DEUTSCHE ALPENSEGELFLUGSCHULE UNTERWÖSSEN

Flugplatz: Betrieb auch weiter gesichert

Das Verhältnis zwischen der Gemeinde Unterwössen und ihrem Flugplatz ist gut. Das bewies die DASSU einmal mehr beims letztjährigen Einheimischenfliegen, dessen Erlös von 770 Euro die DASSU für soziale Zwecke in der Gemeinde spendete. Flug
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Das Verhältnis zwischen der Gemeinde Unterwössen und ihrem Flugplatz ist gut. Das bewies die DASSU einmal mehr beims letztjährigen Einheimischenfliegen, dessen Erlös von 770 Euro die DASSU für soziale Zwecke in der Gemeinde spendete. Flug

Eine reibungslose Zusammenarbeit am Unterwössener Flugplatz, hohe Investitionen in Modernität und Attraktivität von Flugplatz und Flugzeugpark und eine große Außenwerbung weltweit für die Gemeinde Unterwössen. Das sind die herausragenden Merkmale, wie sie die Jahresversammlung der Deutschen Alpensegelflugschule Unterwössen (DASSU) im Flugplatzgebäude bilanzierte.

Unterwössen – Auch 2015 prägte das Wetter wesentlich die Jahresbilanz der DASSU mit. Ein spätes Frühjahr, ein heißer Juli mit viel Rückenwindtagen, teils verregnete Lehrgänge – so begründete der kaufmännische Vorstand Jörg Stadter das deutlichs Minus an Starts im Vergleich zum Vorjahr. Waren es 2014 noch 23 590 Starts, gingen im Berichtsjahr nur 20 233 Flugzeuge in die Luft. Dennoch meldete Stadter die Einnahmen aus dem Flugbetrieb ähnlich gut wie im Vorjahr. Mit der Anzahl der Kunden seien die Flieger zufrieden. 733 Piloten meldeten sich in 2015 am Flugplatz an, davon 524 – ein kleiner Anstieg – bei den Altkunden. 209 Flieger waren erstmals in Unterwössen dabei.

2015 waren die Streckenfluglehrgänge der DASSU lange vor Beginn ausgebucht. Jan Lyczywek, Fluglehrer und Streckenflugspezialist, bot mit seinen Streckenflug-Profis ein lehrreiches Programm an. Fluglehrer und Kunstflugspezialist Philipp Kudelka etablierte den Kunstflug in Unterwössen. Fünf seiner Schüler tragen seit 2015 die Kunstflugberechtigung im Pilotenschein.

Wermutstropfen im Fliegerjahr war ein Unfall am 18. Mai, als eine Flugschülerin mit der Rumpfspitze zu hart auf die Landebahn aufsetzte. Sie ist heute von den Verletzungen an der Wirbelsäule weitestgehend genesen. Vorstand Stadter dankte dem zwölfköpfigen Stammpersonal um Schul- und Ausbildungsleiter Jörg Präfke und den 30 Gastfluglehrern der DASSU. Er hob die vielen ehrenamtlichen Helfer hervor. Ihr Einsatz sorge dafür, dass der Flugsport weiter erschwinglich bleibe.

Im Juli letzten Jahres buchten Teilnehmer eines zweitägigen bayerischen Sportärztekongresses Rundflüge mit dem Segelflugzeug. Internationale Orchideenzüchter besichtigten den Flugplatz. Die Flugsportgruppe Traunstein und die DASSU beteiligten sich an den Ferienprogrammen der Gemeinden Marquartstein und Unterwössen. Das Hangarfest mit „FlyIn“ wird 2016 wieder veranstaltet.

Hohe Investitionen der Alpensegelflugschule

Die Unterwössenerin Michaela Mix bewirtet ab dieser Saison Flieger und Gäste auf ihrer Fliegeralm, dem ehemaligen Fliegerstadl am Starthaus.

Rote Zahlen standen im Kassenbericht von Dr. Thomas Scheid. Das Jahr hatte mit unvorhergesehenen Reparaturen unerwartete Ausgaben gebracht. Vor allem hat die DASSU viel Geld in ihr Anlagevermögen gesteckt. Zwei ASK13-Segelflugzeuge wurden von Grund auf für über 50 000 Euro überholt. Ihre neuartige Bespannung kostet zwar mehr, bringt aber in Haltbarkeit und Gewichtsersparnis deutliche Vorteile. Alle ASK 13 und die KA8 sind mit einem Flarm, einem Kollisionswarner, ausgestattet.

Große Summen gingen in eine Modernisierung der Instrumente beider Motorsegler. Die Ersatzwinde ist technisch überholt und einsatzbereit. Eine erste Anzahlung bringt einen neuen Motorsegler. Gesamtschäden in Höhe von 94 000 Euro durch Hochwasser an der DASSU-Halle sind beseitigt worden.

Dank der Gemeinde Unterwössen und des Programms zum Ausgleich der Hochwasserschäden wurden davon 78 000 Euro bezuschusst. Vor dem Hintergrund dieser Ausgaben fällt das Minus gering aus, erklärte Dr. Scheid. Abgedeckt sei diese Summe bereits durch Einnahmen, die erst 2016 buchungsrelevant würden.

Ziel ist es laut Vorstand Stadter, den über das Jahr erwirtschafteten Überschuss komplett in den Flugzeugpark und die Infrastruktur zu stecken. Fluggelände wie Flugzeuge sollen modern und attraktiv bleiben.

Auch der Haushaltsplan für das laufende Jahr sieht wieder erhebliche Investitionen vor.

Bürgermeister Ludwig Entfellner zeigte sich in seinem Grußwort angetan, wie am Unterwössener Flugzeugflugplatz investiert und angepackt werde. Die Zusammenarbeit in der DASSU und mit den Nachbarvereinen am Flugplatz harmoniere, was er für einen wesentlichen Erfolgsfaktor halte. Höchst dankbar sei die Gemeinde für die Außenwerbung, die sie durch den Flugplatz weltweit erfahre. So habe sie jetzt ein Grundstück am Flugplatzgelände erworben, um den Betrieb auch für die Zukunft zu sichern. lfl

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