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Freie Fahrt auf der Umgehungsstraße

Die Umgehung ist fertig: Auch der Ettendorfer Tunnel wartet auf die ersten Autofahrer.  Fotos pü
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Die Umgehung ist fertig: Auch der Ettendorfer Tunnel wartet auf die ersten Autofahrer. Fotos pü

Auf diesen Tag haben die Bürger in der Region 40 Jahre gewartet: Am gestrigen Freitag hat Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer den Verkehr auf der Nordumfahrung von Traunstein freigegeben. Der Minister sprach von einem "Jahrhundertwerk" für Traunstein, Surberg und den südostoberbayerischen Raum. Hunderte von Bürgern feierten ein Fest im Ettendorfer Tunnel, der einen wesentlichen Teil der Umfahrung bildet.

Traunstein - Die Bundesstraße 304 führt jetzt nicht mehr durch die Stadt, sondern im Norden und Osten an ihr vorbei. Die Kosten der 4,5 Kilometer langen Strecke: 77 Millionen Euro. Die Ausgaben liegen rund 24 Millionen über den Schätzungen, bedingt unter anderem auch, wie zu hören war, durch Preissteigerungen im Straßenbau (wir berichteten). Die Auto- und Lkw-Fahrer, die auf der Nord-Süd-Achse zwischen der A 94 München-Passau und der A 8 München-Salzburg im Landkreis Traunstein unterwegs sind, müssen jetzt nicht mehr durch die Stadt kurven. Und die Bürger in Traunstein werden entlastet - weniger Lärm und weniger Abgase.

Nachdem Sebald König, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein, die vielen Ehrengäste und Bürger im Tunnel willkommen geheißen hatte, trat Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer ans Rednerpult. Er sprach von einem "vorgezogenen Weihnachtsgeschenk". Die Umfahrung bringe eine "kolossale Entlastung" für die Bürger in Traunstein, sie sei ein "wahrer Segen für die Stadt". Der Bund - er übernahm fast die gesamten Kosten für die Umfahrung - plane nach wie vor, die B 304 "als Bundesfernstraße zügig auszubauen."

Heruntergebrochen auf einen Kilometer ergeben sich, wie Ramauer vorrechnete, Ausgaben in Höhe von 17 Millionen Euro - nach Ansicht des Ministers vertretbar, vor allem auch angesichts des Baus von acht Brücken und eines 725 Meter langen Tunnels und der Beachtung einer Reihe ökologischer Notwendigkeiten. Die Umfahrung von Traunstein sei "nicht gerade billig, gehört aber nicht zu den teuersten, für die ich verantwortlich bin".

Der Bundesverkehrsminister brach eine Lanze für Straßenbaumaßnahmen auch und vor allem im Süden der Republik. Nach der Wende und den Förderungen im Osten habe sich im Süden - vor allem auch in Bayern - in den vergangenen 20 Jahren ein "Rückstand" ergeben, der nun aufzuholen sei.

Josef Poxleitner, der Leiter der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium, erinnerte an die "schwierigsten Herausforderungen" während des Baus. Die Umfahrung habe "alle Facetten, die der Straßen- und Brückenbau zu bieten hat," abgerufen - von der Errichtung der 385 Meter langen Trauntalbrücke bis hin zum 725 Meter langen Ettendorfer Tunnel. "Das Geld ist gut angelegt und hier wird es auch gut wirksam", sagte Poxleitner. Die Investitionen in das Straßennetz lohnen sich laut dem Leiter der Obersten Baubehörde. Schließlich seien die Bürger auf ein leistungsstarkes Verkehrsnetz angewiesen.

Landrat Hermann Steinmaßl stieß in das gleiche Horn. Der Landkreis Traunstein verfüge über rund 3000 Kilometer Straßen. Die nun fertig gestellten 4,5 Kilometer hätten eine "ganz besondere Bedeutung". Steinmaßl: "Eine leistungsfähige Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für die nachhaltige Entwicklung der Region." Alle Anstrengungen müssten auf das Ziel ausgerichtet sein, die jungen Menschen auf dem Land zu halten. Sie sollten hier leben und arbeiten können. Arbeit entstehe aber nur dort, wo auch eine "gewisse Infrastruktur gegeben ist".

Von einem "Jahrhundertereignis" sprach Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Die durch die Stadt führende Bundesstraße 304 habe "uns mehr als beschäftigt". 40 Jahre seien ins Land gegangen, ehe sie der Bund nun aus der Stadt an deren Rand verlegt habe. Mit dem Bau der Umgehung eröffne sich für die Stadt "wieder die Möglichkeit, über Entwicklungen zu reden". Vorbei sei die Zeit, da die viel befahrene Bundesstraße die Stadt in zwei Teile zerschnitten habe und 26000 pro Tag durchfahrende Autos ihre Spuren hinterlassen hätten. Die Aufenthaltsqualität sei durch den Verkehr entscheidend beeinträchtigt worden - was jetzt nicht mehr so sei. "Jeder Euro ist gut investiert", betonte Kösterke. In Traunstein beginne eine "neue Ära".

Auch die angrenzende Gemeinde Surberg profitiert von der Baumaßnahme. Durch eine neue Anbindung der Staatstraße aus Richtung Waging an die Bundesstraße ergibt sich nun auch eine Ortsumfahrung für Hufschlag und Hallabruck. Bürgermeiser Josef Wimmer erhofft sich jetzt, wie er gestern sagte, eine "große Entlastung" für die Bürger.

Den kirchlichen Segen erteilten Georg Lindl und Peter Bertram, der katholische und der evangelische Stadtpfarrer. Für eine musikalische Umrahmung sorgten die Stadtkapelle Traunstein und die Musikkapelle Surberg-Lauter. pü

Fotos und Video auf

www.chiemgau24.de