Freude und Frust bei Kommunalpolitik

Peter Fischer

Natürlich haben auch die Priener Kommunalpolitiker die Landtagswahl mit Spannung verfolgt. Die Reaktionen auf die Ergebnisse waren erwartungsgemäß gemischt – Freude bei den Grünen, Frust bei CSU und SPD. Die Chiemgau-Zeitung hat Reaktionen der sechs Fraktionssprecher aus dem Marktgemeinderat gesammelt.

Michael Anner (CSU):

„Natürlich bin ich über das Ergebnis der CSU enttäuscht. Es spiegelt leider nicht wider, wie erfolgreich die Regierungsarbeit der CSU in Bayern war und wie gut es uns geht.

Die Berliner Politik und die dort agierenden Personen und Streitereien hatten einen zu großen Einfluss auf das Wahlverhalten. Zumindest ist das Resultat positiver, als es laut Umfragen zu befürchten war.

Mein Dank gilt allen Prienerinnen und Prienern, die der CSU ihr Vertrauen geschenkt haben. Die CSU als klar stärkste Partei hat nun den Regierungsauftrag. Hoffentlich wird schnell eine stabile und starke Regierung gebildet, um dann wieder gute Sachpolitik für Bayern machen zu können. Die hohe Wahlbeteiligung von immerhin 74,8 Prozent in Prien freut mich sehr.“

Peter Fischer (ÜWG):

„Da der Landtag eine gesetzgebende Ebene ist, hoffe ich als Wähler, das die verantwortungsvolle Aufgabe von den Gewählten so behandelt wird.

Ich wünsche den Abgeordneten eine glückliche Hand bei den Themen die sie zu bearbeiten haben, zum Wohle aller in Bayern lebenden Personen von Jung bis Alt.“

Thomas Ganter (SPD):

„Ich bin natürlich zuallererst traurig dass das prognostiziert schlechte Ergebnis für die SPD so auch eingetreten ist. Viele unserer Kandidaten kenne ich persönlich als fleißige und engagierte Politiker, die ohne viel Tam-Tam einen guten Job zum Wohl der Bevölkerung machen.

Erleichtert bin ich, dass die Priener der rechtsextremistischen AfD weniger zusprechen als bayernweit. Sicher ist es Ergebnis der guten Integrations- und Flüchtlingsarbeit vieler Ehrenamtlicher, dass der Nährboden für Rassisten hier weniger fruchtbar ist.

Ich freue mich für unsere Freunde bei den Grünen, die aus meiner Sicht klar vom Bundestrend profitieren konnten und sehe positiv in die Zukunft: Der konservative Nimbus wankt, eine linke Mehrheit erscheint wieder möglich.

Angela Kind (Grüne):

„Wir sind begeistert über das herausragende Ergebnis der Grünen in Prien. Ganz besonders freuen wir uns, dass unser Direktkandidat Hartl Hinterholzer so gut bei den Prienern angekommen ist. Ein Sahnehäubchen ist dazu noch das Wahlergebnis der Juniorwahl des LTG Prien (siehe Montagsausgabe der Chiemgau-Zeitung, d. Red.), das macht uns Mut für die Zukunft.

Obwohl von der CSU als altbacken abgetan, konnte unser 10-Punkte Programm doch viele Wähler überzeugen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren Unterstützern und versprechen, dass wir uns weiterhin mit großem Fleiß für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer schönen Gegend einsetzen.

Wir bemühen uns auch um mehr Gerechtigkeit in der Welt und um Klimaschutz. Dazu möchten wir Sie alle zu der Verleihung des Titels „Fair Trade Gemeinde Prien“ einladen.“

Martin Aufenanger (Freie Priener):

„Wir Freie Priener e.V. sind ausschließlich kommunal tätig und mit keiner der Parteien, die sich zur Landtagswahl gestellt haben, verbunden. Darum gehören wir Freie Priener weder zu den Gewinnern noch zu den Verlierern der Wahl.

Wir freuen uns dennoch über die hohe Wahlbeteiligung, die zeigt, dass von Politikmüdigkeit jedenfalls in Bayern keine Rede sein kann.

Als kleine politische Gruppierung glauben wir, dass das Wahlergebnis zum einen dazu führen wird, dass größeren Parteien eine gewisse Kompromissbereitschaft abverlangt wird, was sich nach unserer Einschätzung positiv auf die Regierungsarbeit auswirken wird. Zum anderen wird das Wahlergebnis zu einer stabilen Regierungsmehrheit führen.

Für Prien blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft!“

Christoph Bach (Bürger für Prien – Parteifreie Umweltliste)...

...ist zurzeit auf Reisen, hatte keinen Internet-Anschluss und konnte deshalb gestern keine Stellungnahme abgeben.

Angela Kind

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