Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Jagdpächter befürchtet das Schlimmste

Wildernde Hunde in Rimsting? Fund einer getöteten Rehgeiß sorgt für Spekulationen

Wer hat diese Rehgeiß getötet? Der Rimstinger Jagdpächter Engelbert Wallner vermutet, streunende Hunde haben das Tier gerissen.
+
Wer hat diese Rehgeiß getötet? Der Rimstinger Jagdpächter Engelbert Wallner vermutet, streunende Hunde haben das Tier gerissen.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
    schließen

Seit dem Fund einer toten Reihgeiß ist der Rimstinger Jagdpächter Engelbert Wallner davon überzeugt: In seinem Revier wildern freilaufende Hunde. Der Vorfall wirft nun viele Fragen auf.

Rimsting – Engelbert Wallner ist Jagdpächter, sein Revier in Rimsting. An einem Montag erhielt Wallner einen eher unerfreulichen Anruf. Passanten waren auf ein Reh aufmerksam geworden, welches augenscheinlich schon eine Weile tot in einem Waldstück hinter der Rimstinger Fichtenstraße lag. Als Jagdpächter ist Wallner dazu verpflichtet, das Tier zu entsorgen.

Klagende Schreie gehört

Vor Ort fand er eine verendete Rehgeiß, mit erkennbaren Hundebissen, wie er sagt. Noch am Samstagmorgen will ein Anwohner die klagenden Schreie des Tieres gehört haben, während es verendete, wie der Jagdpächter schildert. Er tippt auf einen frei laufenden Vierbeiner, der das Wild erlegt hat. „Ich vermute, dass der frei laufende Hund zuerst das Rehkitz angegriffen hat und dann die Rehgeiß ihr Kitz verteidigt hat“, sagt Wallner. Dabei sei es wohl zu einem erbitterten Kampf zwischen der Rehmutter und dem Streuner gekommen. Auch das Kitz habe diese Attacke vermutlich nicht überlebt, sei bislang jedoch nur nicht gefunden worden, spekuliert der Jäger.

Was ihn ärgert: Im Gespräch mit Anwohnern sei ihm geschildert worden, dass Hundehalter ihre Vierbeiner oftmals frei in seinem Jagdrevier herumlaufen ließen. Insbesondere ein größerer brauner Hund sei den Anliegern der Fichtenstraße mehrfach aufgefallen. Auch ein benachbarter Landwirt habe berichtet, seine Kälber würden mitunter panikartig selbst Elektrozäune durchbrechen und von der Weide flüchten. „Er muss dann die Kälber stundenlang suchen, und sie machen einen sehr verschreckten Eindruck. Die Vermutung liegt sehr nahe, dass hier ebenfalls dieser wildernde Hund die Kälber hetzt und treibt“, sagt Wallner.

Abschussrecht bei wildernden Tieren

Nun sind frei laufende Hunde im Wald generell ein Ärgernis für Jäger – zumal ohne Herrchen. Denn hierbei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Geregelt hat der Freistaat dies in seinem Jagdgesetz. In diesem nachzulesen ist auch, dass die Jagdpächter oder jene, welche diese mit dem Schutz ihres Reviers betreut haben, dazu berechtigt sind, wildernde Hunde zu töten, das allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Hunde gelten nach dem Gesetz nur dann als wildernd, wenn sie „im Jagdrevier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können.“

Bei Katzen ist der Gesetzgeber hingegen großzügiger: Hier reicht schon der Umstand, dass die Stubentiger in einem Jagdrevier in mehr als 300 Meter Entfernung vom nächsten Wohnhaus angetroffen werden. Aber: Dieses Recht nähmen die wenigsten Jäger auch in Anspruch. Denn auch, wenn sie hier das Gesetz auf ihrer Seite hätten: Zu groß sei der Ärger, welcher auf den Abschuss eines wildernden Tieres folge.

Das bestätigt Ulrich Guggenberger, der zuständige Förster für Engelbert Wallners Jagdrevier. Er geht noch weiter: „Das macht niemand“, sagt er, denn die Nachwehen eines solchen Abschusses könnten „verheerend sein“, wie er es ausdrückt.

Tiere leiden über Gebühr

Auch für Guggenberger ist gerissenes Wild durch frei laufende Hunde nichts Neues, wenngleich kein Massenphänomen in seinem Revier, wie er auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen schildert. Aber er kann den Ärger der betroffenen Jagdpächter gut verstehen. Schließlich sei die Beseitigung verwesender Kadaver alles andere als ein Vergnügen, gerade mit Blick auf die Geruchsbildung.

Auch für die Tiere sei ein Hundebiss in der Regel mit übermäßigen Qualen verbunden, denn die Vierbeiner seien in der Regel nicht in der Lage, das Wild rasch zu töten. „Die Tiere leiden“, sagt Guggenberger.

Schulterzucken herrscht hingegen bei der Frage, ob man den Eigentümern besagter Hunde auch habhaft werden könne. Hier gebe es in der Regel keine Möglichkeit, nachträglich herauszufinden, welches Herrchen es mit der Aufsicht über sein Tier vielleicht nicht allzu ernst genommen hat.

Ermittlungen der Polizei

Noch ein weiterer Aspekt kommt bei einer unliebsamen Begegnung zwischen Hunden und Rehen im Wald hinzu. Selbst dann, wenn der Vierbeiner nicht zubeißen konnte. Denn zumindest im Winter, wenn Rehe ihren Stoffwechsel herunterfahren, um die kalte Jahreszeit zu überstehen, komme es bei ihnen zu massivem Stress, wenn sie in dieser Zeit gejagt würden – egal ob von Mensch oder Tier.

Dann spiele der Kreislauf bei runter geregeltem Stoffwechsel irgendwann nicht mehr mit, wie aus Jägerkreisen zu hören ist.

Wallner zumindest hat nach dem Vorfall in seinem Revier, in dieser Sache Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Mehr zum Thema

Kommentare