Gans – schön nervig

Graugänse suchen gern auf den Wiesen des Rimstinger Strandbads nach Nahrung. Ihre Hinterlassenschaften sind ein Ärgernis für die Badegäste. Archiv Thümmler

Rimsting – Eindringlich hat Bürgermeister Josef Mayer in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft an die Jäger appelliert, mehr gegen die Graugänse zu tun.

Die Tiere, deren Zahl Mayer zufolge von Jahr zu Jahr steigt, verunreinigen die Wiesen der Bauern und die Strandanlage der Gemeinde am Schafwaschener Winkel.

Die Wiesen werden als Futterquelle für die Tiere der Landwirte wegen der großen Kotmengen unbrauchbar.

Badegäste finden im Sommer auf den Liegewiesen mitunter kaum noch einen sauberen Platz, um ihr Badetuch oder ihre Decke auszubreiten. Barfuß gehen gerät zum Slalomlauf.

Mayer sprach von einem „unhaltbaren Zustand“. Es müsse etwas passieren. In den Abendstunden versammeln sich oft weit über 100 Gänse auf den Wiesen in Schafwaschen.

Vor gut zehn Jahren hatte die Gemeinde Rimsting bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, als sie einen Ein-Euro-Jobber als sogenannten Gänsevergrämer engagierte, der die Tiere immer wieder verjagte. Die bisherigen Jäger hatten sich mit Maßnahmen gegen die Gänse zurückgehalten und unter anderem Sicherheitsbedenken als Grund angeführt.

Auch in den Morgen- und Abendstunden seien Spaziergänger und Jogger unterwegs, es sei daher nicht möglich, Gänse zu schießen.

Die Gemeinde hatte zeitweise deshalb in Absprache mit den Revierpächtern einen Jäger aus Stephanskirchen engagiert, berichtete Mayer auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung. Dieser habe nicht nur Tiere geschossen, sondern mit einem dressierten Greifvogel versucht, die Gänse zu erschrecken und zu vertreiben. Dieser Jäger stehe aber inzwischen nicht mehr zur Verfügung.

Die Jäger sicherten Mayer in der Versammlung Hilfe bei der Vergrämung der Graugänse zu, besonders der neue Jagdpächter für Rimsting-Ost, Hans Mayer. Er hat von seinem Wohnsitz fast Sichtkontakt zur Strandanlage.

Der bisherige Pächter für Rimsting-Ost hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr immerhin zwölf Graugänse in seinem Revier geschossen.

Im Gespräch mit der Redaktion stellte Mayer als Zusatzmaßnahme auch eine neuerliche Vergrämungsaktion in Aussicht.

Der frühere Rimstinger Gänsevergrämer kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr eingreifen. Mayer zeigte sich offen und flexibel, sollte sich jemand melden, der die Gemeinde bei der Vertreibung der Gänse unterstützen möchte.

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