Freizeitpark Ruhpolding bereitet sich auf Öffnung vor – Noch gibt es keinen Termin

Frühjahrsputz im Freizeitpark: Mitarbeiter Carlo Paradiso reinigt den Riesen Rübezahl. re

„Vorübergehend geschlossen“ heißt es bei Google, wenn man nach dem Freizeitpark Ruhpolding sucht. Wegen Corona sind derzeit viele öffentlichen Einrichtungen geschlossen, doch die Frage ist, wie lange noch?

Von Martin Tofern

Ruhpolding – Für Ludwig Aigner, den Eigentümer des Ruhpoldinger Parks, sind kurzfristige Beeinträchtigungen kein Problem. „Wenn wir an Ostern schlechtes Wetter gehabt hätten, dann wäre das normales Unternehmerrisiko gewesen.“ Aber eine so lange Schließung wie jetzt werde langsam doch zum Problem. „Wenn es im Mai nicht losgeht, dann fehlt uns das Geld für weitere Investitionen“, so Aigner.

Wie ein Spielplatz, nur sehr viel größer

Zu den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zur schrittweisen Lockerung der Beschränkungen sagt er: „Es ist für uns zwar noch kein Termin definiert, aber immerhin gibt es Licht am Ende des Tunnels.“

Aigner wird nicht müde, für eine baldige Öffnung seines Parks zu plädieren. „Bei uns spielt sich doch alles im Freien ab. Deshalb sehen wir nicht ein, warum wir nicht wie etwa die Baumärkte wieder öffnen dürfen.“ Die Spielplätze sind wieder geöffnet. „Dabei gehören wir doch zur selben Kategorie, nur viel größer“, urteilt Aigner. Dazu kommt: „Wir können sehr gut kontrollieren, wie viele Menschen den Park betreten“, sagt Aigner. Außerdem könnte pro Attraktion immer nur eine Familie vorgelassen werden. Darüber hinaus werde noch an einem Hygienekonzept gefeilt.

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Der Tagestourismus müsse nun langsam wieder anlaufen, fordert der Unternehmer. Im Moment seien doch alle Münchener an der Isar, weil sie nicht wegfahren dürften. Freizeitparks wie seiner könnten die Stadt München entlasten.

Eine Reise nach Ruhpolding würde sich lohnen, verspricht er: „Der Park war noch nie so schön wie in diesem Jahr.“ Er und seine Mitarbeiter hätten die Zeit genutzt, um alle Anlagen wieder auf Vordermann zu bringen. So habe etwa die animierte Figur in der Bärenhöhle ein komplett neues Fell bekommen. Aber auch Achterbahn, Märchen-Eisenbahn, Wasserrutsche sind gewartet. Jetzt fehlen nur noch die Besucher, die Biathlon-Duell spielen oder auf einen der vielen Knöpfe drücken oder an Kurbeln drehen können, um Figuren und ganze Themenwelten in Bewegung zu setzen.

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Anders als im Märchenpark von Aigners Bruder Peter in Marquartstein ist die Gastronomie in Ruhpolding nicht verpachtet, sondern gehört ebenfalls zum Unternehmen.

Allein dort sind zehn Mitarbeiter beschäftigt, im übrigen Park sind es sogar 13. Alle Mitarbeiter hätten inzwischen Überstunden und Urlaub abgebaut. Aigner befürchtet allerdings, dass sich seine Leute bald neue Jobs suchen: „Mit Kurzarbeitergeld hält man kein Personal.“ Weil nicht absehbar sei, wann sich die Situation wieder bessere, suchten die Leute zum Beispiel Jobs im Supermarkt. Wenn sie dort Fuß fassen könnten, dann könne er sie nicht mehr zurückholen.

Ludwig Aigner ist auch Vorsitzender des Vereins Erlebniswelt Chiemgau, in dem sich touristische Attraktionen in der Region zusammengeschlossen haben. „Wir vertreten dreizehn Ausflugsziele bis ins Berchtesgadener Land – vom Kletterwald in Prien bis zur Brauerei Wieninger in Teisendorf oder Adelholzener Mineralwasser in Siegsdorf, die Führungen anbieten“, erklärt Aigner.

So wirbt er auch grundsätzlich für Reisen nach Bayern. „Wir haben hier viel Wasser.“ Das sei doch ein guter Ersatz fürs Mittelmeer. Trotzdem glaube er nicht, „dass uns die Gäste überrennen werden.“ Bayern sei schließlich am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen.

Zusammenarbeit mit Hotels der Region

Acht Hotels seien in die Erlebniswelt Chiemgau integriert. Die spricht Aigner gezielt an und versucht, „Pakete zu schnüren“ wie etwa kombinierte Gutscheine für Übernachtungen in einem der Hotels und für den anschließenden Besuch im Freizeitpark. Die Hotels hätten für ihre Gäste bereits Vergünstigungen zugesagt.

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