Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Eine verzaubernde Mischung in Prien

Das war beim Herbstkonzert des Chiemgau-Orchesters mit der munich brass connection geboten

Das Chiemgau-Orchester spielt unter der Leitung von Dirigent Matthias Linke groß auf
+
Das Chiemgau-Orchester spielt unter der Leitung von Dirigent Matthias Linke groß auf.
  • VonElisabeth Kirchner
    schließen

Orchestraler Bombast und ein feines Blechbläser-Quintett – das waren die Zutaten für eine gelungene Mischung beim Herbstkonzert des Chiemgau-Orchesters e.V. Dirigent Matthias Linke hatte allerdings ein Mal Mühe, seine Musiker im Zaun zu halten.

Prien – Allein schon das Programm klang bestechend: die Polowetzer Tänze von Alexander Borodin, die Sinfonie Nr 2 von Johannes Brahms und das Konzert für Blechbläser-Quintett und Orchester von Jan Koetsier. Das Chiemgau-Orchester (CHO) mit seinem Dirigenten Matthias Linke hatte sich für sein Herbstkonzert im Prien er König-Ludwig-Saal eine verzaubernde Mischung verordnet und mit der MunichBrass Connection (die Trompeter Konrad Müller und Hannes Oblasser, Hornist Matthias Körn, Andreas Oblasser an der Posaune und Fabian Heichele an der Tuba) großartige Solisten eingeladen.

Rassiger Auftakt in den Abend

Zum Auftakt gab es die Polowetzer Tänze, vier rassige Sätze aus der Oper Fürst Igor. Mit zündendem Elan leitete der Dirigent das Orchester, was vor allem in den effektvollen Steigerungen des Finalsatzes gut gelang. Mit dem deutsch-niederländischen Komponisten Jan Koetsier ging es weiter: Dessen Konzert op. 133 für Blechbläserquintett und Orchester bot das CHO zusammen mit den Blechbläsern kurzweilig erfrischend dar. Jazzige Rhythmen, Elemente, die an George Gershiwn und Leonhard Bernstein erinnerten, dann wieder klassischere Melodien: die fünf Blechbläser boten all ihr Können virtuos auf – weich und sauber im Tonansatz, selbst in schnelleren Passagen rhythmisch akkurat, dynamisch ausgewogen und dennoch individuell tonschön. Von so viel Glanz ließ sich das CHO mitreißen.

Bläser und Orchester treiben sich zu Höchstleistungen

Befeuert von der musikantischen Spielfreude des Quintetts lieferten sich Orchester und Blechbläser ein klanglich farbenfrohes Miteinander. Als Zugabe gaben die Blechbläser dann noch einen Landler und das „Somewhere“ aus der West Side Story von Bernstein zum Besten. Von dem Sehnsucht atmenden Broadway-Stück war es kein weiter Schritt zu Brahms Zweiter Sinfonie. Eine große romantische Geste im fülligen, sinfonischen Klanggewand, positiv gestimmt und doch mit einer gewissen Wehmut behaftet. Der erste Satz mit pastoraler Fröhlichkeit und böhmischen Flair, mit unmittelbar einsetzendem, freundlich im 3/4-Takt wiegenden Hauptthema und dem schwelgerisch aufblühenden Nebensatz gelang dem CHO eindrücklich. Der streichergesättigte Orchesterklang, dem Hörner und Holzbläser ihre warmen Farben beimischten, trug auch dazu bei. Pauke, Posaune und Bass-Tuba sorgten mit wunderbar dargebotenen Einsätzen für kleine irritierende Störfeuer im Naturidyll des ersten Satzes.

Leichte Unordnung – strenges Dirigat – perfektes Finish

Beim sehnenden adagio allerdings brauchte es das strenge Dirigat von Matthias Linke, um den Ernst der Sinfonie beizubehalten. Im dritten Satz mit seinem tänzerischen Rhythmus kam das CHO wieder in Tritt und bot all sein Können im fiebernden finalen „allegro con spirito“ mit Klangfeuerwerken in steter Folge auf. Als Zugabe gab es mit Brahms „Ungarischem Tanz Nr 5“ noch einmal volkstümliche Kunstmusik. Eine formidabel gelungene Wiederholung der vorher gespielten Klassik: Transparenz in allen Instrumentalstimmen, die den häufigen Wechsel zwischen schnellen und langsamen Tempi sowie zwischen Dur und Moll scheinbar mühelos meisterten. Rundum ein Herbstkonzert, das mit seiner Mischung verzauberte.

Mehr zum Thema

Kommentare