Für 2. Welle gerüstet: Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern meistern Corona-Krise und Regelbetrieb

Die Pflegekräfte arbeiten an den Kliniken Südostbayern teils in Schutzkleidung. KSOB
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Die Pflegekräfte arbeiten an den Kliniken Südostbayern teils in Schutzkleidung. KSOB

An den Kliniken Südostbayern (KSOB) hat sich wieder eine Routine eingespielt. Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher blickt auf eine bewegte Zeit zurück und zieht Bilanz. Auch für einen Anstieg von Corona-Infektionen haben sich die KSOB bereits gerüstet.

Von Ina Berwanger

Traunstein – Während viele Menschen Corona in den Sommerferien nahezu vergessen, gehen viele Menschen aus Sorge vor einer Ansteckung nicht zum Arzt. „Jeder, der medizinische Hilfe braucht, sollte und kann ruhigen Gewissens einen Arzt oder eine unserer Kliniken aufsuchen“, sagte Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG (KSOB).

Deutschlandweit spüren Praxen und Krankenhäuser die Zurückhaltung vieler Patienten. Menschlich verständlich, dennoch verträgt nicht jede Erkrankung einen Aufschub. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie selbstverständlich immer. „Wir waren während des Lockdowns in der Notfallversorgung betriebsfähig“, sagte Gretscher.

Rückkehr in neuen Regelbetrieb

„Lediglich planbare und verschiebbare Eingriffe wurden verschoben oder vorübergehend abgesagt.“ Unmittelbar nach Abebben der akuten Phase Ende April und mit den ersten Lockerungen sei umgehend begonnen worden, das Angebot für den stationären wie für den ambulanten Betrieb wieder hochzufahren.

Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der KSOB, ist studierter Mediziner und Betriebswirt.

Eingriffe werden nachgeholt

Die Rückkehr in einen neuen Regelbetrieb erfolgte schrittweise. Bei aufgeschobenen Eingriffen zählte die Dringlichkeit, onkologische oder kardiologische Eingriffe hatten oberste Priorität. Um sie zu schützen, „kamen zuletzt die Angebote für unsere älteren und besonders sensiblen Mitbürger dazu“, sagte Gretscher.

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„Nach wie vor sind nicht alle Angebote und Einrichtungen voll in Betrieb, so startet die Kreisklinik Ruhpolding die Versorgung wieder in den Wochen nach Ende der Schulferien.“ Test-, Isolations- und Schutzmaßnahmen sollen die Sicherheit der Patienten garantieren.

Hoher Aufwand durch Corona

Für die Kliniken Südostbayern ein nicht unerheblicher Aufwand. Alle Patienten werden bei geplanten Aufnahmen vorab oder akut auf Covid-19 getestet und bis zum Vorliegen des Ergebnisses in einem Einbettzimmer untergebracht. „Bestätigte und hochgradige Verdachtsfälle versorgen wir in besonderen, abgetrennten Isolationsbereichen, so vermeiden wir eine Durchmischung von Patienten“, betont der Vorstandsvorsitzende.

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Dennoch sollte jeder Patient und Besucher die klassischen Hygieneregeln, Abstand halten und Mundschutz tragen weiterhin berücksichtigen. Für weitere Pandemiewellen sieht er den Klinikverbund bestens gerüstet. „Wir haben viele Prozesse und Bereiche unserer klinischen Versorgung angepasst, strukturell haben wir eher kein Problem“, sagte Gretscher.

Personal am Limit

Sorgen macht sich der Chef von rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hingegen um die Belastungen des Personals. „Irgendwann brauchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Regelbetrieb und Ruhe“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Er hofft auf einen geordneteren Ablauf einer zweiten Infektionswelle. Die Kliniken Südostbayern sind auf einen solchen Fall mit genügend Vorräten an Schutzmaterial vorbereitet.

Hohes Defizit durch Pandemie

Was in den letzten Monaten fehlte, waren Einnahmen, angesichts deutlich höherer Ausgaben. In drei Monaten seit dem Lockdown ist ein Verlust von rund sieben Millionen Euro entstanden. Zwar wird ein Teil des Defizits vom Staat aufgefangen. Gretscher hofft, dass die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land als Träger des Klinikverbundes nicht belastet werden, sondern der Bund einspringt.

Für den weiteren Umgang mit der Pandemie wünsche er sich von der Gesellschaft Verständnis und Unterstützung. „Unsere Mitarbeiter machen auch außerhalb der Pandemie einen hervorragenden Job“, sagte Gretscher.

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