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TEURES LIEBHABEROBJEKT MITTEN IM CHIEMSEE

Für drei Millionen Euro zum Verkauf: Fischerhaus auf der Fraueninsel wird zur Luxusimmobilie

Drei Millionen Euro sind kein Pappenstiel, selbst mit dieser Aussicht. Die Wohnfläche beträgt laut Makler 280 Quadratmeter, die Nutzfläche knapp über 400 Quadratmeter, und die Fläche am Ufer 84 Quadratmeter.
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Drei Millionen Euro sind kein Pappenstiel, selbst mit dieser Aussicht. Die Wohnfläche beträgt laut Makler 280 Quadratmeter, die Nutzfläche knapp über 400 Quadratmeter, und die Fläche am Ufer 84 Quadratmeter.
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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  • Julia Volkenand
    Julia Volkenand
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Eine solche Immobilie sieht man nicht alle Tage auf dem Markt. Am Seeufer, aus dem Jahr 1900 wird ein Fischerhaus auf der Fraueninsel verkauft. Drei Millionen Euro sollte es kosten, am Freitag lautete die Preisinfo auf der Internetseite des Maklers „auf Anfrage“.

Frauenchiemsee – Ein benachbarter Architekt schüttelt ob er Millionensumme nur noch den Kopf und befürchtet Nachteile für die Einheimischen durch höhere Grundbewertungen und in Folge höhere Steuern im Falle einer Erbschaft.

Die Lage ist eine echte Seltenheit

Das Fischerhaus ist ein echter Blickfang mit seinen Schindeln und der pittoresken Terrasse. Das Hauptverkaufsargument der Immobilie dürfte allerdings ihre Lage sein. In dritter Reihe am Seeufer der Fraueninsel liegt das Häuschen – und ist damit eine echte Seltenheit. Vom Dachgeschoss aus blickt man über das Gewässer. Zu dem Haus kommen noch eine eigene Mole und ein Seeufergrundstück mit Terrasse dazu.

Das Fischerhaus wird momentan nur Bestandskunden angeboten

Immobilienmakler Oliver Herbst, der das Haus im Auftrag des Eigentümers anbietet, besucht seit seiner Kindheit regelmäßig die Fraueninsel, die er im Verkaufsvideo als Ort der Poesie und Magie beschreibt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der Makler, dass der Verkauf als so genannter „Secret Sale“ startete und zunächst nur per Newsletter an Bestandskunden verschickt worden sei.

Töpfereien, Fischereibetriebe und keine Autos

Gerade mal 250 Menschen wohnen laut Internetseite des Chiemsee Alpenland Tourismus derzeit fest auf der nur zwölf Hektar großen, autofreien Fraueninsel mit rund 50 Häusern. Das Inselflair prägten traditionelle Töpfereien, Fischereibetriebe und das Benediktinerinnenkloster sowie „malerisch gepflegte“ Häuser und Gärten.

Bei Erstwohnsitz gibt‘s die Motorboot-Berechtigung oben drauf

Die Insel selbst ist mit der Fähre erreichbar, wer flexibler sein möchte, sollte darüber nachdenken, die Immobilie als Erstwohnsitz anzumelden. Denn dann bekommt man beim Kauf eine Motorboot-Lizenz dazu.

Diese bleibt Fischereien und Inselbewohnern vorbehalten. Das Fischerhaus selbst wurde über mehrere Generationen von einer Fischer-Familie bewohnt, die letztlich aus beruflichen Gründen die Fraueninsel verließ.

Benachbarter Architekt hätte das Fischerhaus vor drei Jahren für 1,3 Millionen Euro kaufen können

Architekt Georg Wieland ist direkter Nachbar des Fischerhauses, seine Familie lebe schon in sechster Generation auf der Fraueninsel, erzählt er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Das Haus steht seiner Beobachtung nach seit circa drei Jahren leer, vorher sei es vermietet gewesen. Damals habe eine Immobilienfirma aus dem Großraum München das Haus gekauft. „Auch mir wurde es damals für 1,3 Millionen Euro angeboten“, so Wieland.

Hier finden Sie Immobilien aus der Region: OVB-Immobilienseite

Zwischenzeitlich sei von einem Architekten aus München eine Planung für das Haus erstellt worden. „Ich musste als Nachbar Stellung beziehen, da mein Haus denkmalgeschützt ist“, sagt Wieland. Das sei vor etwa einem Jahr gewesen. Er hat seitdem keine baulichen Tätigkeiten am besagten Fischerhaus beobachtet.

Gesprächsstoff auch auf der Fraueninsel

Dass es bis vor kurzem für drei Millionen Euro zum Verkauf stand, sorgt nicht nur in den Medien für Gesprächsstoff. Die Inselbewohner hätten zum Teil mit einem Schmunzeln, zum Teil aber auch mit gemischten Gefühlen darauf reagiert. Steigen die Preise derart, wirke sich das unweigerlich auf alle anderen Grundstücke der Insel aus, so Wieland.

Höherer Wert lässt Steuer steigen

„Die Grundbewertung auf der Insel ist in den vergangenen Jahren von 600 auf 2000 Euro gestiegen“, erzählt er. Wenn also Häuser und Grundstücke vererbt werden, dann seien von den Nachkommen entsprechend höhere Steuern zu bezahlen, so der Familienvater.

Außerdem ändere sich durch solche Verkäufe die „soziale Struktur“ auf der Insel. Schon jetzt wohnten „die Wenigsten“ ständig da.

Regelmäßig bekommen Inselbewohner Angebote

Er selbst erhält regelmäßig Angebote auch für sein Haus auf der Fraueninsel, in dem er lebt. „Schon meine Großmutter hat immer wieder mal erzählt, dass schon wieder einer da gewesen wäre, der einen Scheck hinlegen wollte.“

Im Gegensatz zum Fischerhaus soll sein Haus zu keinem Preis verkauft werden, so lange er das zu entscheiden hat: „Ich sehe mich als Treuhänder für meine Kinder.“

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