Gemeinde will Fernwärme als Kommunalunternehmen betreiben

Grassau – An zwei Abenden nacheinander fanden in Rott au Informationsveranstaltungen im Saal des Gasthauses Messerschmied zum Thema „Fernwärme in Rott au?“ statt, einmal für die Bewohner nördlich und dann die südlich der Bundesstraße.

Nach seiner Begrüßung der vielen Interessenten sagte Bürgermeister Stefan Kattari, das seit 2009 bestehende Biomasseheizkraftwerk in Grassau sei bereit, seine Erfahrungen bei der Fernwärme für Rottau zur Verfügung zu stellen. Betreiber soll auch in Rottau die Gemeinde als Kommunalunternehmen werden, unter der Voraussetzung, dass eine gewisse Wirtschaftlichkeit gegeben sei. Als Ort für das Kraftwerk sei ein Platz westlich des alten Forsthauses vorgesehen. Es müsse zügig eine Entscheidung fallen, denn die Chancen auf eine Realisierung werden nicht besser.

Hackschnitzelals Energieträger

Deshalb lagen der letzten Gemeindezeitung Erhebungsbögen für alle Bürger bei. Wenn die Auswertung der Fragebögen Ende Oktober ein positives Ergebnis ergibt, startet die Planung 2021. Es werden Vorverträge geschlossen und parallel dazu beginnt die Bauleitplanung. Wast Stephan von der Wärmeversorgung Grassau ging näher auf die Fernwärme eines Biomasseheizwerks ein. Er beschrieb Fernwärme als den „Transport thermischer Energie durch Wasser über speziell gedämmte Rohrleitungen zur Wärmeversorgung der teilnehmenden Privathaushalte und Gewerbebetriebe“. Das Biomasseheizwerk Grassau wird mit Hackschnitzeln betrieben, so soll es auch in Rottau sein. Die Vorlaufleitung bringt das heiße Wasser vom Heizwerk zum Hausanschluss, die Rücklaufleitung transportiert das abgekühlte Wasser zurück zum Heizwerk. Dabei beträgt die Temperatur des heißen Wassers im Winter 90 Grad und im Sommer 80 Grad, erläuterte Stephan. Als Vorteile für die Verbraucher führte er die einfache Montage auf, die größere Sicherheit im Haushalt und die geringere Luftverschmutzung. Außerdem entfielen der Brennerservice, die Tankreinigung, die Emissionsmessungen durch den Kaminkehrer und der Kauf des Heizöls oder Gases.

Da mit Hackschnitzeln geheizt wird, sei der CO2– Ausstoß etwa 60 Prozent geringer als beim Brennstoff Heizöl und außerdem entsteht fast keine Schadstoffbelastung der Luft.

Ziel: Ab 2022 startet Warmwasser-Leitung

Dann ging Stephan auf die Kosten des Anschlusses an das Fernwärmenetz ein: „Für ein Einfamilienhaus betragen sie etwa 10 000 Euro netto. 15 Meter der Leitung sind kostenfrei, für jeden weiteren Meter müssen 400 Euro bezahlt werden.“ Nach jetzigem Stand werde der Anschluss an die Fernwärme mit 20 Prozent der Kosten gefördert. Weitere 20 Prozent erhalte man für den Rückbau der Altheizung. Positiv sei dabei, dass das Kommunalunternehmen keine Gewinnabsicht habe. Als Ziel bezeichnete Stephan es, „dass 2022 in Rottau warmes Wasser zu den Häusern fließt“. Zu Fragen nach einem späteren Einstieg sagte Bürgermeister Stefan Kattari, es gebe an den Hauptleitungen keine Blindanschlüsse, „aber wenn eine vorbeigeht, ist ein Anschluss immer möglich. Aber später wird es mehr kosten“. Als Sprecher des Arbeitskreises beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ äußerte Hias Hofmann seine Überzeugung, dass das Projekt „Fernwärme in Rottau“ sicher bei den Juroren für Pluspunkte sorgen wird. aj

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