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BEZAHLBARER WOHNRAUM

Gegen horrende Mieten im Kreis Traunstein: Erstes überkommunales Wohnbauprojekt ist fertig

Am Campus Chiemgau in der Nähe des Traunsteiner Bahnhofs soll ein Apartmenthaus entstehen. Foto: Landratsamt
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Am Campus Chiemgau in der Nähe des Traunsteiner Bahnhofs soll ein Apartmenthaus entstehen.

Der Traunsteiner Zweckverband Heimat.Chiemgau hat viele Maßnahmen in der Pipeline, um bezahlbaren Wohnraum in der Region zu schaffen. Im Blick hat man dafür zunächst Mitarbeiter der Kliniken, Studenten und Azubis, die dann nicht auf den freien Wohnungsmarkt drängen.

Traunstein – Zu seiner ersten Sitzung nach der Umstrukturierung ist der Zweckverband Heimat.Chiemgau in Traunstein zusammengekommen. Landrat Siegfried Walch, zugleich Vorsitzender, äußerte seine Hoffnung auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, um das Ziel des Verbandes zu erreichen: „Wohnraum zu schaffen, und zwar keine Sozialwohnungen für Personen mit Wohnberechtigungsschein, sondern kommunale Wohnungen für eine breite Bevölkerungsschicht“.

Der Freistaat Bayern hatte das Kommunale Wohnungsförderungsprogramm (KommWFP) aufgelegt, um neuen Wohnraum zu schaffen und dabei die Mietpreise verträglich zu gestalten.

86 Wohneinheiten sind im Entstehen

Der Staat gewährt einen Zuschuss von 30 Prozent auf die Herstellungs- und Grundstückskosten. Zudem können zinsverbilligte Darlehen über die BayernLabo abgerufen werden. „Bei einer Zinsbindung auf 20 Jahre beträgt der Zinssatz aktuell nur 0,2 Prozent“, berichtete Walch.

Aktuell laufen intensiv die Planungen für eine Wohnanlage auf dem früheren Kasernengelände in Traunstein, die primär für Mitarbeiter des Klinikums gedacht ist. Im ersten Bauabschnitt sind 48 Wohneinheiten vorgesehen, im zweiten Abschnitt 38 Wohneinheiten. In der Tiefgarage sollen 52 Stellplätze entstehen.

Weil besonders energieeffizient gebaut wird, fließen auch Fördergelder vom Bund. Die Warmwasserversorgung könne beispielsweise fast komplett über die Hackschnitzelanlage samt Blockheizkraftwerk von der nahen Berufsschule III aus gestemmt werden, so Martin Aschauer, Leiter des Sachgebiets Hochbau im Landratsamt.

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Auch wenn es sich in erster Linie um ein Personalwohnheim handle, profitierten letztlich alle Wohnungssuchenden von dem Bau, „weil die Klinik-Mitarbeiter nicht auf den freien Wohnungsmarkt drängen“, ergänzte Walch. Den Grund bestmöglich auszunutzen sowie energetisch auf dem neuesten Stand, qualitativ hochwertig und trotzdem bezahlbar zu bauen – diese Grundsätze gelten laut dem Vorsitzenden für alle Projekte.

Unter anderem laufen die Planungen für ein Schülerwohnheim und ein Boardinghaus am Campus Chiemgau auf dem nordwestlichen Bahnhofsgelände in Traunstein. Dort soll ein Apartmenthaus mit rund 120 Wohneinheiten für Berufsschüler, Studenten und Azubis samt Tiefgarage entstehen. Baubeginn soll Ende 2022/Anfang 2023 sein.

Förderungen bestmöglich nutzen

In Schnaitsee und Ruhpolding liegen Entwürfe für neue Bebauungspläne vor. Die Planung in Ruhpolding sieht ein Gebäude mit Tiefgarage und neun Wohneinheiten vor, mit der Option eines zweiten Bauabschnitts mit zwölf Wohneinheiten.

Umso wichtiger sei es, die großzügigen Förderungen bestmöglich auszunutzen, ergänzte Walch: „Diese versetzen uns erst in die Lage, dass wir solche Projekte leisten können.“ Man arbeite deshalb auch eng mit der kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft zusammen: „Wer die meisten Fördergelder abrufen kann, realisiert dann die Maßnahme.“ In diesem Zusammenspiel werde man in den nächsten Jahren viele weitere Projekte „auf die Straße bringen“.

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Das Gremium erledigte ferner etliche Formalien: So wurde eine Geschäftsordnung erlassen, die unter anderem die Aufgabenverteilung zwischen Verbandsversammlung, -ausschuss und Verwaltung regelt. Der Verbandsausschuss fällt grundsätzliche Entscheidungen über Bauvorhaben, Planungsaufträge und Vergaben mit einem Wert von über 100.000 Euro.

Nachtragshaushalt beschlossen

In den Ausschuss wurden die Bürgermeister Thomas Kamm (Siegsdorf), Justus Pfeiffer (Ruhpolding), Thomas Schmidinger (Schnaitsee) und Johann Schild (Fridolfing) bestellt. Mit der Prüfung der Jahresabschlüsse wurde Christian Salzberger beauftragt.

Schließlich beschloss die Versammlung einen Nachtragshaushalt fürs laufende Jahr, weil im Etat gut eine Million Euro für Grunderwerb am Alten Sportplatz in Übersee eingeplant waren. Das Projekt kann aus dem Haushalt entnommen werden, da die Gemeinde entschieden hat, das Projekt selbst zu realisieren. Dafür wird der Grunderwerb für die Baumaßnahme in Ruhpolding eingestellt, der ursprünglich erst im Jahr 2022 vorgesehen war. (re)

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