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„Ein toller Sommer“

Freiraum von Übersee bis Reykjavik - Warum beim Überseer Kulturverein Optimismus herrscht

Vor dem Soundcheck. Am Samstag trat die Band „Oimara“ im Freiraum auf. Freiraum-Vereinsvorstand Florian Ober (mit grauer Jacke), Vorstandsmitglied und Ton-Mann Raffael Pothast (liegend), Bene „Oimara“ Hafner, Bassist Wolfgang Hörfurter und Schlagzeuger Xaver Mayer (von links) freuen sich sichtlich auf das bevorstehende Konzert .
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Vor dem Soundcheck. Am Samstag trat die Band „Oimara“ im Freiraum auf. Freiraum-Vereinsvorstand Florian Ober (mit grauer Jacke), Vorstandsmitglied und Ton-Mann Raffael Pothast (liegend), Bene „Oimara“ Hafner, Bassist Wolfgang Hörfurter und Schlagzeuger Xaver Mayer (von links) freuen sich sichtlich auf das bevorstehende Konzert .
  • VonKarla Sichelschmidt
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Das Frühjahr war hart, aber der Sommer brachte die Wende im Überseer Kulturleben. Warum das so war und wie es in den kommenden Monaten weitergeht, verrät der Vorsitzende des Vereins Freiraum, Florian Ober.

Übersee – Bayerisch, Reggae, Blues-Rock – für beinahe jeden musikalischen Geschmack hat der Kulturverein „Freiraum“ in Übersee etwas auf dem Programm für diesen Herbst. Die OVB-Heimatzeitungen sprachen mit dem Vereinsvorsitzenden Florian Ober über die Situation der Live-Musik nach den schwierigen Corona-Jahren. Der 40-Jährige stammt aus Übersee und nennt als Berufsbezeichnung „Veranstalter, Gastronom, Philosoph“. Sein Weg hat ihn unter anderem nach Berlin und nach Österreich geführt. „Dort habe ich mich mit Wissenschafts- und Sozialphilosophie befasst“, erinnert sich Ober.

Seit 13 Jahren ist er wieder im Achental und engagiert sich im Freiraum. Er wirkt erleichtert und glücklich, wenn er an die letzten Monate denkt: „Das Frühjahr war zwar noch schwierig, aber der Sommer lief toll, die Leute waren total happy“, meint er. Ein Höhepunkt war für ihn das Sommerfest im August.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die vergangenen zweieinhalb Jahre die Musikbranche stark getroffen haben. „Das ging an die Substanz“, berichtet Florian Ober. „Die Subkultur wurde zurückgeworfen. Es gibt Musiker, die auf dem Bau angefangen haben.“ Auch Tourbegleiter und Techniker haben sich vielfach beruflich umorientiert. „Wer einen Job in der IT-Branche gefunden hat, kehrt nicht zurück“, so Ober. Hart getroffen hat es vor allem Künstler, die noch nicht so bekannt sind. „Wir müssen uns jetzt neu sammeln, um das Ganze wieder zum Laufen zu bringen“, bringt Florian Ober die Situation auf den Punkt.

Ober freut sich vor allem darauf, dass auch amerikanische Bands wieder zum Freiraum kommen können. „Deren Situation war gruselig – in den USA gab es keine staatliche Unterstützung während Corona“, bedauert er die Musiker.

Die Nachfrage nach Live-Musik leidet in diesem Jahr noch darunter, dass viele Veranstaltungen nachgeholt werden, die wegen Corona abgesagt wurden. „Viele Menschen haben noch Karten von Konzerten, die erst jetzt stattfinden können“, erläutert Ober.

„Lage gibt Anlass zu Optimismus“

Die aktuelle Lage gibt andererseits Anlass zu Optimismus: „Der Vorverkauf für unsere Konzerte läuft gut“, berichtet der 40-Jährige. So freut er sich auf die Indie-Pop-Künstlerin OSKA aus Österreich. „Die ist ein echter Geheimtipp, läuft auf dem ORF-Sender FM4“, verrät Ober. Über Rachel Mazer aus Los Angeles, die 2019 ihr Debutalbum veröffentlichte, heißt es, die Sängerin könnte mit „Stimme, Jazz und Groove“ das nächste „big thing“ werden. „Dis M“, eine Gitarren-Beat-Kombo, ist eine neue bayerische Band aus dem Chiemgau. Für Blues-Rock steht die „Whiskey-Foundation“. Und schließlich hat der Reggae im Achental besonders treue Fans: Sie dürfen sich in nächster Zeit auf „Jamaram meets Jahcoustix“ freuen.

Florian Ober hofft, dass es keine Corona-Beschränkungen gibt, die die geplanten Konzerte gefährden. Allerdings hat der Verein die Möglichkeit geschaffen, Livestream-Konzerte durchzuführen. „Glücklicherweise haben wir im Verein Leute, die das technisch umsetzen können“, erklärt Ober. Darauf könne man zurückkommen, wenn Live-Konzerte nicht möglich sein sollten. „Bis zu 12 000 Fans haben sich hier während Corona reingeklickt. Technisch ist der Standard sehr gut – aber es ist doch etwas anderes als ein Live-Konzert.“

Auf die Frage, was man denn versäumt habe, wenn man den Freiraum noch nie kennengelernt hat, lacht Florian Ober erst einmal. Dann sagt er: „Wir bieten hier tolle Live-Musik. Unser Saal und die Bar wurden gerade renoviert, und wir haben eine spitzenmäßige Live-Akustik-Anlage.“ Er findet es vor allem positiv, dass der Freiraum auch im Pub eine sehr gute Atmosphäre bietet und ein gemischtes Publikum anspricht: Alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen seien vertreten. Außerdem gibt es dank Bahnhofsnähe eine sehr gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel.

Über 400 Menschen engagieren sich im Kulturverein Freiraum, dessen Einzugsgebiet das Dreieck München-Mühldorf-Salzburg umfasst. „Aber wir haben auch ein Mitglied aus Island“, so Ober. Insofern könne man witzeln: Die Freiraum-Region reicht bis Reykjavík.

ArtRes-Projekt des Freiraum e.V. – Förderung von Musikern im Chiemgau

Der Begriff „ArtRes„ (Kurzform für Artist Residency) steht für die Absicht, unterschiedlichsten Musikern aus dem weiten Feld der Popularmusik eine Möglichkeit zu bieten, im Chiemgau ihre Kreativität voll zu entfalten. Nachwuchsmusiker erhalten im Freiraum – gebündelt in einem ein- bis zweiwöchigen Block – eine Gelegenheit, sich von der Konzeption einzelner Lieder über die Probe eines Livesets oder dem Spielen eines Konzerts bis hin zur Studioarbeit auszuprobieren.

Mehr Informationen sind unter folgendem Link erhältlich: www.freiraum-uebersee.de/artres/

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