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Fest der Begegnung und Freundschaft

Sein Gautrachtenfest feierte der Chiemgau Alpenverband am Wochenende in Grassau. Am gestrigen Sonntag zogen rund 4000 Trachtler durch die Ortschaft (unser Bild). Nach einem Gottesdienst im Kurpark marschierten sie in einem Festzug durch den Markt.  Fotos tamara Eder
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Sein Gautrachtenfest feierte der Chiemgau Alpenverband am Wochenende in Grassau. Am gestrigen Sonntag zogen rund 4000 Trachtler durch die Ortschaft (unser Bild). Nach einem Gottesdienst im Kurpark marschierten sie in einem Festzug durch den Markt. Fotos tamara Eder

Grassau stand am Wochenende ganz im Zeichen von Tradition und Brauchtum: Trachtler aus nah und fern strömten in die Marktgemeinde, um das 74. Gautrachtenfest des Chiemgau Alpenverbandes zu feiern. Am Heimatabend am Samstag im Festzelt sowie am Gottesdienst im Kurpark und am Festzug durch den Ort am gestrigen Sonntag beteiligten sich jeweils rund 4000 Trachtler.

Grassau - Ein weiterer Höhepunkt steht am kommenden Wochenende auf dem Programm: Zum Abschluss der Festwoche feiert der Trachtenverein "D' Hochplattner" Grassau sein 90-jähriges Bestehen.

Nach dem Auftakt des Gautrachtenfestes am Freitagabend fieberte der gastgebende Trachtenverein Grassau dem ersten Höhepunkt des Festes, dem Gauheimatabend am Samstag im Festzelt, entgegen. Erstmals präsentierte sich der Verein im Chiemgau Alpenverband im großen Stil - was ihm gut gelang. Der Gauheimatabend war ein fröhlicher, durchwegs harmonischer und stimmungsvoller Abend mit vielen besonderen Darbietungen. Klaus Zeisberger, der Vorsitzende des Grassauer Trachtenvereins, hieß Landtags- und Bundestagsabgeordnete, die Bürgermeister der Nachbargemeinden, die Patenvereine aus Bernau und Marquartstein und den Gauvorstand willkommen. Zwei Jahre lang habe man in Grassau für dieses Gautrachtenfest gewerkelt. "Jetzt wird's endlich Zeit", dass es losgehe.

"Ganz Grassau ist stolz und freut sich, dass das Chiemgauer Gautrachtenfest in Verbindung mit dem 90-jährigen Jubiläum des Grassauer Trachtenvereins hier gefeiert wird", betonte Bürgermeister Rudi Jantke, der Schirmherr des Festes. Auch Gäste aus den Partnergemeinden Tscherms (Südtirol) und Raschau (Erzgebirge) sowie Freunde aus Rognonas (Südfrankreich) seien eigens zu diesem Fest angereist. Dem Vorsitzenden wie auch dem Festausschuss des Trachtenvereins sei Enormes gelungen, nämlich ein Fest der Begegnung und der Freundschaft zu organisieren. "Trachtler sein heißt nicht nur das Gwand tragen, es ist vielmehr ein gemeinsames Lebensgefühl", so Jantke. Der Schirmherr verwies auf die Fotoausstellung in der Touristinformation, die die Vereinsgeschichte des Grassauer Vereins darstellt, wie auch auf den nunmehr vierten Band der Ortschronik "Brauchtum und Tracht", der rechtzeitig zum Gaufest erschienen ist.

Zahlreiche Gruppen traten auf. Gleich zu Beginn gehörte der Kinder- und Jugendgruppe des Festvereins die Bühne. Mit einem gelungenen "Auftanz" der vielen Kinder bewiesen die Grassauer eindrucksvoll, wie wichtig die Nachwuchsförderung im Verein ist. Dies erwähnte auch Ansager Sepp Furtner, der die Arbeit der Jugendleiter lobte.

Perfekte Schuhplattler und figurenreiche, saubere Tänze präsentierten die Gaujugend- und die Gaugruppe. Alle Augenpaare im voll besetzten, über 4000 Mann fassenden Bierzelt waren auf die jungen Burschen und Dirndln gerichtet. Aber auch bei den leisen Klängen der "Buxbaam-Musi" und des "Bernberger Zwoagsangs" blieb es ruhig im Zelt. Auftritte hatten auch die Tanzlmusi der Musikschule Grassau wie die Weisenbläser der Festmusi.

Als Hauptmusik agierte die "Grassauer Blasmusi" unter der Leitung von Wolfgang Diem. Diese Kapelle hat sich vor zwei Jahren, nachdem sich die Trachtenkapelle aufgelöst hatte, formiert, um den Trachtenverein zu unterstützen und die Lücke, die die Trachtenkapelle hinterließ, zu schließen. Im Weinstüberl spielte die "Zaunstempn Musi" auf.

Gottesdienst und Festzug

Nachdem zwei Tage lang der Regen die Gäste ins Festzelt getrieben hatte, schickte Petrus am gestrigen Sonntag besseres Wetter nach Grassau. Bei angenehmen Temperaturen und leicht bedecktem Himmel marschierten die Trachtler am Vormittag zum Festgottesdienst im Kurpark.

Gauvorsitzender Ludwig Entfellner hieß die Gäste willkommen. Er forderte dazu auf, den bairischen Dialekt zu pflegen - nicht, dass es eines Tages heiße, "wir können alles, außer Boarisch". Bairisch stehe auf der Liste der gefährdeten Sprachen, so Entfellner. München sei bereits dialektfrei. "Wir sind dabei, einen Schatz zu verlieren", sagte er. Musik und Tanz könnten wieder aktiviert werden, nicht aber der Dialekt.

Auch Pfarrer Andreas Horn, der die Messe zelebrierte, warnte vor dem Verlust von Tradition und Brauchtum. Die Trachtler seien bedacht auf die Liebe zu Heimat, Brauchtum und Tradition. "Besinnt euch auf diese Werte", rief der Pfarrer ihnen zu. "Wir laufen Gefahr, dass unsere traditionellen Werte kaputtgehen und sich Unbräuche breitmachen."

Auch die Schöpfung sei bedroht, so der Pfarrer weiter. Die Gentechnik gefährde die Welt. Wenn in die Erbsubstanz eingegriffen werde, spiele sich der Mensch zum Schöpfer auf. Aber nicht nur Traditionen, Brauchtum, Dialekt und Natur seien bedroht, auch der christliche Glaube und die kirchliche Gemeinschaft. "Werte gibt es nicht zum Nulltarif, in sie muss investiert werden", mahnte der Seelsorger.

Am Nachmittag nahmen die Vereine dann erneut Aufstellung. Am Festzug beteiligten sich rund 4000 Trachtler. 19 Musikkapellen marschierten mit, 36 Festwagen reihten sich ein (ein eigener ausführlicher Bericht folgt in unserer morgigen Ausgabe). tb

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