Gemeinde drückt aufs Tempo

Den Trassen-Plan für die in Chieming angedachte Umgehungsstraße studierten die Grabenstätter Gemeinderäte (am Tisch sitzend von links) Andreas Lukas, Rudi Aigner und stellvertretender Landrat Andreas Danzer, der Chieminger Bürgermeister Benno Graf und dessen Grabenstätter Amtskollege Georg Schützinger. Foto Müller
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Den Trassen-Plan für die in Chieming angedachte Umgehungsstraße studierten die Grabenstätter Gemeinderäte (am Tisch sitzend von links) Andreas Lukas, Rudi Aigner und stellvertretender Landrat Andreas Danzer, der Chieminger Bürgermeister Benno Graf und dessen Grabenstätter Amtskollege Georg Schützinger. Foto Müller

Die Gemeinde Chieming drückt in Sachen Umgehungsstraße aufs Tempo: Sie plant eine Bürgerbefragung. In einer Versammlung der Freien Wählergemeinschaft Grabenstätt am Donnerstag im Gasthof "Chiemseebräu" in Grabenstätt betonte Chiemings Bürgermeister Benno Graf, dass der Schwerlastverkehr nicht über Erlstätt und Marwang umgeleitet werde.

Grabenstätt/Chieming - Das Thema "Umgehung Chieming" ist auch für die in Erlstätt, Tettenmoos und Marwang lebenden Grabenstätter Bürger von großer Bedeutung. Seit jeher haben sie die Befürchtung, dass die Nachbargemeinde Chieming die Ortsdurchfahrt für den stetig zunehmenden Schwerlastverkehr sperren könnte - mit der Folge, dass er dann zwangsläufig durch ihre Ortsteile rollen würde.

Diese Sorgen seien absolut unbegründet, betonte Graf. Unter seiner Führung werde man niemals nach dem "Sankt-Florians-Prinzip" verfahren. Vielmehr gelte es bei solchen Vorhaben "an einem Strang zu ziehen", Probleme oder potenzielle Bedrohungen gemeinsam zu lösen und nicht einfach auf andere zu verschieben. "Seit über 50 Jahren wird in Chieming von einer Umgehungsstraße geredet", erinnerte der Referent und betonte, dass das Thema vor allem in Wahlkampfzeiten immer wieder von verschiedenen Gruppierungen aus der Schublade geholt und instrumentalisiert worden sei.

Schwerlaster weichen nicht über Erlstätt

und Marwang aus

"Ihr habt es geschafft, ihr habt die Umgehung gekriegt", beglückwünschte Graf den anwesenden Grabenstätter Bürgermeister Georg Schützinger und dessen Gemeinderäte. Graf stellte klar, dass es den Ort Grabenstätt ohne diese 2006 eröffnete Umgehungsstraße aufgrund des stetig zunehmenden Schwerverkehrs buchstäblich "zerreißen würde". Bis es aber in Chieming so weit sein könnte, sei es noch ein weiter Weg. "Da wir uns mit dem Vorhaben 'Ortsumfahrung Chieming' nur in der ersten Dringlichkeitsstufe - Reserve" befinden, ist frühestens in den Jahren 2021 bis 2025 mit einer Realisierung zu rechnen", sagte Graf. Andere Baumaßnahmen hätten schlichtweg Vorrang.

Während der vom Straßenbauamt neu ins Spiel gebrachte Trassenverlauf von Unterhochstätt (an der Gemeindegrenze Grabenstätt/Chieming) kommend, östlich an Chieming vorbeiführen und dann in Richtung Kreisverkehr Laimgrub weiterführen würde, würde jene Trasse, die 2002 in den gemeindlichen Flächennutzungsplan aufgenommen worden sei, am Chieminger Ortsteil Eglsee vorbeiführen und erst nördlich von Sondermoning wieder auf die Staatsstraße 2096 treffen, so Graf. Bei dieser Variante mit der Umgehung Sondermoning käme freilich auch die Nachbargemeinde Nußdorf ins Spiel.

Derzeit sei in Sachen "Trassenverlauf" aber noch alles offen. Falls man die Chieminger Ortsumgehung in kommunaler Sonderbaulast vorantreibe, hätte die Gemeinde zwar die Federführung und mit der Planung könnte umgehend begonnen werden, andererseits müsste man einen finanziellen Eigenanteil aufbringen und die Planung vorfinanzieren, räumte Graf ein. Fördergelder würden erst ab vollziehbarem Baurecht fließen, eine verlorene Planung sei nicht förderfähig.

Probleme beim Trassenverlauf könnte es vor allem zwischen den Chieminger Ortsteilen Pfaffing und Aufham geben, wo die Umgehungsstraße bis auf 200 Meter an die Wohnsiedlung heranreichen und noch dazu "durch einen besonders sensiblen Bereich mit einem Quellschutzgebiet" führen würde, so der Rathauschef. Demnächst werde die Gemeinde Gespräche mit dem Straßenbauamt und einem Ingenieurbüro führen. Zudem soll unter Einbindung des Gemeinderats und externer Fachleute ein umfassender Fragebogen erarbeitet werden, der dann im Rahmen einer öffentlichen Info-Veranstaltung in der ersten Jahreshälfte verteilt werde. mmü

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