Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Psychische Erkrankungen nehmen zu

Corona verstärkt Probleme bei Kindern: Frühförderstelle in Grassau kommt an Kapazitätsgrenze

Bürgermeister Stefan Kattari und Marina Pfaffinger, Martin Mende-Döring, Hildegard Ramstötter und Renate Götze (v.l.).
+
Bürgermeister Stefan Kattari und Marina Pfaffinger, Martin Mende-Döring, Hildegard Ramstötter und Renate Götze (v.l.).
  • VonTamara Eder
    schließen

Die Frühförderstelle betreut derzeit rund 35 Kinder allein aus Rottau und Grassau. Insgesamt unterstützt die Einrichtung im südlichen Landkreis Traunstein knapp 200 Kinder. Psychische Auffälligkeiten nähmen bereits bei kleineren Kindern zu, erklärte Leiter Martin Mende-Döring vor kurzem bei einem Ortstermin.

Grassau – Die Pandemie habe diesen Trend noch verstärkt, so Mende-Döring, zu seinen Besuchern. Dies waren Bürgermeister Stefan Kattari (SPD), Renate Götze von der Familienstelle im Rathaus und Marina Pfaffinger vom örtlichen Schulverband.

Bestmögliche Chancen in der Gesellschaft

Die Familienstelle im Rathaus vermittelt Kontakte zu verschiedenen Hilfsangeboten. Dazu zählt die Frühforderstelle. Einem Kind die bestmögliche gesellschaftliche Teilhabe sowie Start ins Schulleben zu ermöglichen sei erklärtes Ziel, erklärte Mende-Döring. Finanziert werde die Frühförderung über den Bezirk Oberbayern und die Krankenkassen.

Der Kontakt erfolge über Kinderarzt, Kindergarten oder direkt über besorgte Eltern, berichtete der Leiter auf die Frage von Renate Götze. Eltern, die denken, dass sich ihr Kind in motorischer Hinsicht oder im Verhalten nicht altersentsprechend entwickeln, könnten sich unverbindlich beraten lassen. Das, so Mende-Döring, führe nicht automatisch zu einer Diagnostik oder Therapie und so manche Angst könne bereits beim Beratungsgespräch genommen werden.

Erstgespräch innerhalb weniger Tage

„Wir versuchen immer, dieses Erstgespräch so schnell wie möglich zu vereinbaren, meist innerhalb weniger Tage“, betont der Pädagoge. Entschieden sich die Eltern für eine Entwicklungsdiagnostik, könne mit dem jeweiligen Kinderarzt ein Förderbedarf festgestellt und Therapien besser geplant werden. Den Eingangsbefund erhielten der Arzt und die Eltern. Es gelte die Verschwiegenheitspflicht. „Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt die Therapie und die heilpädagogische Förderung übernimmt der Bezirk“, klärte der Experte auf.

Wie Martin Mende Döring informiert, sind in der Frühförderstelle mehrere Therapiebereiche integriert. Neben der Heilpädagogik stünden Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Grassau

Ein weiteres Angebot ist der Integrationsfachdienst, den in Grassau Hildegard Ramstötter bereits seit über 20 Jahren im Kindergarten Sankt Irmingard anbietet. Sie ist nicht nur in der Frühförderstelle tätig, sondern geht auch in den Kindergarten vor Ort. Dort gebe es eine Integrationsgruppe mit 15 Kindern, berichtete sie. Bei einem Drittel der Kinder bestehe höherer Förderbedarf.

Weitere Kleingruppen derzeit nicht möglich

Bürgermeister Kattari informierte, dass über den Betreuungsschlüssel nachgedacht werde. Derzeit seien weitere kleine Kindergartengruppen in Grassau nicht möglich. Es werde aber eine neue Kindertagesstätte gebaut und in drei Jahren, wenn die Erweiterung komme, könne auch über kleinere Gruppen diskutiert werden.

Bislang, so Götze, sei in der Familienstelle die Frühförderstelle noch nicht angefragt worden, die Eltern wenden sich offensichtlich direkt an das niedrigschwellige Angebot. Beim Neugeborenen-Treffen würden die jungen Eltern in einer Mappe über alle wichtigen Förderstellen und Einrichtungen informiert.

Die Delegation aus dem Rathaus zeigte sich jedenfalls angetan von der Einrichtung. Familienstelle und Frühförderung wollen sich künftig enger austauschen.

Seit einem Jahr in neuen Räumen mit Platz für verschiedene Angebote

Leiter der interdisziplinären Frühförderstelle, Martin Mende-Döring führte zunächst durch die Anfang 2020 neu bezogenen kindgerechten, farbenfrohen Räumlichkeiten. „Wir waren zunächst im Grassauer Zentrum, im Obergeschoss untergebracht. Die neuen Räumlichkeiten sind hervorragend, nicht nur ebenerdig und barrierefrei zu erreichen, sondern zudem auch hell und in ruhiger Umgebung“, erklärte er bei einem Ortstermin.

Den Umzug bezeichnete Mende-Döring als Glücksfall für die interdisziplinäre Frühförderstelle. Nun stünden auf 100 Quadratmetern Zimmer für Diagnostik und Elterngespräche, ein kleinerer Multifunktionsraum mit großer Maltafel sowie ein Bewegungsraum mit Kletterelementen zur Verfügung. Das Förderangebot steht Kindern von der Geburt bis zur Einschulung offen.

Mehr zum Thema

Kommentare