Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Auf Fotojagd im Land der Polarfüchse

Die Breitbrunner Landschafts- und Naturfotografin Pia Steen machte sich erfolgreich auf die Pirsch nach Moschusochsen. steen
+
Die Breitbrunner Landschafts- und Naturfotografin Pia Steen machte sich erfolgreich auf die Pirsch nach Moschusochsen. steen

Hauptberuflich ist sie Managerin des FC Bayern München, doch in ihrer Freizeit jagt Pia Steen Polarfüchse und Moschusochsen. Zum Glück „nur“ mit der Kamera. Zuletzt war die Fotografin aus Breitbrunn in Norwegens wildem Nationalpark Dovrefjell auf der Pirsch.

Breitbrunn – Man fühlt sich unwillkürlich an epische Landschaftsbilder wie im Kinoblockbuster „Herr der Ringe“ oder in der TV-Serie „Game of Thrones“ erinnert. Eine breit dahingestreckte Naturkulisse voll ursprünglicher Wildheit, bunt gesprenkelt in allen Herbstfarben der Moose, Flechten und Büsche und darüber thronend: majestätische Bergriesen mit windumtosten Schneegipfeln. Hier, im norwegischen Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark, hat sich Pia Steen auf die Pirsch nach Tieren gemacht, die man in freier Wildbahn selten vor die Linse bekommt: Moschus-Ochsen und Polarfüchse.

Schon die Anreise mit Offroad-Jeep in die östlich der großen Fjorde gelegene Region 150 Kilometer südlich von Trondheim war ein Abenteuer. „Es ist eine absolut beeindruckende Natur. Die Seen und Berge – alles wirkt zehnmal größer und imposanter als bei uns“, sagte die 38-Jährige. Die Straßen schlängeln sich durch gelb, braun, grün oder rot gesprenkelte Sumpf- oder Steppen-Landschaften mit kleinen Birkenwäldern und Flüssen.

Über das Internet hatte die Chiemgauerin Kontakt zu einem lokalen Fotoguide gefunden, der eine Lizenz für Gruppenführungen im Nationalpark hatte. „Das Gebiet ist absolut menschenleer, ohne einen Spezialisten, der die Tiere, ihre Gewohnheiten und Aufenthaltsorte kennt, ist man absolut aufgeschmissen“, erzählt Steen.

Nach der Übernachtung mit vier anderen Fotografen unter einfachsten Bedingungen im Blockhaus war auf der Fotopirsch warme Kleidung gefragt. „Wir hatten im Oktober ein Zeitfenster von zwei Wochen zwischen dem Herbst mit seinen malerischen Farben und einem möglichen Wintereinbruch“, erzählt Steen. Mit wasserdichten Stiefeln und wasserabweisenden Hosen ging es teilweise durch Sumpf bis zu den Beobachtungsplätzen.

„Es wehte immer wieder ein eiskalter, scharfer Wind, der die Kälte bei den stundenlangen Wartezeiten für das passende Motiv auch durch zwei Daunen- und eine Hardshell-Jacke getrieben hat.“

Ein Erlebnis war die Begegnung mit den bis zu 400 Kilo schweren Moschus-Ochsen, in kleinen Herden mit Jungen. „Die durften sich nicht gestört fühlen, sonst kann es sein, dass sie angreifen, und dann wird es höchst gefährlich“, erinnert sich die Naturliebhaberin.

Was die Fotografen freute, trieb dem begleitenden Fotoguide breite Sorgenfalten ins Gesicht: „Wenn die Tiere den Kopf senken und einen starr anschauen, ist das keine Einladung zum Fotoshooting, sondern unter Umständen eine Drohgebärde, der ein Angriff folgen kann.“ Der Begleiter aus dem Nationalpark erzählte von einigen tödlichen Zwischenfällen. Er selbst überlebte einen Angriff nur durch ein Ablenkungsmanöver mit dem Rucksack.

Trotzdem: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, diese Tiere, die so eine majestätische Ruhe ausstrahlen, in ihrer natürlichen Umgebung zum Teil von Schnee umtost fotografieren zu können.“

Für die Begegnung mit den Polarfüchsen peilten Pia und ihre Kollegen per GPS eine bestimmte Felsformation auf einem der Bergriesen an. Über schneeverwehte Pisten und abenteuerliche Straßen ging es zum Refugium der seltenen Tiere.

Das Fotografen-Quintett hatte Glück und traf die Wildhunde mit Jungen noch rechtzeitig vor Verlassen des Quartiers an. Polarfüchse mit weißem Fell vor Schneelandschaft: „Der Autofokus spielte nicht selten verrückt, starke Sturmböen machten das Fotografieren mit großen Teleobjektiven zur Herausforderung, ebenso wie die neugierigen Füchse, die plötzlich bis auf zwei Meter herangekommen sind.“ Wunderbare Motive bescherten auch übermütige Raufereien der jungen Wildhunde, von denen zwei braunes Fell hatten.

Neben Moschus-Ochsen und Polarfüchsen sorgten auch Begegnungen mit Auerhähnen und Elchen für bleibende Erinnerungen.

Zurück in Breitbrunn, widmet sich die Managerin des FC Bayern München mit einem Abschluss in Medienwirtschaft ihrer Passion für stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Dank eines Sabbatjahres kann sie aktuell ihre Passion für Reisen und Landschaftsfotografie konsequent ausbauen. Ihre Aufnahmen finden inzwischen auch überregional große Resonanz. Weitere Infos: www.piasteen.de.

Kommentare