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Galerie-Umbau wird deutlich teurer

Ein verglaster Außenaufzug und eine verkleidete Terrasse mit außen angebauter Treppe als zusätzlichem Fluchtweg: So soll die Westseite der Galerie nach dem Umbau aussehen. Markt Prien
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Ein verglaster Außenaufzug und eine verkleidete Terrasse mit außen angebauter Treppe als zusätzlichem Fluchtweg: So soll die Westseite der Galerie nach dem Umbau aussehen. Markt Prien

In jüngerer Vergangenheit hat der Markt Prien dank der Ideen seiner findigen Mitarbeiter mehrfach viel Geld bei Baumaßnahmen eingespart. Allein bei der neuen Kanalisation in Stock Nord waren es laut Bürgermeister Jürgen Seifert 1,5 Millionen Euro im Vergleich zur ersten Schätzung und zu ursprünglichen Angeboten.

Die Galerie im alten Rathaus wird negativ aus diesem Einspar-Rahmen fallen. Ihr Umbau dürfte deutlich teurer werden als angenommen.

Prien – Für 450 000 Euro soll die Galerie bis Sommer 2016 umgebaut werden. Ein Außenaufzug und ein neuer, mittiger Eingangsbereich sind nur zwei Details des Gesamtpaketes, mit dem der bedeutendste Ausstellungsort in Prien noch attraktiver werden soll. Das war bisher die offizielle Sprachregelung.

Seit der Bürgerversammlung im großen Kursaal (wir berichteten bereits) ist von anderen Summen die Rede. Allein ein Ortstermin mit behördlichen Brandschutz-Aufsehern habe den Ansatz um 50 000 Euro erhöht, Schäden an der Holzkonstruktion des fast 120 Jahre alten Dachstuhls und Probleme bei der „Gründung“ des Gebäudes kommen als weitere Preistreiber hinzu. In seiner Sitzung Mitte Dezember soll sich der Marktgemeinderat mit den Kostensteigerungen beschäftigen, kündigte Seifert an. Die aktuellen Prognosen landen jenseits der 600 000-Euro-Marke, was dem Bürgermeister „mittlerweile ein paar Sorgenfalten“ beschert. Auch der Kulturförderverein, der sich an den Kosten für Planung und Bau zu einem Drittel beteiligt und aus dessen Reihen auch der Architekt des Umbaus kommt, dürfte wenig erfreut sein über die Entwicklung.

Zeitplan für Neueröffnung gefährdet

Sie könnte zudem den Zeitplan durcheinanderbringen. „Schau mer mal“, hielt es Seifert mit der unverbindlichen Floskel von Franz Beckenbauer, als er den anvisierten Wiedereröffnungstermin im Juni oder Juli nächsten Jahres in Erinnerung rief. Für die Planung künftiger Ausstellungen dürfte das unsichere Zeitfenster auch nicht förderlich sein.

Im krassen finanziellen Kontrast zum Sorgenkind Galerie stehen mehrere Baumaßnahmen, die weit weniger gekostet haben als ursprünglich kalkuliert. Seifert nannte im Kursaal vor allen anderen die neue Kanalisa tion für Stock-Nord mit Pumpenhaus und gut einem Kilometer langer Anbindung an den Chiemsee-Ringkanal. 3,4 Millionen Euro schwer war ein Angebot nach der ersten Ausschreibung, die dann aufgehoben wurde. In den gemeindlichen Werken wurden alsdann in Eigeninitiative alternative Lösungen ersonnen. Am Ende kostete die neue Kanalisation für den Markt Prien „nur“ 1,9 Millionen Euro.

Die neue Wasserleitung zwischen Wildenwart und Hendenham (Prien ist per Vertrag mit Frasdorf für die Versorgung dort verantwortlich), die im Zuge des Staatsstraßenbaus heuer realisiert wurde, nannte Seifert als weiteres Beispiel für den Sparsinn seiner Mitarbeiter. 142 000 Euro wurden ausgegeben, angesetzt waren einmal 350 000 Euro.

Überhaupt nutzte das Gemeindeoberhaupt die Bürgerversammlung, um das kommunale Personal zu loben. Inklusive ihrer Töchter Prien Marketing und Chiemsee Marina GmbH beschäftigt die Marktgemeinde immerhin über 130 Personen. Allein in der Verwaltung im Rathaus ist die Personal decke mit 34 seit zehn Jahren nahezu unverändert „und die Qualität hat sicher nicht gelitten“, war Seifert überzeugt von der Bürgerfreundlichkeit seiner Mannschaft.

Aber: „Die personellen Grenzen waren erreicht oder sogar überschritten“, machte er kein Geheimnis daraus, dass zumindest in bestimmten Abteilungen das Personal zuletzt überlastet war. Auf Empfehlung eines eigens gegründeten Kompetenzteams reagierte der Marktgemeinderat und genehmigte zwei neue Stellen, für den Bürgermeister eine „zielführende und wegweisende Entscheidung“.

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