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Holzbau zu teuer

Für Neubau eines Kinderhorts in Prien fehlt noch über eine Million Euro

Das Modell zeigt den Komplex der Franziska-Hager-Schulen mit dem dreigeschossigen Kinderhort ganz links. Das Gebäude soll ein Stockwerk höher werden als die Turnhalle rechts daneben. Durch die kompakte Bauweise soll trotz Raumangebot für sechs Hortgruppen der Baumbestand im Norden (links am Bildrand) am Rafenauer Weiher erhalten bleiben.
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Das Modell zeigt den Komplex der Franziska-Hager-Schulen mit dem dreigeschossigen Kinderhort ganz links. Das Gebäude soll ein Stockwerk höher werden als die Turnhalle rechts daneben. Durch die kompakte Bauweise soll trotz Raumangebot für sechs Hortgruppen der Baumbestand im Norden (links am Bildrand) am Rafenauer Weiher erhalten bleiben.
  • Dirk Breitfuß
    VonDirk Breitfuß
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Der Marktgemeinderat hat mehrheitlich dem Entwurf für den Bau eines sechsgruppigen Kinderhorts auf dem Areal der Franziska-Hager-Schulen zwischen Turnhalle und Rafenauer Weiher zugestimmt. Weil das Gebäude nun doch voll unterkellert werden soll, wird es teurer als bisher gedacht.

Prien – Architekt Bernd Püschel schätzte die Bruttokosten in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats im Chiemsee Saal auf knapp 5,7 Millionen Euro. Teile des Gremiums hatten einen Holzbau statt konventioneller Beton-Bauweise favorisiert. Dann würde der Hort aber Püschel zufolge noch mal 800.000 Euro teurer.

Nach jetzigem Stand klafft zur Finanzierung des Neubaus noch eine Lücke von 1,2 Millionen Euro. Wie sie geschlossen werden soll, ist unklar.

Ein dickes Fragezeichen steht auch hinter dem bisher anvisierten Eröffnungstermin im Herbst 2022. Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) sprach auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung von einem „sportlichen“ Zeitziel. „Ob der Termin zu halten ist, ist tatsächlich zweifelhaft.“

Separater Zugang ins Untergeschoss

Der Bau eines Kellers war schon im Vorgängergremium vor dem Beginn der neuen Legislaturperiode umstritten. Manche forderten aus Kostengründen einen Komplettverzicht, andere favorisierten eine teilweise Unterkellerung. Mit der Zustimmung zu Püschels neuem Entwurf hat sich der Rat nun doch zu einer vollständigen Unterkellerung durchgerungen. Ein Nutzungskonzept für das Untergeschoss, das einen eigenen Ein- und Ausgang bekommt, gibt es noch nicht.

Neben einem Mehrzweckraum für den Hort ist dort unten ein großer Multifunktionsraum geplant. Dort sollen vor allem örtliche Vereine zum Zuge kommen. Gabi Schelhas (SPD) regte an, die Lichtgräben durch ein Atrium zu ersetzen, um im Keller zum Beispiel Theater spielen zu können. Aus Priener Vereinskreisen, zum Beispiel von der Blaskapelle, gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Rufe nach neuen, größeren Räumlichkeiten.

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Die sechs Gruppenräume mit jeweils gut 60 Quadratmetern sind auf die drei oberirdischen Geschosse verteilt, ebenso sechs Zimmer für die Hausaufgabenbetreuung. Das gesamte Gebäude ist barrierefrei. Weitere Funktionsräume sind auf die Etagen verteilt, zum Beispiel eine „Verteilküche“ im ersten Stock. Zuschnitte und Belichtung der Räume sind so konzipiert, dass diese auch für eine gebundene Ganztagsschule geeignet wären, sollte diese in ein paar Jahren verpflichtend eingeführt werden, betonte der Architekt.

Der Hort wird durch einen verglasten Gang mit dem Umkleidetrakt der Turnhalle und so mit dem Schulkomplex verbunden. Die Ausmaße des Gebäudes hat der Architekt so kompakt geplant, dass der nahe Baumbestand erhalten bleiben kann, insbesondere nach Norden Richtung Rafenauer Weiher. Der funktionelle Entwurf fand mit 23:1 Stimmen eine große Mehrheit. Einzig Ulrich Steiner (Grüne) stimmte dagegen, weil er sich an dieser „prägnanten Stelle“ etwas „ästhetisch anspruchsvolleres“ gewünscht hätte.

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Bei der zweiten Entscheidung, ob konventioneller oder Holzbau, gingen die Meinungen auseinander. Püschel fände einen Holzbau „unheimlich charmant“, gab aber zu bedenken, dass dieser etwa 15 Prozent teurer werde als eine konventionelle Beton-Lösung. Friedrich, Zweiter Bürgermeister Michael Anner und dessen CSU-Fraktionssprecherin Annette Resch bedauerten, dass angesichts der Haushaltslage und anderer Projekte, für die Geld gebraucht wird, kein Holzbau infrage kommt. Sepp Schuster (AfD) zweifelte Püschels Kalkulation angesichts zuletzt rapide gestiegener Holzpreise an.

Energiereferent Leonhard Hinterholzer (Grüne) brach eine Lanze für den Baustoff Holz. Im Zweifelsfall sollte lieber auf dem Keller verzichtet werden, fand er. Michael Feßler (CSU) warb für einen Kompromiss mit natürlich abbaubaren Dämmstoffen, Peter Fischer (ÜWG) plädierte zumindest für hölzerne Elemente an der Fassade. „Die 800.000 Euro Mehrkosten können wir unseren Kindern ruhig mal gönnen“, fand Sonja Werner (Grüne).

14:10 Stimmen für konventionellen Bau

Am Ende setzten sich die Befürworter der günstigeren, konventionellen Variante mit 14:10 Stimmen durch. Dagegen stimmten die fünf Grünen, die beiden BfP-Räte, Schelhas, Michael Voggenauer (FW) und Johannes Dreikorn (CSU).

Nächster Schritt soll Friedrich zufolge nun der Bauantrag sein, während parallel die Fachplanungen mit dem Architekten fortgesetzt werden.

Der sechsgruppige Hort wird in konventioneller Bauweise nach Schätzungen von Architekt Bernd Püschel 5,67 Millionen Euro brutto kosten. Je nach Ausstattung, über die noch nicht entschieden ist, kann die Summe um fünf Prozent sinken oder noch steigen.

Laut Bürgermeister Andreas Friedrich gibt es bereits eine fixe Zusage über 3,045 Millionen Euro Förderung, die damit maximal ausgeschöpft ist.

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Im Haushalt der Gemeinde heuer sind 1,55 Millionen Euro, im Finanzplan für 2022 weitere 2,3 Millionen Euro für den Hort eingeplant. Aus dem Jahr 2019 stehen Haushaltsreste, also nicht ausgegebenes Geld, von 670.000 Euro zur Verfügung. Somit bleibt eine Deckungslücke von 1,2 Millionen Euro. Nicht berücksichtigt sind Haushaltsreste aus dem Jahr 2020, die noch nicht feststehen. Über die Finanzierung der bleibenden Lücke muss der Marktgemeinderat spätestens in seiner Klausur im Herbst beraten.

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