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„Vermittler zwischen Natur und Mensch“

20 Jahre Gebietsbetreuung in Bayern: Ehrengäste kamen zum Festakt in die Hirschauer Bucht

Vor der Jubiläumsfeier unternahm der Gebietsbetreuer Chiemsee Dirk Alfermann (rechts) mit seinen Kollegen aus ganz Bayern eine Exkursion ins Grabenstätter Moos.
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Vor der Jubiläumsfeier unternahm der Gebietsbetreuer Chiemsee Dirk Alfermann (rechts) mit seinen Kollegen aus ganz Bayern eine Exkursion ins Grabenstätter Moos.
  • VonMarkus Müller
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„Sehr gut angelegtes Geld“: Der Naturschutzfonds stellt für 60 Gebietsbetreuungen bayernweit fast neun Millionen Euro zur Verfügung. Zur Jubiläumsfeier der Gebietsbetreuung kamen nun viele Ehrengäste nach Grabenstätt in die Hirschauer Bucht.

Grabenstätt – Von den bayerischen Alpen bis zu den Hügeln der Rhön, von den Mooren und Wäldern des Bayerischen Waldes bis zu den Ufern des Bodensees: Bayerns Natur- und Kulturlandschaft ist reich an Naturschätzen wie kaum eine andere Region in Deutschland. Um diese zu erhalten, ist 2002 die „Gebietsbetreuung in Bayern“ ins Leben gerufen worden, eine Kooperation zwischen amtlichem Naturschutz mit Verbänden, Kommunen, Landkreisen und vielen anderen.

Mittlerweile gibt es bayernweit mehr als 70 Gebietsbetreuer in 60 ökologisch wertvollen Gebieten, davon allein 21 in Oberbayern. Das 20-jährige Bestehen war bereits in den sechs übrigen bayerischen Regierungsbezirken gefeiert worden. Zur abschließenden Jubiläumsfeier in Oberbayern kamen nun viele Ehrengäste nach Grabenstätt in die Hirschauer Bucht.

Gebietsbetruer lobt Mut und Weitblick

„Dem Erfolgsmodell ‚Gebietsbetreuung in Bayern‘ und dessen Etablierung vor 20 Jahren ging mit dem Pilotprojekt am Ammersee fünf Jahre zuvor die Grundsteinlegung voraus“, erinnerte der Gebietsbetreuer Chiemsee, Sprecher der oberbayerischen Gebietsbetreuer und Festakt-Organisator, Dirk Alfermann. Ein besonders Lob sprach er Christian Niederbichler, dem ersten und dienstältesten Gebietsbetreuer Bayerns aus: „Lieber Christian, du hast mit deiner Arbeit am Ammersee einen entscheidenden Anteil daran, dass die Gebietsbetreuung in Bayern sich so erfolgreich etablierte.“

Gebietsbetreuer-Initiator Guckelsberger lobte auf Nachfrage den Mut und den Weitblick des damaligen bayerischen Umweltministers Dr. Thomas Goppel, welcher die Idee sofort aufgegriffen und die politischen Weichen für die Gebietsbetreuung in Bayern gestellt habe.

Goppel wiederum würdigte vor Ort die Verdienste Guckelsbergers, mit dem er gemeinsam angereist war. Der frühere Staatsminister betonte, wie wichtig es sei, Ideen und Visionen zu haben, die man mit Begeisterung und einer gewissen Hartnäckigkeit auch erfolgreich umsetzen könne.

Fantastische Arbeit gelobt

Der Ministerialdirektor beim Bayerischen Umweltministerium, Dr. Christian Barth, lobte die „fantastische Arbeit und das Herzblut der Gebietsbetreuer“. Er wies darauf hin, dass die Gebietsbetreuung durch Fördermittel des Bayerischen Naturschutzfonds und das finanzielle und tatkräftige Engagement der jeweiligen Maßnahmenträger ermöglicht werde. „In der aktuellen Förderperiode 2021 bis 2024 stellt der Naturschutzfonds für 60 Gebietsbetreuungen fast neun Millionen Euro zur Verfügung“, betonte Barth und bezeichnete dies als „sehr gut angelegtes Geld“.

Die Pandemie habe wie ein Brandbeschleuniger auf die sensiblen Schutzgebiete gewirkt, und darauf habe man mit zusätzlichen innovativen Maßnahmen reagiert, die man gerade im Allgäu ausprobiere.

Regelungen mit Ge- und Verboten

Der große Besucherandrang habe gezeigt, dass es klare Regelungen mit Ge- und Verboten für das Verhalten in der Natur geben müsse, meinte der Regierungspräsident von Oberbayern, Dr. Konrad Schober. Dies zeigten auch die positiven Erfahrungen der Gebietsbetreuer im Naturschutzgebiet Geigelstein in puncto Skitouren- und Schneeschuhgehen und am Chiemsee, wo es seit etwa 20 Jahren gesetzlich geregelte Ruhezonen für Vögel und Fische gebe und die Freizeitnutzung des Sees in geregelten Bahnen verlaufe. Besser als hier in der Hirschauer Bucht lasse sich die Gebietsbetreuung nicht darstellen, meinte Schober und verwies auf die Info-, Kümmerer- und Vermittlerarbeit des Gebietsbetreuers Alfermann.

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Grabenstätts Bürgermeister Gerhard Wirnshofer betonte, dass es Bereiche brauche, „wo der Mensch tief in die Natur eintauchen kann, um sie zu verstehen und zu respektieren“. Sogleich müsse es aber auch Zonen geben, die selbst von Naturliebhabern nicht betreten werden dürften – was auf die Kernzone der Naturschutzgebietes „Mündung der Tiroler Ache“ zutreffe, zu der auch die Hirschauer Bucht gehöre. Der Rathauschef sprach auch die Verlandungs- und Müllproblematik in der Hirschauer Bucht an und erinnerte daran, dass die Hinterlassenschaft der Tiroler Ache nach einem Hochwasser enorm sei. „Unrat und Plastikmüll kann nicht der Lebensraum für Tiere und Pflanzen im Wasser sein, auch wenn der Mensch als Verursacher nicht direkt vor Ort war“, so Wirnshofer. Die Hirschauer Bucht sollte der Natur und den zukünftigen Generationen erhalten bleiben.

Vermittler zwischen Natur und Mensch

Die Arbeit der Gebietsbetreuer „als Vermittler zwischen Natur und Mensch ist von unschätzbaren Wert“, lobte Traunsteins Stellvertretender Landrat Josef Konhäuser und wünschte sich, dass diese ihren unermüdlichen Einsatz für die Umwelt noch lange fortführen.

Nach der Jubiläumsfeier begaben sich die Teilnehmer zum Naturbeobachtungsturm an der Hirschauer Bucht, von wo man zahlreiche Wasservögel beobachten konnte. Mittags hatte Alfermann eine Exkursion durch das schützenswerte Grabenstätter Moos unternommen.

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