GEMEINDERAT UNTERWÖSSEN

Geht es um Bürgerschutz oder ist es ein Fall von Bürokratie?

Unterwössen. – Mehrere Untersuchungen an der früheren Hausmülldeponie in Unterwössen hatten über die vergangenen Jahre keine Auffälligkeiten ergeben. Nicht wenige Gemeinderäte sprachen in der jüngsten Sitzung deshalb von „rein bürokratischen Maßnahmen“.

Nun müssen noch einmal Probeentnahmen durchgeführt werden, um den Fall endgültig zu den Akten legen zu können.

Die Hausmülldeponie in Unterwössen war in den 1960er- und 1970er-Jahren in Betrieb. Nach der Stillegung waren mehrere Untersuchungen auf Schadstoffe von Fachbehörden durchgeführt worden, jedoch ohne Auffälligkeiten. Auch die jüngste Detailuntersuchung mit Kosten von 16 000 Euro im Jahr 2014 war unbedenklich. Nach allgemeiner Auffassung besteht ohnehin nur „eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit“, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen.

Um die Sache nun abschließen zu können und „im Sinne eines vorsorgenden Grundwasserschutzes und zur Verbesserung des Datenmaterials“ verlangen die übergeordneten Behörden nun noch einmal ein so- genanntes Grundwassermonitoring und weitere Probeentnahmen. Dafür fallen für die Gemeinde geschätzte Kosten von 9000 Euro an.

Gemeinderat Dr. Manfred Enzinger (FWG) plädierte dafür, wegen der „doch offensichtlich überflüssigen Maßnahmen“ einen Befreiungsantrag zu stellen. Auch Geschäftsleiter Thomas Müllinger sah darin lediglich „bürokratische Maßnahmen“. Er machte aber auch klar, dass die Gemeinde dazu verpflichtet sei und sich dem nicht entziehen könne.

Gegen die Stimme von Dr. Enzinger stimmte das Gremium schließlich für einen entsprechenden Vertrag mit der „Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern“, um die Forderungen zu erfüllen.

Die Haushaltsmittel dazu sollen für 2017 vorgemerkt werden. vd

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