen ein Entgegenkommen“, beklagte der Bürgermeister. „Früher wiesen die Gemeinde Baurechte aus, ohne sich zuvor die Straßengrundstücke zu sichern. Das bringt uns mehr und mehr in Bedrängnis“, ist Scheck überzeugt.

Weitere Artikel und Nachrichten aus dem Chiemgau finden Sie hier.

Er schlägt vor, die Zeit der Veränderungssperre zu nutzen, um eine Lösung mit den Grundstückseigentümern zu finden.

„Gerade in einen neu aufzustellenden Bebauungsplan ‚Freiweidach Nord‘ sollten wir alte Baurechte nur aufnehmen, wenn die Gemeinde die erforderlichen Straßen erschließen kann“, so der Rathauschef. Verwaltungsleiter Florian Stephan ergänzte, wie schwierig die Lage schwierig wird, wenn eine Erschließung nicht gesichert ist. Vor diesem Hintergrund stimmte der Gemeinderat geschlossen der Veränderungssperre zu.

Kommentare