Gemeinde baut neues WC-Haus

Die Gemeinde will am Chiemseeufer in Felden das alte Toilettengebäude (rechts oben) abreißen und einige Meter entfernt ein neues (Mitte) bauen. In der Nähe ist der Parkplatz, den die Kommune, wie sie plant, mit Stellflächen für Wohnmobile erweitern will. Das neue Toilettengebäude (kleines Bild) möchte sie mit viel Edelstahl gegen Vandalismus schützen.  Repro  Gemeinde Bernau
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Die Gemeinde will am Chiemseeufer in Felden das alte Toilettengebäude (rechts oben) abreißen und einige Meter entfernt ein neues (Mitte) bauen. In der Nähe ist der Parkplatz, den die Kommune, wie sie plant, mit Stellflächen für Wohnmobile erweitern will. Das neue Toilettengebäude (kleines Bild) möchte sie mit viel Edelstahl gegen Vandalismus schützen. Repro Gemeinde Bernau

Die Gemeinde Bernau plant, am Chiemseeufer in Felden ein neues, öffentliches Toilettengebäude zu bauen. Die Kosten betragen laut ersten Schätzungen zwischen 240000 und 250000 Euro. Ein Entwurf, den die Planungsgruppe Straßer und Partner erstellt hat, ist im Gemeinderat weitgehend auf Zustimmung gestoßen.

Bernau - Schon seit Jahr und Tag laufen die Bemühungen der Kommune, das Ufer in Felden weiter zu verschönern. Ein Mosaikstein in all den Planungen ist der Bau eines neuen Toilettengebäudes. Das alte ist in die Jahre gekommen, der bauliche Zustand sei, wie Bürgermeister Klaus Daiber sagt, "schon an der Grenze". Angedacht sei, das neue Gebäude noch vor dem Beginn der Saison im nächsten Jahr zu eröffnen.

Im Hintergrund der Baumaßnahmen stehen die Pläne der Gemeinde, den Parkplatz nahe der Gaststätte "Badehaus" in Richtung des ehemaligen Campingplatzes zu erweitern: Die Kommune plant, 15 Stellplätze für Wohnmobile zu schaffen. Nicht nur, aber gerade auch diese Camper, die dann einmal dort stehenbleiben und womöglich auch übernachten, brauchen ein WC.

Die Gemeinde reißt die alte Toilettenanlage ab, wenn sie - wenige Meter von ihr entfernt - die neue baut. In dem Gebäude vorgesehen sind unter anderem drei Toiletten, ebenso ein Urinal und ein WC für Behinderte. Außerdem werden auch zwei kleine Duschkabinen eingerichtet wie auch ein weiterer Raum zum Ausgießen der mobilen Toiletten in den Wohnmobilen. Außen an den Wänden des - eingeschossigen - Baus errichtet die Gemeinde an der westlichen Seite einen Parkautomaten, an der östlichen sechs Ladestationen für Elektrofahrräder und zwölf Schließfächer insbesondere für Besucher, die im Chiemsee baden wollen.

Die Kommune will die neue öffentliche Anlage - soweit möglich - vor Randalierern schützen, die die Toiletten mutwillig beschädigen wollen. So plant sie insbesondere, viel Edelstahl zu verwenden. Diese "vandalismussichere Ausstattung" kostet, so der Tenor in der Sitzung, jedoch Geld und treibt die Kosten des Gebäudes insgesamt nach oben.

Die Gemeinde muss das Geld aus der eigenen Tasche nehmen. In zwei einzelnen Fällen der Ausstattung erwartet sie Zuschüsse: Die Ladestationen für die Elektrofahrräder und die Schließfächer will sie im Rahmen des Programmes "Leader" verwirklichen - wobei sie dann auf finanzielle Unterstützung der EU hofft.

Auf dem Dach des Gebäudes plant die Gemeinde eine Solaranlage. Statt, wie vorgeschlagen, über eine Fotovoltaikanlage Strom zu erzeugen, plädierte Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger (CSU) jedoch dafür, Kollektoren zu montieren und dann Wasser zu erwärmen, das dann in den Duschen benötigt wird.

"Wie stellen wir sicher, dass kein Mini-Campingplatz entsteht?" Diese Frage warf Ursula Zeitlmann (Bündnis 90/Die Grünen) auf. Daiber erwiderte, dass Wohnmobile auf den neuen Stellplätzen "zwei bis drei Tage durchaus stehenbleiben können". Zu überlegen sei, was die Gemeinde von ihnen verlangen könne.

Noch zu errichten sind die Stellplätze für die Wohnmobile wie auch das Toilettengebäude, bereits vorhanden ist in unmittelbarer Nachbarschaft ein neuer, offener, kleiner Graben: Wenn viel Regen im nahegelegenen Ortsteil Eichet niedergeht, kann das Wasser jetzt besser in den Chiemsee abfließen. Die Gemeinde hat die alten Rohre aus dem Boden genommen, einen offenen Graben angelegt und den Abfluss letztlich ausgeweitet.

Eduard Wierer (Überparteiliche Wählergemeinschaft) forderte, wieder Rohre zu verlegen und den Graben zu schließen - nicht, dass sich "stinkendes Zeug" ansammelt. Diese Kritik ganz und gar nicht nachvollziehen konnte Philipp Bernhofer (Bernauer Liste). Im Gegenteil, er meinte, dass der Graben nur gut sein kann: dass dann Pflanzen wachsen und sich kleine Tiere wie etwa Hasen aufhalten können. pü

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