GEMEINDERAT

Funke zündet für Fernwärme in Rottau

Die Wärmeversorgung Grassau ist ein Erfolgsmodell. Nun soll ein solches Fernwärme-Heizwerk auch in Rottau entstehen. Zuständig wird das Kommunalunternehmen sein.
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Die Wärmeversorgung Grassau ist ein Erfolgsmodell. Nun soll ein solches Fernwärme-Heizwerk auch in Rottau entstehen. Zuständig wird das Kommunalunternehmen sein.
  • vonTamara Eder
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Die geplante Wärmeversorgung im Ortsteil Rottau mittels Fernwärme kann wirtschaftlich betrieben werden, so lautete die Nachricht in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung in Grassau.

Grassau – Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) berichtete über die Sitzung des Verwaltungsrats, der sich mit dem Projekt beschäftigt hatte. Auf Nachfrage informierten Bürgermeister Kattari und der Vorstand des Kommunalunternehmens Grassau, Sebastian Stephan, über den Stand der Planung und die Vorteile.

Kunde zahlt 8,5 Cent je Kilowattstunde

Auf Basis der bislang eingetroffenen Interessensbekundungen könne das geplante Fernwärmewerk gebaut werden, so Kattari. Als Abgabepreis legte der Verwaltungsrat, der sich intensiv mit dem Projekt beschäftigt hat, 85 Euro je Megawattstunde, also 8,5 Cent je Kilowattstunde als Einstiegspreis fest. Die Rottauer Fernwärme werde vom Kommunalunternehmen Fernwärme Grassau geführt.

Nicht gewinnorientiert, aber Kosten müssen gedeckt sein

Das Kommunalunternehmen muss kostendeckend, aber nicht gewinnorientiert betrieben werden, so Sebastian Stephan. Der Abgabepreis sei eine Mischkalkulation aus mehreren Faktoren. Während bislang für den Abgabepreis in Grassau noch 35 Prozent Heizöl kalkuliert wurde, da Öl bei der Spitzenlast und während der Reinigung gebraucht wurde, wird dieser Faktor auf nunmehr zehn Prozent zurückgesetzt.

Lieferpreis für die Wärme bleibt relativ konstant

Dies habe große Vorteile, denn der Ölpreis ist starken Schwankungen unterworfen.Damit bleibe der Lieferpreis für die Megawattstunde Wärmeenergie relativ konstant. Vorteilhaft seien auch die monatlichen Abschlagszahlungen. Wer Pellets oder Heizöl einkaufe, müsse normalerweise einen größeren Betrag auf einmal zahlen. Die neue Kalkulation soll künftig auf die Fernwärme Grassau angewendet.

Um die Fernwärme Rottau wirtschaftlich betreiben zu können, müssten 3500 Megawattstunden an Wärmeenergie verkauft werden. Sobald diese Abnahmemenge vertraglich gesichert ist, kann mit der Planung des Bauwerks sowie der Leitungstrasse begonnen werden. Ziel sei es, den Rottauern bereits im Herbst 2022 Fernwärme liefern zu können.

Staat fördert Umstellung der Heizung mit 45 Prozent

Die Umstellung bestehender Heizungen auf Fernwärme werde mit 45 Prozent staatlich gefördert. Laut Stephan gibt es diese Förderung nicht nur für den Einbau der Fernwärme, sondern auch auf den Ausbau von Öltanks und Heizanlagen. Den Antrag müsse ein Energieberater stellen. Gefördert werde nur der Austausch von bestehenden Anlagen.

„Gelegenheit für Hausbesitzer ist günstig“

Notwendig sei, dass die Übergabestation ins Eigentum der Kunden geht. Trotzdem werde sich das Kommunalunternehmen 15 Jahre um die Übergangsstation kümmern.

„Die Gelegenheit ist günstig und für alle Hausbesitzer eine Chance auf umweltfreundliche Wärme umzustellen“. Er erklärte, dass eine spätere Nachverdichtung möglich ist, dies aber mit höheren Kosten einhergeht, da der Aufwand wesentlich höher ist. Die Gemeinde werde das Haus der Dorfgemeinschaft ebenfalls anschließen, informierte der Rathauschef.

Innovation Vorteil beim Dorfwettbewerb

Zeitlich, so Kattari, fällt das Vorhaben Fernwärme mit der Bewerbung „Unser Dorf hat Zukunft“ zusammen, denn bei diesem Wettbewerb werden zukunftsorientierte Innovationen gewürdigt. Im Hinblick auf das Prädikat „Luftkurort“ stelle die Fernwärme eine sehr gute Ergänzung dar, denn umweltschädliche Ölheizungen mit Kohlendioxid-Ausstoß könnten reduziert werden.

Leitungen und Heizkörper werden weiterverwendet

Bestehende Leitungen und Heizkörper werden weiterverwendet, erklärte Stephan. Auch hob er die Bedeutung der Fernwärme für den Tourismus in Rottau hervor, denn ein Anschluss könne werbewirksam dargestellt werden.

Die Anlage solle mit einer Leistung von 1,5 Megawatt gebaut werden und entspricht damit etwa einem Viertel der Grassauer Fernwärmeanlage. Mit dieser Größe sei ein Puffer für die Zukunft eingerechnet.

Rottauer Hausbesitzer können sich von Werksleiter Sebastian Stephan kann unter der Nummer 0 86 41/ 40 08 24 beraten lassen.

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