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Bereits 63 Termine für Trauungen auf Fraueninsel fix

Hochzeiten auf der Insel der Glückseligkeit wieder möglich

Inselbräu-Wirt Daniel Hagen (zweiter von rechts) führte im März 2020 gerade noch vor dem ersten Lockdown seine Malou (Zweite von links) ins Standesamt auf der Fraueninsel. Mit im Bild sind die Trauzeugen Silvan Berge (links), der Bruder der Braut, und Christina Gall (rechts).
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Inselbräu-Wirt Daniel Hagen (zweiter von rechts) führte im März 2020 gerade noch vor dem ersten Lockdown seine Malou (Zweite von links) ins Standesamt auf der Fraueninsel. Mit im Bild sind die Trauzeugen Silvan Berge (links), der Bruder der Braut, und Christina Gall (rechts).
  • Tanja Weichold
    VonTanja Weichold
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Seit Kurzem sind beim Breitbrunner Standesamt wieder Anmeldungen für standesamtliche Trauungen im nächsten Jahr auf der Fraueninsel möglich. 63 Termine sind schon fix. Auch für kirchliche Trauungen gibt es dort einen ganz besonderen Ort: das Frauenmünster direkt neben dem Benediktinerinnenkloster gelegen.

Fraueninsel – Jedes Jahr schließen rund 150 Paare auf dem Standesamt im restaurierten Alten Mesnerhaus den Bund fürs Leben. Zwischen 20 und 30 Trauungen finden im ehrwürdigen Münster statt, seit Beginn der Corona-Pandemie sind diese Zahlen allerdings stark gesunken. Hauptsächlich sind es Auswärtige, die sich hier das Ja-Wort geben. Speziell für die auswärtigen kirchlichen Trauungen und Taufen ist Josef Stürzer zusätzlich dem Pfarrverband zugewiesen worden.

Sterbliche Überreste der Seligen Irmengard

Die Fraueninsel ist jedes Jahr Ziel unzähliger Besucher. Zu den beliebten Sehenswürdigkeiten zählt das Marienmünster, in dem sich sterblichen Überreste der Seligen Irmengard – der Schutzheiligen der Insel und des Chiemgaus – befinden. Besonders Paare mit Kinderwunsch pilgern zu ihr und erbitten ihre Hilfe. Die Fraueninsel hat eine große Anziehungskraft. Schön und romantisch wie sie ist, lädt sich auch zum Heiraten ein.

Diakon Josef Stürzer und Mesnerin Irmengard Fleidl wollen den Eheleuten und ihren Gästen bei ihrer kirchlichen Trauung im Frauenmünster besondere Momente schenken. Weichold

Irmengard Fleidl verrichtet seit vier Jahren ihren Mesnerinnendienst auf der Fraueninsel. Damals war die einst eigenständige Kuratie Frauenchiemsee dem neu gegründeten Pfarrverband Selige Irmengard zugeordnet worden. Ihm gehören auch Eggstätt, Breitbrunn und Gollenshausen an. Irmi Fleidl trat damals als Mesnerin die Nachfolge von Schwester Veronica an, die zuvor 35 Jahre lang mit „Leib und Seele“ diesen Dienst ausführte.

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„Die besondere Herausforderung ist, inmitten der vielen Besucher der Kirche ihren Raum zu geben. Das eine ist das touristische Anliegen, das andere sind das geistliche und die innere Sehnsucht der Menschen“, fasst die Mesnerin zusammen.

Der 66-jährige Diakon Stürzer bestätigt, was das Standesamt Breitbunn berichtet (siehe Kasten): Nur wenige Einheimische treten auf der Fraueninsel vor den Traualtar, hauptsächlich seien es Auswärtige, viele Münchener, aus Düsseldorf, Regensburg und heuer sogar ein Paar aus dem österreichischen Graz. „Das ist bunt gewürfelt“, erzählt Irmi Fleidl und ergänzt: „Viele von ihnen kennen die Fraueninsel vom Urlaub oder haben einen speziellen Bezug.“

Spirituelle Ausstrahlung des Ortes ist berührend

Natürlich sei es auch etwas Besonderes, mit dem Schiff dorthin zu fahren und über den Steg zur Kirche zu gehen – trotz der an schönen Tagen von Besuchern fast schon überlaufenen Insel.

Sowohl die Mesnerin als auch der Diakon beobachten laut ihren Erzählungen, dass viele Menschen von der spirituellen Ausstrahlung des Ortes berührt sind. Beim Brautgespräch möchte Stürzer wissen, ob ein Paar wegen der „tollen Location“ auf der Insel heiraten möchte, oder ob es eine spezielle innere Verbindung gibt, etwa zur Seligen Irmengard.

„Oft ist es dem Paar tatsächlich eine Herzensangelegenheit“, berichtet er aus Erfahrung. „Manche Brautpaare sehen ihren Bund hier unter einem guten Stern“, erzählt die Mesnerin und kann von manchen Paaren berichten, die jährlich wiederkommen und ihren Dank ausdrücken.

Seit 1200 Jahren vom Gebet geprägt

Die Mesnerin und der Diakon, das ist deutlich zu spüren, sind jedenfalls beseelt von diesem besonderen Ort des Marienmünsters, wo sich sterbliche Überreste der Schutzheiligen Irmengard befinden und der seit 1200 Jahren geprägt ist vom Gebet der Frauen aus dem Benediktinnerinnenkloster nebenan. „Wir bemühen uns, dass das Hochzeitspaar und die Gäste eine schöne und individuelle Feier haben“, fährt die Mesnerin fort.

„Für mich ist es jedes Mal wieder tief bewegend, dass ich im Namen der Kirche dabei sein darf, wenn sich zwei Menschen miteinander und mit Gott verbinden, von dem Liebe und Kraft kommt“, sagt Stürzer. Er betone stets, dass das Paar auch in schweren Zeiten zusammenhalten und sie durchstehen solle. Dafür gibt er dem Paar Symbole mit, etwa kleine Herzen oder ein „Liebesschloss“. Die sollen es stets an diesen Moment der Trauung und des Eheversprechens erinnern. Freilich gibt er zu, dass die Distanz zur Kirche bei vielen Menschen groß sei. Doch Irmi Fleidl ist überzeugt: „Ich habe schon den Eindruck, dass den Paaren die Trauung ernst ist und dass sie einen Anker mitnehmen. Das Münster ist ein besonderer Ort dafür.“

Diakon Stürzer fügt an: „Wir bemühen uns sehr, den Menschen Gott nahe zu bringen und die Kirche als freundlich, offen und einladend erleben zu lassen. Es liegt dann an ihnen, was sie daraus machen.“

Anmeldungen für standesamtliche Trauungen fürs nächste Jahr laufen bereits:

Von April bis Oktober sind auf Frauenchiemsee und im Bibliothekssaal der Herreninsel standesamtliche Trauungen möglich, berichtet Notburga Bauer, Leiterin des Standesamtes der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn. Seit Anfang November sind wieder Anmeldungen fürs nächste Jahr möglich und es lägen bereits 63 fixe Buchungen für Trauungen auf beiden Inseln vor. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Beschränkungen seien die Anfragen heuer verhalten. Vier Standesbeamte beschäftigt die Verwaltungsgemeinschaft und etwa 150 standesamtliche Trauungen seien auf der Fraueninsel jährlich von den Kapazitäten her möglich. In den Jahren vor Corona waren diese auch stets ausgebucht. „Der Großteil der Paare kommt von auswärts aus ganz Deutschland und vereinzelt auch aus dem Ausland“, weiß Bauer weiter zu berichten. Auch aus Asien sei schon ein Brautpaar da gewesen, freilich müsse in so einem Fall ein Dolmetscher bestellt werden. Eine internationale Eheurkunde bescheinigt die Trauung.

Die Anmeldung:

Wer sich eine kirchliche Trauung auf der Fraueninsel wünscht, kann sich im Pfarrbüro dienstags und freitags zwischen 9.30 Uhr und 11.30 Uhr unter der Nummer 08054/631 oder per E-Mail an frauenchiemsee@pv-irmgengard.de nach einem Termin erkundigen. In weiterer Folge findet dann ein persönliches Gespräch mit Diakon Josef Stürzer statt, in der er das Paar kennenlernen möchte und auch Ablauf sowie Rahmenbedingungen der kirchlichen Hochzeit besprochen werden. Für die Feier der Trauung stehen 60 Minuten zur Verfügung, da die Gebetszeiten des Klosters und andere Veranstaltungen eingehalten werden müssen. Es gibt überdies einige Besonderheiten zu beachten, so dürfen etwa vor der Kirche keine Blumenblüten, Glitzer oder anderes gestreut werden. Das Paar kann sich aussuchen, ob es von Diakon Stürzer getraut werden möchte oder selbst einen Geistlichen mitbringt. Für eine Trauung mit einer Heilige Messe kann bei Ruhestandspfarrer Konrad Kronast nachgefragt werden. Fürs kommende Jahr lägen schon jetzt wieder 30 Anfragen für Trauungen im Pfarrbüro vor, erzählt er. Waren 2019 noch 28 Hochzeiten und 46 Taufen von ihm in der Kirche der Fraueninsel durchgeführt worden, so sanken die Zahlen coronabedingt im Jahr 2020 auf 19 Taufen und zwei Trauungen, vergangenes Jahr waren es wieder 32 und zwölf.

Schon von Weitem zeichnen sich die Kulisse des Benediktinnerinnenklosters und des Glockenturms „Campanile“ ab, während sich das Schiff langsam durch den Chiemsee in Richtung Fraueninsel pflügt.

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