Fußballer des TuS Prien freuen sich aufs Training: „Endlich wieder einen Ball unterm Fuß“

Mit Abstand und ohne Körperkontakt: So ähnlich könnte das erste Training in Corona-Zeiten am Dienstag Abend aussehen. Die Aufnahme stammt aus dem Archiv der TuS-Fußballer. privat

Prien – „Die Jungs brauchen endlich wieder einen Ball unter dem Fuß.“ Andrea Fischer hat Entzugserscheinungen bei den „Jungs“ beobachtet.

Die Abteilungsleiterin der Fußballer des TuS Prien hat mit ihrem Führungsteam und der TuS-Gesamtvorstandschaft in den vergangenen Tagen ein umfangreiches Hygienekonzept entwickelt. Die 14 Mannschaften der Abteilung sollen so schnell wie möglich wieder auf den Platz gelassen werden.

Breitensport im Freien ist ab 18. Mai wieder erlaubt. Der TuS will die Abteilungen, die davon profitieren, etappenweise wieder in den Trainingsbetrieb zurückholen. Aber bis das Sportabzeichentraining von Ingrid Ziegmann oder die Übungeseinheiten der Leichtathleten wieder anlaufen, dauert es noch etwas, sagt TuS-Vorsitzender Christian Fellner. Der Verein hat für Mai und Juni einen Belegungsplan für Hartplatz, Trainings- und Hauptplatz sowie die Tartanbahn im Sportpark auf die Beine gestellt. Er entspricht etwa dem Plan aus der Vor-Corona-Zeit.

Aber die Bedingungen sind gewöhnungsbedürftig. „Ein normales Training ist nicht möglich“, konstatiert Fischer. In einem Rundschreiben an die Mitglieder der Abteilung hat sie appelliert, die umfangreichen Hygienevorgaben genau einzuhalten, um die schrittweise Rückkehr zur Normalität nicht zu gefährden. „Diese ersten Freiheiten bringen eine große Verantwortung für uns alle mit. Je mehr wir dieser Verantwortung nachkommen, desto eher können weitere Erleichterungen auf dem Weg zu einem regulären Spielbetrieb vorgenommen werden. Das Virus können wir nur gemeinsam bezwingen – im Team!“, schreibt die Abteilungsleiterin an Spieler, Trainer und Eltern der Nachwuchskicker.

Umkleidekabinen und Duschen müssen geschlossen bleiben

Ihr Hygienekonzept, die Voraussetzung für den Beginn von Training im Freien, umfasst mehrere Seiten. Eine der wichtigsten Einschränkungen, mit denen sich die Fußballer arrangieren müssen: Umkleidekabinen und Duschen müssen geschlossen bleiben, die Spieler sollen nicht in Fahrgemeinschaften und fertig angezogen fürs Training kommen. Desinfektionsmittel stellt die Abteilung bereit. Die Toiletten werden geöffnet. Außerhalb der Trainingseinheiten gilt auf dem gesamten Trainingsgelände Maskenpflicht, Zuschauer sind nicht erlaubt.

Für die Übungseinheiten selbst gibt es strenge Auflagen. Der obligatorische Mindestabstand ist auch beim Fußballtraining Pflicht, Körperkontakt ist tabu.

Und es geht sogar noch weiter: Bälle dürfen nicht in die Hand genommen werden und Kopfbälle sind auch nicht erlaubt. Deshalb gehören zum Beispiel auch Eckbälle nicht zum Übungsprogramm.

Pro Platzhälfte dürfen höchstens zwei Kleingruppen mit je vier Spielern plus einem Trainer aktiv sein.

Trotz aller Einschränkungen, die richtiges Fußballspielen unmöglich machen, glaubt Fischer, dass die Freude bei den Fußballern überwiegt, endlich wieder auf den grünen Rasen zu dürfen. „Die Jungs sind alle ganz scharf drauf, wieder aufs Feld zu dürfen“, weiß die Abteilungsleiterin.

Die erste und zweite Herrensmannschaft spielen am Dienstag ab 19 Uhr die Versuchskaninchen. Bis nach den Pfingstferien möchte die Abteilungsleitung möglichst alle 14 Mannschaften schrittweise wieder an den Trainingsbetrieb heranführen.

Technik, Taktik und Kondition sollen Schwerpunkte der Übungseinheiten sein. Das Trainerteam habe schon Pläne entwickelt, berichtet Fischer und nennt als Beispiel Fußballtennis als möglichen Bestandteil des Trainings.

Wann weitere TuS-Abteilungen den Trainingsbetrieb im Freien aufnehmen, stehe noch nicht fest, sagt Vereinschef Fellner. Es gibt aber auch schon klassische Hallensportler, die darüber nachdenken, raus zu gehen. So sind die TuS-Handballer laut Fellner dabei, sich ein Konzept zu überlegten.

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