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Ein Soldat mit Kreislaufversagen ausgeflogen

Gebirgsjäger proben in Traunstein und am Berg den Ernstfall

Gebirgspioniere bauen mit vereinten Kräften einen Steg zur anderen Uferseite auf.
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Gebirgspioniere bauen mit vereinten Kräften einen Steg zur anderen Uferseite auf.

Schwere Fahrzeuge der Bundeswehr rollten in Kolonnen Richtung Traunstein, auf dem Bundeswehrgelände in Kammer kommt es immer wieder zu Gefechten, aus dem Bergwald steigt gelber Rauch auf – die derzeitige Übung der Gebirgsjägerbrigade der Bundeswehr ist kaum zu übersehen.

Traunstein – Nachdem die Gebirgsjäger vor kurzem in vielen langen Kolonnen ihre Kaserne verlassen und auf dem Truppenübungsplatz Kammer einen Raum bezogen haben, begann nun die Angriffsphase der Übung. Das geht aus einer Mitteilung der Gebirgsjägerbrigade hervor. Bei der Übung war die Reiteralpe eingenommen und anschließend gegen einen fiktiven Feind verteidigt worden.

35 Fahrzeuge auf dem Weg nach Kammer

Es vibrierte das Gebäude, als im Stundentakt Kolonnen aus bis zu 35 Fahrzeugen, darunter Kettenfahrzeuge und große Radpanzer, aus der Wache der Reichenhaller Kaserne Richtung Kammer fuhren. Aus den Luken schauten Soldaten mit geschwärzten Gesichtern, die Waffen in Anschlag.

„Vergangene Ereignisse wie die Annexion der Krim haben gezeigt, dass wir den Fokus wieder mehr auf die Landes- und Bündnisverteidigung legen müssen“, erklärt Brigadegeneral Maik Keller, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 die Notwendigkeit der Übung. Er fügt an: „Das Zusammenspiel so vieler Kräfte unter den schwierigen Bedingungen des Gebirgskampfes muss geübt werden.“

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Laut seinen Schilderungen bezogen die Soldaten ihre Stellungen im Gelände und planten von dort aus das weitere Vorgehen. Keller dazu: „Die Belastung der 1500 Übungsteilnehmer wird hoch sein und auch das Wetter spielt eine große Rolle. Aber die Leidensfähigkeit der Gebirgsjäger ist hoch, sie sind diese Strapazen gewöhnt.“

Am Tag habe man die Gebirgsjäger auf dem Truppenübungsplatz in Traunstein/Kammer kaum entdecken könne. Es regnete, die Männer und ihre Fahrzeuge seien bestens getarnt im Gelände versteckt gewesen und hätten in alle Richtungen gesichert.

„In den Gefechtsständen wird eifrig gefunkt und an Landkarten gezeichnet“, schildert die Gebirgsjägerbrigade. „Heute Nacht haben uns Spähtrupps des Feindes besucht“, wird der Zugführer des Hochgebirgsjägerzuges zitiert. „Die wollen herausfinden, wo wir sind und wie stark wir sind. Wir konnten unsere Stellungen natürlich halten, aber die Anspannung steigt. Wir müssen immer mit Feindberührung rechnen“.

Übungsgefechte setzen den Major unter Strom

Im Verlauf des Tages sei es im Zuge der Übung immer wieder zu kleinen Gefechten mit angenommenen Feindkräften gekommen. „Funker, fragen Sie nach wann die Pioniere mit ihrer Brücke kommen!“, so Major Andreas Müller-Romminger, in der Übung, der Chef der vierten Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 sei unter Strom gestanden.

Gegen 6 Uhr habe er mit seinen Soldaten und allen Fahrzeugen einen Platz in der Nähe des Weißbachs erreicht und die Soldaten waren dann zu Fuß unterwegs – schwer bepackt mit Waffen, Munition, persönlicher Ausrüstung zum Biwakieren und acht Litern Wasser pro Soldat. Auf dem Weg zum steilen Anstieg auf das Ristfeuchthorn habe zuerst der Weißbach überquert werden müssen.

Die Gebirgspioniere schleppten laut Bericht sperrige Teile heran, setzten sie in wenigen Minuten zu einem langen Steg zusammen und schoben ihn mit vereinten Kräften über eine Rolle ans andere Ufer. Kurze Absprachen, Deuten in der Landkarte und die Soldaten seien über den Steg gehuscht.

Kreislaufversagen: Schnelles Handeln erforderlich

Beim Aufstieg sei ein Soldat wegen Kreislaufversagen ausgefallen und nur noch schwer ansprechbar gewesen, schnelles Handeln sei erforderlich gewesen. „Hektik kann jetzt niemand gebrauchen“, schildern die Gebirgsjäger die Übungssituation in ihrem Bericht. Sanitäter und Arzt hätten gleich eingegriffen. Da es in diesem Gelände zu lange dauern würde, den Mann am Boden ins Tal zu bringen, sei der Hubschrauber angefordert worden.

Gelber Rauch steigt aus dem Wald auf

Ein Rauchkörper ist laut Schilderung geworfen worden und eine gelbe Wolke stieg aus dem Wald auf. Der angenommene Verletzte sei an einer Winde nach oben gezogen und an Bord genommen worden. Extra für die Übung sei der Rettungshubschrauber stationiert worden.

Die Rettungskette habe in der Übung reibungslos funktioniert, das sei im Gebirge wesentlich. „Die Soldaten sind seit Tagen draußen, sind großen Strapazen ausgesetzt, schlafen kaum und das schwere Gepäck tut das Übrige“, erklärt Müller-Romminger in dem Bericht. Der Aufstieg ging dann noch bis zum Biwakplatz in 1 350 Höhenmetern weiter. (re)

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