Die Flamme am brennen halten

Die verschiedenen Trachtenvereineim Chiemgau sind gut an ihrer Tracht zu erkennen.

Übersee. – Der Trachtenverein „Chiemgau“ Feldwies wurde im Jahr 1906 gegründet und ist heute mit seinen etwa 410 Mitgliedern und rund 40 Kindern und Jugendlichen einer der größten Vereine der Gemeinde Übersee.

Seit gut 110 Jahren widmet sich der Verein der Trachten- und Brauchtumspflege sowie der Weitergabe von Trachtentänzen und Plattlern und nimmt am kirchlichen und weltlichen Gemeindeleben teil.

Brauchtum wird dabei als gelebter Alltag verstanden und so ausgedrückt: „Das Tragen unserer Tracht, das Weitergeben der überlieferten Werte sowie die Liebe zur Heimat und der bayerischen Sprache finden in den vielfältigen Vereinsaktivitäten, die seit Jahren im Verein stattfinden, ihren Ausdruck: Heimatabende, Gartenfeste, Preisplatteln und -dirndldrahn, Maibaumaufstellen, Vereinsausflüge, gemeinsame Adventsabende, Gauwallfahrten und -feste – Jung und Alt können in diesem ‚Drei-Generationen-Verein‘ gemeinsam ihre Freizeit verbringen und das Gemeindeleben bereichern. Diese wunderbaren Traditionen, die immer gleich ablaufen und doch nie langweilig sind, erden uns, weil sie uns das Gefühl von Zusammenhalt geben.“

Im traditionellen Wirtshaus D’Feldwies, mitten in dem gleichnamigen schönen Ortsteil, befindet sich im Dachgeschoss der Probenraum für den Trachtennachwuchs. Auch deshalb wird das Gasthaus gerne als Heimat des Vereins empfunden. Im Biergarten und im Saal veranstalten die Feldwieser Trachtler viele ihrer geselligen Abende, auch am See zeigen sie ihr Können.

Eine Stärke des Vereins ist die Reisefreudigkeit. Sie reisten in die USA oder nach China und besuchten die italienische Partnergemeinde Monte San Biagio südlich von Rom. Ob dabei oder bei der Teilnahme an Folklorefesten und wenn sie bei befreundeten Schützen in Greffen in Nordrheinwestfalen vorbeischauen – gerne besuchen die Trachtler Städte im In- und Ausland und präsentieren sich dabei als gute Botschafter der oberbayerischen Tracht und des Brauchtums.

Denn Traditionen weiterzugeben heißt nicht, die Asche aufzubewahren, sondern die Flamme am brennen zu halten. Dieser Aufgabe ist man sich im Verein bewusst und stellt sich ihr immer wieder sehr engagiert. Auch in den nächsten Jahren sollen Jubiläen gefeiert, hinter der Fahnenabordnung marschiert und die Freude am Trachtenleben vorgelebt werden. Der Verein zur aktuell schwierigen Zeit: „In den letzten Wochen hat sich ebenfalls gezeigt, dass zwar das ‚Zammkemma“ ein wichtiger Teil unseres Vereins ist, das ‚Zammhoitn‘ aber auch sehr großgeschrieben wird.

Ein Treffen war nicht mehr möglich aufgrund von Corona, aber wir wollen im Ort präsent bleiben, hier einkaufen, bei unseren Wirten bestellen, abholen und daheim essen. Wir sind Feldwieser, und als solcher ist man nie alleine!“

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