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Vorsitzender vom Vinzenziverein: Es müssen wieder Lehrlinge eingestellt werden - Versammlung

Forstbetrieb braucht Nachwuchs

Der Holzknechtverein ernannte vier neue Ehrenmitglieder. Vorsitzender Georg Bichler (links) und Sepp Egger (Zweiter von rechts) überreichten Urkunden an (von links) Michael Weibhauser, Franz Gerold, Erhard Hiebl und Gustav Starzmann.   Foto  Burghartswieser
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Der Holzknechtverein ernannte vier neue Ehrenmitglieder. Vorsitzender Georg Bichler (links) und Sepp Egger (Zweiter von rechts) überreichten Urkunden an (von links) Michael Weibhauser, Franz Gerold, Erhard Hiebl und Gustav Starzmann. Foto Burghartswieser

Ruhpolding - Der Holzknechtverein Ruhpolding, auch Vinzenziverein genannt, ist im Jahre 1619 gegründet worden. In der Generalversammlung des zweitältesten Vereins in Rihpolding anlässlich des traditionellen Vinzenzitages, den die Mitglieder des Vereins zusammen mit dem Forstbetrieb alljährlich um diese Zeit feiern, hat Vorstand Georg Bichler dieser Tage deutliche Worte an die Politiker gerichtet: Mit Nachdruck kritisierte er den ständigen Personalabbau der Waldfacharbeiter und den Mangel an Nachwuchs.

Zunächst war in der Pfarrkirche St. Georg der Dankgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Otto Stangl und musikalisch umrahmt von der Miesenbacher Musikkapelle. Bereits während des Kirchenzuges wurde am Holzknechtdenkmal, das 1959 der einheimische Bildhauer Andreas Schwarzkopf geschaffen hatte, ein Latschengesteck zu Ehren der verunglückten und verstorbenen Holzknechte niedergelegt. In seiner Predigt sagte der Ortspfarrer, dass der Vinzenziverein darin begründet sei, anderen zu helfen. Die Holzarbeit habe sich über die Jahrhunderte grundlegend geändert, die Tradition sei aber geblieben. Der Vinzenziverein stehe auch für das christliche Zusammenleben nach dem Grundsatz "Gottvertrauen und ein Herz füreinander".

Zu Beginn der recht gut besuchten Generalversammlung des 245 Mitglieder umfassenden Holzknechtvereins im Hotel "Zur Post" ergriff Ministerialrat Hermann Hübner von der Bayerischen Staatsforstverwaltung das Wort. "Man kann Neues nicht aufhalten", sagte er. Aus diesem Grund sei der Personalabbau in der Forstverwaltung schwer aufzuhalten. Früher hätte man für einen Festmeter Holz noch 50 Arbeiterstunden zahlen können, heute dagegen nur noch zwei bis drei.

Erfreulich sei dagegen, dass im kommenden "hölzernen Zeitalter" die Bedeutung der forstlichen Berufe wieder zunehmen werde, prognostizierte Hübner. Er kündigte an, dass 20 junge Förster bei der Staatsforstverwaltung neu eingestellt werden. "Ohne Jugend und Nachwuchs gibt es keine Zukunft." Jährlich würden in den staatlichen Forstbetrieben rund 25 Forstwirte ausgebildet, von denen aber nur eine geringe Zahl übernommen werden könnte.

Claus Pichler betonte, dass man auch weiterhin junge Leute im Forst brauche. Darum wünsche er sich eine gesunde Personalstruktur. "Man kann nicht nur Studierte einstellen, wir brauchen auch Arbeiter, die sind nämlich die Zukunft."

An Ministerialrat Hübner gewandt meinte Günther Busch von der Industrie-Gewerkschaft (IG) Bau-Agrar-Umwelt: "Wir verhindern nichts Neues, wir gehen mit - aber nicht, wenn die anstehende Arbeit in Wald und Forst nicht mehr ausgeführt werden kann." Der Nachwuchs sei eindeutig zu wenig, mit der politisch verordneten Personalpolitik könne man nicht mehr leben. "Nur gemeinsam haben wir eine Chance", betonte er.

Vorsitzender Georg Bichler ließ das abgelaufene Jahr noch einmal Revue passieren. Dabei hob er besonders die Fahnenweihe des Köhlervereins Neukirchen hervor, bei der man die Ehre hatte, als Patenverein auserkoren worden zu sein.

Kritische Worte fand Bichler zu forstpolitischen Angelegenheiten. Zurzeit seien im Ruhpoldinger Forstbetrieb nur noch zwölf Holzknechte beschäftigt - und in den nächsten Jahren würden nochmals drei ausscheiden. Nachwuchs sei aber nicht in Sicht. Er forderte die Verantwortlichen dringendst auf, wieder Lehrlinge für Ruhpolding einzustellen. "Mir wäre sehr daran gelegen, dass auch in 50 oder 100 Jahren noch ein gestandener Ruhpoldinger Holzknecht dasteht."

Vier Ehrenmitglieder ernannt

Der Verein ernannte Erhard Hiebl, Michael Weibhauser, Franz Gerold und den ehemaligen Landtagsabgeordneten Gustav Starzmann zu Ehrenmitgliedern. Sie erhielten aus der Hand des Vorsitzenden und seines Stellvertreters, Sepp Egger, die Ehrennadel mit Urkunde des Holzknechtvereins. hbw

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