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Gemeinde hat endlich ein Grundstück aufgetan

Fernwärme Marquartstein rückt in greifbare Nähe

Ein weiterer großer Schritt zur Realisierung der Fernwärmeversorgung ist mit dem Flächenkauf für das Biomasseheizwerk getan. Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) steht am Eck des Areals am nördlichen Ortsrand.
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Ein weiterer großer Schritt zur Realisierung der Fernwärmeversorgung ist mit dem Flächenkauf für das Biomasseheizwerk getan. Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) steht am Eck des Areals am nördlichen Ortsrand.
  • VonManfred Peter
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Die Suche hat ein Ende. Und was sich anfangs als Hürde aufbauen hätte können, eröffnete letztlich neue Chancen.

Marquartstein – Ein Landwirt stellt jetzt für das Biomasseheizwerk eine Fläche aus Richtung Grassau kommend vor Marquartstein zwischen B 305 und Achendamm auf Erbpacht zur Verfügung. Vorausgegangen waren dem mehrere Gespräche mit Grundstückseigentümern. Der ursprüngliche Plan war nämlich geplatzt.

Der erste Standort fiel ins Wasser

Zuerst war das Biomasseheizwerk für die Fernwärmeversorgung im neuen Entwicklungsgebiet „Am Sportplatz“ am nördlichen Ortsrand von Marquartstein östlich der Tiroler Achen geplant gewesen.. Der angedachte Standort hätte jedoch für die weitere Erschließung des Ortes eine Über- oder Unterquerung der Tiroler Ache erforderlich gemacht, was letztlich mit zu vielen Unwägbarkeiten verbunden war, wie Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt.

Für das Fernwärmenetz mit dem bisher verfolgten Standort hatte es nach den Worten von Scheck 34 Vorverträge gegeben, die eine Kohlendioxid-Einsparung von rund 1200 Tonnen gebracht hätte. Was wiederum einer Einsparung von circa 440 000 Litern Heizöl entspricht.

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Mit dem neuen Standort, der 2000 Quadratmeter umfasst, wird die beabsichtigte Trasse um ein Drittel länger und wäre dann sechs Kilometer lang. Sie wird laut Bürgermeister Scheck über die Enzianstraße zur Pettendorfer Straße und von dort ins Ortszentrum geführt. Zusätzlich soll über die St.-Andräer-Straße und die Bruckfeldstraße die Loitshauser Straße mit erschlossen werden.

Die grobe Kostenschätzung lag beim ersten angedachten Standort bei rund 2,6 Millionen Euro und für die neue und umfangreichere Planung mit mehr Anschlussmöglichkeiten bei 3,4 Millionen Euro. Wobei zu sehen ist, dass die aufwendige und kostspielige Querung der Tiroler Ache nun entfällt.

Durch die neuen Begebenheiten würde jedoch das Ziel, auch die Gebiete östlich der Tiroler Ache mit Fernwärme zu versorgen, nicht aufgegeben, sagte der Bürgermeister. Es sei angedacht, im weiteren Ausbau der Fernwärme das Leitungsnetz über die Alte Brücke zu führen. Das sei möglich, da für die Versorgung der östlichen Ortsteile ein kleinerer Durchmesser bei den Rohren reiche, so Scheck.

Zwischenlösung für das Gebiet „Am Sportplatz“

Im neuen Entwicklungsgebiet „Am Sportplatz“ solle das Leitungsnetz für die Wärmeversorgung von Anfang an aufgebaut und eine Zwischenlösung zur Wärmeversorgung realisiert werden, bis der Anschluss an das Hauptnetz möglich sei, so Scheck weiter.

Er führt aus, dass das Kommunalunternehmen Wärmeversorgung Marquartstein KU alle Vorvertragspartner demnächst mit aktuellen Informationen versorge. Die Preise für den Wärmebezug blieben unverändert, so der Bürgermeister.

Weiter kontaktiere der neue Kundenbetreuer für das Kommunalunternehmen, Herbert Geppert, bereits potentielle Neukunden, die nun durch die erweiterte Trassenführung die Möglichkeit erhielten, sich an das Fernwärmenetz anzuschließen.

Ende der Baustelle auf der Ortsdurchfahrt Marquartstein - hier gibt‘s mehr Informationen dazu: OVB-Themenseite B305

Der Bürgermeister merkte an, dass sich jeder melden solle, der Interesse an der Fernwärme habe. So erhalte man dadurch schon Informationen für die zukünftigen Planungen weiterer Ausbaustufen und bei ausreichend Interesse könne das Netz weiter ausgebaut werden, wenn eine wirtschaftliche Erschließung möglich ist.

Wirtschaftlich:

Schon vor rund 20 Jahren hatte es in Marquartstein einen Anlauf gegeben für den Ausbau einer Fernwärmeversorgung. Es fand sich damals jedoch kein geeigneter Standort. Vor gut drei Jahren nahm der Gemeinderat das Projekt wieder in Angriff und gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Die Untersuchung hat ergeben, dass für einen Bereich zwischen Gewerbegebiet und Realschule mit rund 55 anzuschließenden Gebäuden ein technisch einwandfreier und wirtschaftlicher Betrieb einer Fernwärmeversorgung möglich wäre. Im Juni 2019 gab der Gemeinderat grünes Licht für ein klimafreundliches Fernwärmenetz in Marquartstein.

Zu große Unabwägbarkeiten vereiteln ursprünglichen Plan:

Wie Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen ausführte, hätten Untersuchungen gezeigt, dass dieses Vorhaben mit großen Unwägbarkeiten verbunden gewesen wäre. Die Unterquerung hätte durch den inhomogenen Untergrund, der durch das alte Flussbett der Tiroler Ache entstanden ist, einen hohen technischen Aufwand bedeutet und wäre trotzdem mit sehr hohen Risiken verbunden gewesen. Eine Leitungsbrücke sehe das Wasserwirtschaftsamt kritisch. Nebenbei hätte das Bauwerk in unmittelbarer Nähe der Fußgänger-Bogenbrücke negative Auswirkungen auf das Ortsbild gehabt, so Scheck. Nachdem also dieser Standort östlich der Tiroler Achen aufgegeben worden sei, wollte die Gemeinde das Biomasseheizwerk in das Gewerbegebiet Nord verlegen. Doch habe der private Eigentümer die langwierigen Flächenverhandlungen ergebnislos abgebrochen, so der Bürgermeister. In der Folge seien Gespräche mit verschiedenen anderen Grundstückseigentümern geführt worden, auf deren Flächen man sich das Heizwerk vorstellen hätte können. Letztlich kristallisierte sich die Fläche heraus, die ungefähr 150 Meter nördlich vom Gewerbegebiet Nord liegt, und an deren Grenze schon eine Pumpstation für die Abwasserentsorgung liegt.

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