Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Trotz Kritik von einem Gegner

Gemeinderat Grassau ebnet Weg für ein Biomasseheizwerk für Rottau West

Neben dem neuen Baugebiet in Rottau West, derzeit grüne Wiese, wird das neue Biomasseheizwerk geplant. Die Weichen hierfür wurden in der Marktgemeinderatssitzung gestellt.
+
Neben dem neuen Baugebiet in Rottau West, derzeit grüne Wiese, wird das neue Biomasseheizwerk geplant. Die Weichen hierfür wurden in der Marktgemeinderatssitzung gestellt.
  • VonTamara Eder
    schließen

Der Grassauer Dr. Winfried Drost (UGL) zog in der jüngsten Sitzung alle Register an Argumenten, um das Gremiums davon zu überzeugen, dass es der falsche Weg sei, auf ein Biomasseheizwerk zu setzen. Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) hielt dagegen und am Ende beantragte Tom Hagl (CSU) mit Erfolg, die Debatte zu beenden.

Grassau – Der Marktgemeinderat Grassau stellte in seiner jüngsten Sitzung die planerischen Weichen für das neue Biomasseheizwerk in Rottau und befürwortete die Erweiterung des Bebauungsplanes mit 17:2 Stimmen. Ziel der Gemeinder Grassau ist, mit dem Biomasseheizwerk eine umweltfreundliche Alternative zu den fossilen Ölheizungen zu schaffen. Dr. Winfried Drost (UGL) zeigte sich als Gegner des Projekts.

Heizwerk wird von der Kommune geführt

Zum einen soll eine Baulücke verhindert und zum anderen die Voraussetzung zum Bau eines Biomasseheizwerks geschaffen werden, erklärte Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) den Grund für die Erweiterung des Bebauungsplanes. Das neue kommunalgeführte Heizwerk ist in Rottau West, Ortsausgang, neben dem neuem Baugebiet vorgesehen.

Eine Teilfläche könne auf Erbpacht übernommen werden. Die überörtlichen Behörden sähen die Möglichkeit eines Heizwerks an dieser Stelle positiv, so Kattari. Das Heizwerk solle möglichst weit von der B 305 entfernt geplant werden. Folglich solle dieses an die Hangkante rutschen. Der Eigentümer des Grundstücks wolle zudem ein Gewerbegrundstück für sich und seine Nachkommen erhalten. Die neue zu überplanende Fläche entspricht rund 14 200 Quadratmetern und soll als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Ein Teilbereich ist als Grünfläche festzulegen.

Das könne Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Grassau

Drost (UGL) sagt, Holz sei nicht der ideale Brennstoff, da Kohlendioxid (CO2) freigesetzt werde. „Die Holzverbrennung ist nicht klimaneutral und das ist die Meinung von fast allen Naturschutzverbänden“, betonte er. Mit dem Heizwerk würde mehr CO2 freigesetzt, als bei den bestehenden Ölheizungen. Um den CO2-Ausstoß zu kompensieren, müsste seiner Meinung nach ein neuer Forst angelegt werden. Der Wald werde eine immer bedeutender, da dies die billigste Methode sei, um CO2 aus der Atmosphäre zu filtern.

Drost argumentierte weiter, dass die größere Nachfrage die Holzpreise massiv nach oben steigen lassen werde. Er führte Schadstoffimmission bei der Holzverbrennung auf und sah ein Stickstoffoxid-Problem. Vor allem durch die Hanglage des Heizwerks würden Häuser in Rottau einer höhere Stickoxid Belastung ausgesetzt. Folglich müssten Katalysatoren, die die Stickstoffoxide herausfiltern, eingebaut werden. Seiner Ansicht nach wären Wärmepumpen die bessere Alternative.

Biomasse im Forstbereich um 25 Prozent gewachsen

Er schätze sehr, dass sich Drost so einbringe, sei aber anderer Auffassung, antwortete darauf Bürgermeister Kattari. Zwischen Wald und Forst müsse unterschieden werden. Während der Wald als CO2-Senke wichtig sei, sei die Biomasse in den letzten Jahren im Forstbereich um 25 Prozent gewachsen. Was an Holz entnommen werde, wachse wieder nach, so Kattari. Somit bleibe dies im Gleichgewicht.

Ziel müsse sein, vom fossilen Brennstoff Öl wegzukommen und in Rottau würden 80 Prozent der Liegenschaften mit Erdöl beheizt. Der Einbau von Wärmepumpen sei mit erheblichen Kosten auch durch die Flächenheizung für die Eigentümer verbunden und hier zähle dann auch die soziale Komponente. Kattari meinte, dass sich dies nicht alle Hauseigentümer leisten können.

Bürgermeister wirft Angstmache vor

Auch betonte der Rathauschef, dass Alternativen ausführlich geprüft worden seien und in Abwägung aller Aspekte und wenn man Holz aus der Region nutze, man sich im Gleichgewicht bewege. Zu der von Drost angesprochenen Abhängigkeit vom Heizwerk, meinte Kattari, dass dies Angstmache sei und die Bürger auch von der Wasserversorgung abhingen.

Zu den in Grassau gemessenen Stickstoffwerten, fügte Kattari an, dass hier an der Filtertechnik gearbeitet werde, da es neue Grenzwerte gebe. Auch in Rottau würden entsprechende Filteranlagen eingebaut. Nachdem Tom Hagl (CSU) den Antrag auf Schluss der Debatte stellte und dies mit 13:6 Stimmen angenommen wurde, wurde schließlich die Erweiterung des Bebauungsplans beschlossen. Damit wird nun das Bauleitverfahren eingeleitet. Dagegen stimmten Dr. Winfried Drost und Mehdi Akbari (UGL).

Mehr zum Thema

Kommentare