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Freude über tausendfachen Nachwuchs - Brutboxprojekt in Prien

Blick in drei Brutboxen: Hunderte von Bachforellen sind geschlüpft, teils ernähren sie sich noch über den sogenannten Dottersack (orange). Fischverein

Sie sind circa einen Zentimeter groß und sehr quirlig: die Baby-Bachforellen des Fischereivereins für Kinder und Jugendliche Prien. Sie haben seit Anfang Dezember ein Brutboxprojekt in der Prien. Die Hege und Pflege dieser zahlt sich aus, aktuell schlüpfen viele aus dem Laich. Die Freude über den tausendfachen Nachwuchs ist bei den Verantwortlichen groß.

Prien – Ein Jahr gibt es den Fischereiverein für Kinder und Jugendliche Prien. „Und wir freuen uns über die positive Resonanz der Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern sehr“, so Nau. 27 Mitglieder, davon 16 Jugendliche, engagieren sich aktuell. Ziel: Buben und Mädchen an Natur und Fischerei heranzuführen sowie Gewässerökologie vermitteln. Mit dem aktuellen Naturschutzprojekt soll der Bachforellenbestand in der Prien unterstützt werden. 

Durch Begradigung und Verbauung fehle es Fischen oft an Laichplätzen, sodass eine natürliche Vermehrung oft nicht stattfinden kann, erklärte Beisitzerin und Diplom-Biologin Dr. Patrizia Söllner. „Nachdem wir Ende 2019 unser Bachforellenprojekt gestartet haben, haben wir die ausgebrachten Brutboxen mehrfach kontrolliert“, erklärt Vorsitzender Hartmut Nau gegenüber unserer Zeitung. Drei unterschiedliche Systeme würden dabei praktiziert.

Verein feiert ersten Geburtstag Regelmäßige Kontrollen

Sie und Nau ergänzen: „Da die Renaturierung der Prien im Ortsbereich nicht möglich ist, werden von uns befruchtete Bachforelleneier in sogenannten Brutboxen an verschiedenen Stellen im Gewässer am östlichen Ortsende von Prien ausgebracht.“ Dazu werden diese Boxen mit rund 6000 befruchteten Fischeiern bestückt und anschließend in einem Bereich der Prien versenkt, wo eine gleichmäßige Durchströmung gewährleistet ist. Dies geschieht aber erst im sogenannten Augenpunktstadium. Das heißt, dass das Auge des Fisches im Laich erkennbar ist. 

Zusammen mit den Jugendlichen wurden die Brutboxen gefüllt.

„Wir können derzeit auf unterschiedliche Brutboxen zurückgreifen, welche uns – ebenso wie die Forelleneier – von dem Bewirtschafter der Prien, Jorg Schönwälder, zur Verfügung gestellt wurden“, so Nau.

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Da die Durchsicht aber nur sporadisch bei einzelnen Boxen durchgeführt wurde, um die Eier nicht zu stören, hat der Verein Mitte Januar einen großen Kontrolltermin für alle Boxen angesetzt, an dem sich die Mitglieder auch wieder rege beteiligt haben. „Unter den wachsamen Augen unserer erfahrenen Mitglieder wurden die Boxen gereinigt und von abgestorbenen Eiern befreit. Bei der Kontrolle stellte sich dann heraus, welch tollen Erfolg unser Projekt hat“, freut sich Söllner. Fast alle Bachforellen sind geschlüpft und schwimmen lebhaft in den Boxen umher. Die Dauer der Eientwicklung sei von der Temperatur abhängig.

Wie in einer Wiege schwimmen die befruchteten Eier in ihren Boxen und sind vor Fressfeinden geschützt.

Während des Lebens vom Dottersack (Nahrung) „fallen“ die Fische durch Schlitze in der Box quasi in den Kindergarten und wachsen dort im geschützten Raum weiter. Fressfeinde haben so auch keine Chance, die Aufzucht zu massiv zu schwächen. Erst wenn die Jungfische schwimmfähig sind, können sie, je nach System selbst aus den Boxen heraus oder werden von den Vereinsmitgliedern ausgesetzt. Denn die natürliche Reproduktion der Fische reicht wegen ihnen und den klimatischen Veränderungen beziehungsweise Bedingungen in der Prien nicht mehr aus, sagen die beiden Vereinsaktiven.

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„Ein Vorteil der Brutboxen ist auch, dass die Fische den Bach, in dem sie aufwachsen als ihren Lebensraum annehmen“, so Nau. Mit Geduld würde es in den nächsten Jahren an die weitere Aufzucht gehen und auch künftig sollen jährlich Nachkommen in Boxen schlüpfen. Denn bei dem Verein steht die Nachhaltigkeit in Bezug auf die Gewässer im Fokus. Wasserproben für den Sauerstoffgehalt und deren Analyse gehören dabei ebenso zum Lehrmaterial der Kinder. 

Die Fischer setzen die Boxen in die Prien ein.

Denn: Es ist wichtig, dass Fische Rückzugsmöglichkeiten, Gumpen mit kaltem Wasser und hohem Sauerstoffgehalt (gerade in warmen Sommermonaten wichtig) haben sowie geeignete Stellen zum Ablaichen finden. An den Grundschulen in Prien, Wildenwart und Frasdorf vermittle man dieses Wissen auch an Projekttagen. „Erstmals wollen wir auch in Kindergärten Naturbewusstsein vermitteln. Fix geplant ist auch, eine Beteiligung an den Ferienprogrammen in Frasdorf und Prien.

Einen Traum hat der Vorsitzende: vereinseigene Boote. Doch diese kosten. „Das kann sich unser junger Verein nicht leisten. Dabei wäre es schön, mit den Jugendlichen hinausfahren zu können“, so Nau. Ein eigenes Gewässer hat der Verein überdies zur Zeit weder gepachtet, noch im Besitz.

In den Körbchenwachsen die Fische anfangs.

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