Finanzielle Not könnte sich verstärken

Altersarmut und hohe Mietpreise, jetzt auch noch Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosigkeit aufgrund der Coona-Krise: Die Fälle, mit denen kommunale Sozialämter zu tun haben, sind vielfältig. Auch in Rimsting rechnet man damit, dass die Krise manche Bürger finanziell hart trifft. dpa
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Altersarmut und hohe Mietpreise, jetzt auch noch Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosigkeit aufgrund der Coona-Krise: Die Fälle, mit denen kommunale Sozialämter zu tun haben, sind vielfältig. Auch in Rimsting rechnet man damit, dass die Krise manche Bürger finanziell hart trifft. dpa

Das Rimstinger Sozialamt ist vorbereitet, sollte es aufgrund der Corona-Krise, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit vermehrt zu finanzieller Not bei den Bürgern kommen. „Hilfe gibt es jederzeit und vertrauensvoll“, betont Karin Berka vom Rimstinger Sozialamt.

Rimsting– Sozialämter bereiten sich darauf vor, dass im Verlauf der Corona-Krise die Zahl der Menschen steigt, die auf Unterstützung wie Sozialhilfe und Wohngeld angewiesen sind. Auch Karin Berka, zuständig für Soziales in der Gemeinde Rimsting, hält das für möglich. Besonders ältere Menschen mit geringer Rente und Familien, die krisenbedingt von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen sind, sieht sie als Risikogruppe.

Gut aufgestellter Sozialfonds

„Im Moment macht sich das konkret auf Corona bezogen noch nicht bei uns bemerkbar“, sagt sie. Das könne aber daran liegen, dass für viele die Kurzarbeit erst noch greife oder Erspartes vorhanden sei. In der Gemeinde sei man dennoch vorbereitet: „Unser Sozialfonds ist gut aufgestellt.“ Was ihr eher Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass auch schon vor der Krise mehr Menschen aus dem Gemeindebereich auf soziale Unterstützung angewiesen waren: „Bislang traf es vor allem Rentner, aber auch zunehmend Familien.“ Oft läge es an den steigenden Mietpreisen, dass für sie das Leben vor Ort immer teurer werde. Möglich sei dann zum Beispiel, einen Antrag auf Wohngeld zu stellen: „Dafür kann man, muss aber heute nicht mehr zwingend zur Gemeinde kommen“, erklärt Berka, „die Anträge gibt es auch beim Landratsamt oder online.“

Mietrückstand innerhalb von zwei Jahren zurückzahlen

Jederzeit könne sie Ratsuchenden Auskunft geben oder ihnen beim Ausfüllen des Antrags helfen. Das Prozedere sei streng vertraulich. Angst, seine Wohnung zu verlieren, weil wegen Corona das Geld für die Miete gerade nicht reicht, muss im Moment aber niemand haben, denn der Bundestag hat vor dem Hintergrund der Pandemie einen besonderen Mieterschutz beschlossen: Wer in der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni seine Miete wegen vermindertem oder fehlendem Einkommen nicht mehr zahlen kann, dem darf der Vermieter nicht kündigen. Mieter haben dann zwei Jahre Zeit, die Rückstände nachzuzahlen.

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In der Regel unbürokratisch

Manchmal wolle jemand, der in finanzielle Not geraten sein, auch nicht mit der Sachbearbeiterin sprechen, weiß Berka: „Die Hemmschwelle ist oft groß.“ Wer nicht ins Sozialamt wolle, könne auch vertraulich mit dem Bürgermeister sprechen. Berka stellt fest, dass vor allem Ältere ihre finanzielle Notlage nicht gern offenkundig machen. Sie geht auch in der Gemeinde von einer gewissen Dunkelziffer derer aus, die eigentlich Hilfen beanspruchen könnten, es aber aus Scham nicht tun. „Die Jüngeren reden offener darüber, etwa wenn dringend einmalig ein Betrag benötigt wird.“ Zum Beispiel für eine teure Reparatur oder ein Ersatz für ein kaputtes Haushaltsgerät. Neben der Rimstinger Bürgerhilfe können sich Betroffene auch in einem solchen Fall an das Sozialamt der Gemeinde wenden. „Wenn uns die Umstände glaubhaft dargelegt werden, gibt es die einmalige finanzielle Hilfe in der Regel ohne großen bürokratischen Aufwand“, versichert Berka. sen

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