Fraueninsel am Glasfasernetz: Schnelles Internet zum Abschied

Inselbürgermeister Georg Huber (rechts) mit Breitband-Beauftragtem Karl-Heiz Heitauer auf der für ihn letzten Bürgerversammlung auf der Fraueninsel. Thümmler

Inselbürgermeister Georg Huber lud zur letzten Bürgerversammlung seiner Amtszeit auf die Fraueninsel. Er freut sich darüber, nach 18 Jahren den Kampf um schnelles Internet für seine Gemeinde nun doch noch erfolgreich abschließen zu können.

Fraueninsel– Als „ein großes Glück“ bezeichnete es Inselbürgermeister Georg Huber, dass er nach 18 Jahren Bemühen um einen besseren Breitbandanschluss für die Fraueninsel den Startschuss jetzt noch erleben dürfe. Denn nach 24 Jahren Amtszeit kandidiert Huber nicht mehr, und so war die jüngste Bürgerversammlung auf der Fraueninsel auch seine letzte.

Viele Teilnehmer von der Herreninsel

In rund vier bis sechs Wochen sei es soweit, dass nach letzten technischen Vorbereitungen mit dem Beginn der Versorgung der Fraueninsel mit Glasfaser-Anschlüssen gerechnet werden könne, erklärte Huber. In rund vier Wochen beginne auch die Buchbarkeit der Tarife für die Anschlüsse bei der Telekom. Nicht nur für die Fraueninsel, sondern besonders für das Benediktinerinnen-Kloster mit ihren Seminarbesuchern aus aller Welt sei die verbesserte Glasfasertechnik von großer Bedeutung.

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Nicht ganz so zufrieden war Huber dagegen mit der Anzahl der Insulaner, die der Bürgerversammlung beiwohnten. Dagegen freute er sich, dass von der Herreninsel „so viele Bürger wie noch nie“ gekommen seien. Sie hatten auch den neuen Verwaltungschef der Schlösserverwaltung, Konstantin Brunner, mitgebracht, der sich den Inselbewohnern selbst vorstellte.

Videoüberwachung für Steg

Der Chiemsee könne alle Jahre mit der Abhaltung von politischen Tagungen profitieren, so Huber in seinem weiteren Bericht. Als Beispiel nannte er die Klimakonferenz „Alpen-Dialog“ mit Ministerpräsident Markus Söder auf der Herreninsel und mehreren Ländervertretern im vergangenen Frühjahr.

Huber erwähnte ferner, dass die Gemeinde das Verfahren für die Förderung einer Besserung des Breitbandanschlusses auf der Herreninsel in den vergangenen 15 Jahren keineswegs außer Acht gelassen habe. Derzeit laufe auf der Herreninsel das Markterkundungsverfahren, mit Breitband-Pate Karl-Heinz Heitauer von der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn.

Um Straftaten wie etwa Diebstähle an den zwei Stegen der Insulaner in Gstadt zu verhindern, sei kürzlich eine Beleuchtung eingebaut worden, berichtete Huber weiter. Eine Videoüberwachung folge nach der Prüfung durch den Datenschutz.

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Wann kommt die Toilette für die Fraueninsel?

Eine einzige konkrete Diskussionsmeldung gab es erst nach mehrmaliger Aufforderung. Evi Meidert von der Herreninsel fragte nach dem Stand des Einbaus öffentlicher Toiletten auf der Fraueninsel. Diese Maßnahme sei derzeit in der Projektphase, so der Bürgermeister. Es sei geplant, die Toiletten im Bereich des Hauptsteges unterzubringen. Leider gehöre aber in diesem Bereich der Gemeinde kein Grund, sondern allein dem Freistaat Bayern. Entscheiden müsse für die Vergabe des Grundstücks für eine Toilette daher die Bayerische Schlösserverwaltung in München, an die bereits eine entsprechende Bitte gerichtet worden sei. Der Verwaltungschef der Herreninsel, Konstantin Brunner, erklärte, er wolle diese Maßnahme voll und ganz unterstützen.

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Georg Huber nutzte die Bürgerversammlung für einen kurzen Rückblick auf seine Amtszeit. Schön seien die 24 Jahre im Einsatz für die Fraueninsel gewesen, „maßlos aufgeregt“ habe ihn in dieser Zeit höchstens die nicht enden wollende Diskussion um das Grab von Alfred Jodl, einem verurteilten Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs, auf dem Insel-Friedhof gewesen.

Über weitere Themen, etwa den Finanzbericht von Karl-Heinz Heitauer von der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn, der auch Erklärungen über die Sonderreglung der Gemeinde Chiemsee bei den Kommunalwahlen gab, berichten wir noch. Ebenso über die Diskussion, wie die Gemeinde ihre Einnahmen erhöhen könne.

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