Gemeinde Bernau nimmt neuen Anlauf für schönen Kreisel an der Autobahn

Frisch gemäht schaut die Mittelinsel des Kreisverkehrs in diesen Tagen ganz ordentlich aus, aber auch öde. Der Gemeinderat nimmt jetzteinen neuen Anlauf, den Kreisel am Ortseingang ansprechend zu gestalten.
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Frisch gemäht schaut die Mittelinsel des Kreisverkehrs in diesen Tagen ganz ordentlich aus, aber auch öde. Der Gemeinderat nimmt jetzteinen neuen Anlauf, den Kreisel am Ortseingang ansprechend zu gestalten.

Mit drei Gegenstimmen votierte der Bernauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus für eine grundsätzliche Neugestaltung des Kreisels an der Bundesstraße 305 am Ortseingang an der Autobahnausfahrt Bernau.

Von Elisabeth Kirchner

Bernau

Schon 2017 sei das Thema ausgiebig diskutiert worden, erinnerte Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) an die Vorgeschichte. Damals waren unter anderem ein Segelschiff mit Fels, ein Wappen aus Naturstein oder Piktogramme wie „Bua und Madl“ als Gestaltungselemente auf der großen Mittelinsel des zweispurigen Kreisverkehrs im Gespräch.. Aber schon damals scheiterten größere Pläne am Veto des Straßenbauamtes. Es argumentiert mit der Gefahr im Falle eines Unfalls, wenn ein Auto auf die Mittelinsel geraten und gegen ein großes Hindernis prallen sollte.

Boden wahrscheinlich ungeeignet

Schließlich habe man sich 20127 nach einigem Hin und Her für eine Blumenwiese entschieden, die aber „leider … nicht wie gewünscht aufgegangen“ sei, sondern äußerst ungepflegt wirke, bedauerte die Bürgermeisterin. Im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung verwies sie als wahrscheinliche Ursache auf den Gemeindegärtner. Wahrscheinlich sei der Boden an dieser Stelle zu fett und deshalb nicht geeignet.

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Deshalb schlage die Verwaltung der Gemeinde nun vor, hier Abhilfe zu schaffen. Man könnte die Kuppe des Kreisels mit bienenfreundlichen Sträuchern bepflanzen, darunter einen pflegeleichten Rasenring anlegen, auf der einen Seite des Kreisels dasselbe Blumenwappen wie im Kreisel in Felden am anderen Ortsende pflanzen und zusätzlich die „Seisersäule“, einen Bestandteil des Gemeindewappens, der auf die Familie Seiser verweist, als historischen Element noch anlegen. Auch ein Gemeindewappen aus Granulat (wie beispielsweise in Irschenberg) sei denkbar. Ohne Blumenwappen sei das Vorhaben – nach Absprache mit dem Bauhof – sehr pflegeleicht und kostengünstig.

Aber, gab Biebl-Daiber zu bedenken, ein Kreisel ohne Wappen stehe dem Gedanken eines Tourismusortes entgegen.

Severin Ohlert (Grüne) befürwortete zu Beginn der zahlreichen Wortmeldungen eine Anpflanzung von Sträuchern und Stauden und nannte als Beispiel den Kreisel in Rohrdorf.

Matthias Vieweger (CSU) hingegen gab zu bedenken, dass der Kreisel außerhalb des eigentlichen Gemeindegebiets liege, dass 100 Meter weiter mit dem Ortsschild beginnt, und ein Hindernis für den fließenden Verkehr darstellen könne.

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Sascha Klein (WMG) befürwortete den Vorstoß der Verwaltung. Dieser sei „dringend“, weil der Kreisverkehr „unansehnlich“ sei. Klein sprach sich für etwas Immergrünes aus. Auch Peter Steindlmüller (CSU) brandmarkte den Kreisel als „Schandfleck.“

Pia Ostler (Grüne) wandte ein, dass der Kreisel am südlichen Ortseingang von Prien an der Harrasser Straße mit seiner Blumenwiese bei Prien als Vorbild dienen könne. Allerdings finde sie „die Idee eines Wappens kitschig“.

Peter Pertl (CSU) erklärte: „Eine natürliche Blumenwiese blüht nicht das ganze Jahr.“ Ulla Zeitlmann (Grüne) äußerte sich ähnlich. Man könne auch woanders Geld ausgeben, so ihre Meinung.

Jakob Müller (CSU) hingegen schlug vor, die Silhouette der Kampenwand in weißen Steinen auf dem Kreisel anzulegen.

Helmut Wachter (WMG) schließlich befürwortete auch eine großzügige Gestaltung des Kreisels.

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Irmgard Daxlberger von der Verwaltung erinnerte an die langen Verhandlungen vor drei Jahren. Ein aufwändiges Design sei nur dann gut, wenn es kein (Sicht-) Hindernis darstelle. Biebl-Daiber erklärte, sie werde mit dem Straßenbauamt Rosenheim (zuständig für Staats- und Bundesstraßen) nochmals reden.

Frank Praßberger (ÜWG) fügte dem hinzu, dass er sich zu erinnern meine, dass das Ortsschild erst nach der Umgestaltung des Kreisels weiter nach hinten versetzt worden sei. Da müsse man „öfters nachfragen und ekelhaft sein“, so seine Empfehlung, um das aus Gemeindesicht gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Stefan Saur (WMG) wandte ein, dass erst einmal die Kosten eruiert werden müssten, ehe man weiter entscheide.

Kosten für Wappen werden ermittelt

Die Bürgermeisterin beendete an dieser Stelle die Diskussion. Gegen die Stimmen von Ulla Zeitlmann, Georg Bauer (Bernauer Liste) und Peter Pertl (CSU) votierte der Rat mit großer Mehrheit für eine grundsätzliche Neugestaltung des Kreisels. Biebl-Daiber wird nun das Straßenbauamt kontaktieren, die Verwaltung Kosten für verschiedene Wappen-Alternativen berechnen und Ohlert Vorschläge für Sträucher einreichen.

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