Flächen an der Südflanke des Hochgern werden von Grasfilz befreit

Unterwössen. – Über das neue „Bergmähder-Projekt“ am Hochgern des Ökomodell Achental informierte Christian Tegethoff, Almfachberater beim Amt für Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in Unterwössen.

Mit dem Projekt soll eine „vergessene Nutzform“ der bergbäuerlichen Kulturlandschaft wiederbelebt werden.

Bis Mitte der 1960er-Jahre wurde die steile Südflanke des Hochgern zur Gewinnung von Wildheu gemäht. Jeder Bergbauer hatte eine Bergwiese, die er neben den Weideflächen mit großem Aufwand bewirtschaftet hat. Durch die Aufgabe dieser aufwendigen traditionellen Bewirtschaftung vergrasten, verfilzten und verbuschten die Flächen. Damit verbunden war auch der Verlust von sehr vielen seltenen Pflanzen und Tieren.

Wie Tegethoff schilderte, ist das Projekt heuer mit dem Mulchen der Flächen gestartet, um sie von dem alten Grasfilz zu befreien. Dies sei wichtig, um in den Folgejahren leichter mähen zu können. Damit die Insekten bestmöglich geschont wurden, hatte man den Mulchtermin nach dem Verblühen der Pflanzen gelegt.

Im Folgenden sollen die Flächen in jedem Frühsommer gemäht und das Mähgut entfernt werden.

So werden wieder konkurrenzschwächere Kräuter gefördert. Welche Pflanzenarten sich wieder ansiedeln, wird begleitend untersucht, um den Erfolg der Maßnahme zu dokumentieren.

Diese Projektfläche ist der Auftakt, für das Projekt „Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental“, das in Zukunft umgesetzt werden soll. Weitere Flächen sind geplant – auch im Tal. Projektträger soll das Ökomodell Achental als Zusammenschluss der neun Achental-Gemeinden bleiben, das auch zehn Prozent der Finanzierung übernimmt. Die restlichen Kosten übernimmt der Naturschutzfonds der Regierung von Oberbayern im Rahmen des „Biodiversitätsprogramms Bayern 2030“. vd

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