Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


SEIT 1961 BESTEHENDE SERIE ZU ENDE

Gaufest 2021 in Reit im Winkl abgesagt

Bewerbungsrede für das Gaufest 2021: Hans Bauhofer, damals Vorsitzender des Trachtenvereins „Dö Koasawinkla“ Reit im Winkl, in der Gaufrühjahrsversammlung im April 2019 in der Seegatterl Alm.
+
Bewerbungsrede für das Gaufest 2021: Hans Bauhofer, damals Vorsitzender des Trachtenvereins „Dö Koasawinkla“ Reit im Winkl, in der Gaufrühjahrsversammlung im April 2019 in der Seegatterl Alm.
  • VonJosef Hauser
    schließen

Die Corona-Pandemie macht einen Strich durch die Rechnung: Der Trachtenverein „Dö Koasawinkla“ hat das im Juli geplante Gaufest 2021 des Chiemgau-Alpenverbandes im Bergdorf abgesagt.

Reit im Winkl – Jetzt steht es fest: Angesichts der Entwicklung der Corona-Pandemie in Bayern hat der Trachtenverein „Dö Koasawinkla“ Reit im Winkl jetzt das traditionell für den letzten Sonntag im Juli geplante Gaufest 2021 des Chiemgau-Alpenverbandes im Bergdorf ab.

Damit geht auch die seit 1961 bestehende Serie zu Ende, dass dieses Gaufest alle 20 Jahre in Reit im Winkl stattfindet.

Am 26. April 2019 fand die Gaufrühjahrsversammlung des Chiemgau-Alpenverbandes in Reit im Winkl in der „Seegatterl Alm“ statt. Dabei erhielt nach einer beherzt vom damaligen Vereinsvorsitzenden Hans Bauhofer vorgetragenen Bewerbungsrede der GTEV „Dö Koasawinkla“ einstimmig den Zuschlag für die Ausrichtung des Gaufestes 2021, verbunden mit seinem 120. Gründungsjubiläum. Tragischer weise ist Hans Bauhofer dann gut drei Monate später im Alter von nur 42 Jahren verstorben.

Entwicklung der Pandemie sehr genau verfolgt

Jetzt gab der inzwischen gegründete Festausschuss mit Festleiter Roland Klein und Vereinsvorsitzender Graz Mühlberger bekannt, dass in den vergangenen Monaten die Entwicklung der Pandemie in Bayern sehr genau verfolgt worden sei. Weiter schreibt er: „Immer neue Rekordwerte wurden in den Medien veröffentlicht, und die damit einhergehenden Beschränkungen durch die Regierung von Oberbayern machten eine produktive und sinnvolle Arbeit im Festausschuss, wie auch in den anderen Gremien des Trachtenvereins, kaum mehr möglich.“

Zeltverleiher verlängert Stornofrist

Zum Ende des vergangenen Jahres gewährte den weiteren Ausführungen zufolge der Zeltverleiher Manfred Pelzl dem Verein eine Verlängerung der Stornofrist. Durch seine Kulanz konnte die Entscheidung über eine Absage des Gaufestes in Reit im Winkl ins Frühjahr 2021 vertagt werden. Dadurch erhoffte sich der Festausschuss, die Lage für den Sommer besser einschätzen zu können.

Weiter heißt es in der Mitteilung: „Leider haben sich die Chancen für unser Fest nicht wirklich verbessert, somit haben wir uns im Festausschuss – schweren Herzens – für eine Absage des Gaufestes 2021 in Reit im Winkl entschieden.“ Zum einen sei die Wahrscheinlichkeit einer behördlichen Genehmigung für eine Veranstaltung dieser Größenordnung ohne Auflagen sehr gering, zum anderen „ist ein Gaufest mit Hygieneauflagen in unseren Augen nicht durchführbar“.

Dem Gaufest nicht den einzigartigen Charakter nehmen

Außerdem würde man dem Gaufest dann seinen einzigartigen Charakter nehmen, wenn man nicht wie gewohnt „zammkemma“ könne.

Mit dieser Absage will sich der Trachtenverein „Dö Koasawinkla“ aber nicht abfinden, ganz nach dem Motto: „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“.

In Abstimmung mit der Gauvorstandschaft will sich der Verein erneut um die Ausrichtung des Gaufestes des Chiemgau-Alpenverbands bewerben. Die Vergabe erfolgt dann wieder bei einer Gauversammlung.

Blick in Gaufest-Geschichte des GTEV „Dö Koasawinkla“ Reit im Winkl

1961 richtete der im Jahr 1901 gegründete und 1946 vom Gauverband I zum Chiemgau-Alpenverband gewechselte Trachtenverein GTEV „Dö Koasawinkla“ Reit im Winkl anlässlich seines 60. Vereinsjubiläums zum ersten Mal ein Gaufest des Chiemgau-Alpenverbandes aus. Dazu wurde die alte Fahne von 1911 renoviert. Beim Festzug beklatschten 13 000 Besucher die beteiligten 2500 Trachtler und elf Musikkapellen. Sein 80. Gründungsfest feierte der Verein mit einer Festwoche vom 24. Juli bis 2. August 1981 im Festzelt auf der Wirtsgwandn. Höhepunkt dabei war das 45. Gaufest des Chiemgau-Alpenverbandes.

Festsonntag ein Markstein

Der Festsonntag am 26. Juli war ein Markstein nicht nur in der Geschichte der Koasawinkla, sondern auch in der des Chiemgau-Alpenverbandes, wie es der damalige Gauvorstand Otto Dufter beim Festausklang im Zelt ausdrückte. Die nach Schätzung der Polizei über 25 000 Zuschauer beim Festzug und die 17 860 verkauften Festabzeichen sind auch noch bis heute im Gau unübertroffen. Nach weiteren 20 Jahren feierte dann der Reit im Winkler Trachtenverein wieder im Zusammenhang mit einem Gaufest sein 100-jähriges Bestehen, dazu der Chiemgau-Alpenverein sein 75-Jähriges. Bei der Festmesse, wie schon 1961 und 1981 auf dem Pankratiushügel am Grünbühel, weihte Domvikar Wolfgang Huber die zu diesem Fest angeschaffte neue Vereinsfahne. Über 3500 Teilnehmer gab es dann beim Festzug am Nachmittag, darunter 19 Musikkapellen sowie 29 Motivwagen und Kutschen. sh

Kommentare