Er geht nach 20 Jahren als Schulleiter an Traunsteiner Gymnasium: Klaus Kiesl

Ein Geschenk zum Abschied nach 20 Jahren als Schulleiter am Chiemgau Gymnasium Traunstein bekam Oberstudienrat Klaus Kiesl (rechts) von Landrat Siegfried Walch übereicht.

Klaus Kiesl geht nach fast 20 Jahren am Chiemgau-Gymnasium Traunstein in den Ruhestand. Die besonderen Umstände zu Corona-Zeiten bescherten ihm gleich sieben Abschiede mit verschiedensten Personen. Und einen Brief vom früheren Papst Benedikt XVI.

Traunstein – In diesem Jahr ist alles anders. Auch die Verabschiedung eines Schulleiters kann in Corona-Zeiten nicht wie sonst üblich in einem großen Festakt begangen werden. Ganze sieben Veranstaltungen organisierte das Chiemgau Gymnasium in Traunstein am Ende des Schuljahres, um Klaus Kiesl Lebewohl zu sagen. Fünf davon für jeweils 15 bis 20 geladene Gäste, eine für die Schüler und eine für die Lehrer. Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien Oberbayern-Ost, Richard Rühl, kennt Kiel schon seit ihrer gemeinsamen Zeit im Kultusministerium.

Für die Zukunft bestens aufgestellt

Er ließ Kiesls Jahre am ChG seit Februar 2001 Revue passieren. Bereits zu deren Beginn habe Kiesl schwierige Aufgaben „mit Gelassenheit und dem nötigen Weitblick“ bewältig. In den zwei Jahrzehnten habe er sich immer auf Neues einstellen müssen, so zum Beispiel auf die Umstellung vom G8 aufs G9 die Budgetierung der Lehrerstunden, die Ganztagsschule und vieles mehr: „Er hat dabei nicht jede Mode mitgemacht, sondern immer darauf geachtet, was sich wirklich lohnt.“

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Landrat Siegfried Walch formulierte seinen Respekt vor der Leistung, die größte Schule des Landkreises über Jahrzehnte souverän geführt zu haben und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis als Sachaufwandsträger der Schule. Kiesl habe vor fast 20 Jahren ein gut bestelltes Haus übernommen, habe es „konsequent weiterentwickelt und dabei immer den Bildungsanspruch des Gymnasiums hochgehalten“. Nun könne er seinem Nachfolger eine Schule übergeben, die für die Zukunft hervorragend aufgestellt sei.

Immer ein offenes Ohr

Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer ist dem Chiemgau-Gymnasium nicht nur deshalb verbunden, weil sein Sohn diese Schule besucht: Er verriet den Festgästen, dass er einer der ersten Abiturienten war, dem Kiesl 2001 das Abiturzeugnis überreichte. Auch Elternbeiratsvorsitzender Sebastian Ring war voll des Lobes für Kiesl: „Sie hatten immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Elternschaft, sind auf unsere Anregungen stets eingegangen und haben immer versucht, eine Lösung zu finden.“

Ein besonderes Highlight war für Oberstudiendirektor Kiesl ein mehrseitiger persönlicher Brief des emeritierten Papstes Benedikt XVI., in dem dieser unter anderem über seine Schulzeit in Traunstein berichtet und gute Wünsche übermittelt.

Der künftige Oberstudienrat a.D. Kiesl betonte, das Wohl der Schüler sei für ihn „immer die Triebfeder seines Handels“ gewesen. Dabei habe für ihn immer der Grundsatz gegolten: „Pädagogisches vor Organisatorischem“. Bildung und Erziehung hätten für ihn immer im Mittelpunkt gestanden. Für deren gutes Gelingen die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, habe er stets als seine Kernaufgabe gesehen. Dabei habe er über all die Jahre hinweg immer getreu seinem Motto gehandelt: „Der Tradition verpflichtet – und offen für Neues“. Das Neue sei in den letzten zehn Jahren vor allem die Digitalisierung gewesen.

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Positive Rückmeldung von den Eltern

Diese mit der konsequenten Fortentwicklung der IT-Ausstattung und der Einrichtung ersten Tablet-Klasse im südostbayerischen Raum schon früh voranzutreiben, habe sich „gerade angesichts der derzeitigen Lage aufgrund der Corona-Pandemie als der richtige Schritt erwiesen“, wie die überaus positiven Rückmeldungen aus der Elternschaft gezeigt hätten.

Kiesl dankte der Schulaufsicht für die „nötige Rückendeckung“, dem Landkreis für die Unterstützung, besonders bei größeren Projekten wie dem Bau der Neuen Aula, und der Stadt für die Zusammenarbeit, etwa bei Sport, Schülerfahrten oder gemeinsamen Aktionen. Besonders freute sich Kiesl über die“ eigentlich aus der Not geborene, aber im Rückblick absolut gelungene Form, Abschied nehmen zu können“, und zeigte sich sichtlich bewegt, in verschiedenen Begegnungsrunden mit allen Gästen persönlich sprechen noch einmal zu können.

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