Fast 40 positive Corona-Tests in Seniorenheim in Bernau

Im Seniorenheim Laurentiushof wurden bei einer Reihenuntersuchung 31 Senioren und acht Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Berger
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Der sprunghafte Anstieg der Infektionszahlen in Bernau hat eine einfache Erklärung: Im Seniorenheim Laurentiushof wurden alle 76 Bewohner und 105 Mitarbeiter auf Corona getestet. 39 Tests fielen positiv aus, aber alle Betroffenen seien inzwischen wieder symptomfrei, betonen die Verantwortlichen.

Bernau – Der Laurentiushofsteckt hinter dem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen in der Gemeinde. Die Verantwortlichen des Alten- und Pflegeheims hatten in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt Rosenheim einen Reihentest aller Bewohner und Mitarbeiter durchführen lassen.

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+++Am 4. Mai wurden laut Heimleiter Robert Beck alle 76 Senioren, am Tag darauf alle 105 Mitarbeiter auf Corona getestet. Bei 31 Bewohnern und acht Mitarbeitern war das Ergebnis positiv. Aber inzwischen sind alle Infizierten schon wieder symptomfrei, freuten sich Beck und Geschäftsführer Stefan Mayer im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, dass sich die Lage bereits wieder zu entspannen scheint.

Zugute kommt den Verantwortlichen das Wohngruppenkonzept, das in allen acht Seniorenheimen von Mayer & Reif praktiziert wird. Jeweils 14 bis 15 Personen werden in abgetrennten Bereichen betreut.

Infizierte in drei Wohngruppen zusammengefasst

Nach den Reihentests konnten nun alle 31 Infizierten auf drei der sechs Wohngruppen im Haus konzentriert werden, erläuterte Beck. Vor dem Reihentest habe es nur einzelne Symptomfälle gegeben, als dann vergangene Woche drei Verdachtsfälle auf einmal auftauchten, habe man sich entschieden, alle untersuchen zu lassen, um einen Überblick zu bekommen und besser reagieren zu können, so Mayer.

Wie schwierig die Lage grundsätzlich ohne Testes einzuschätzen ist, zeigt der Umstand, dass von den 31 positiv getesteten Seniorinnen und Senioren zwölf ohne jegliche Symptome gewesen seien, schildert der Geschäftsführer. „Bei denen wäre sonst nie ein Abstrich gemacht worden.“ Der Reihentest hat also sozusagen Licht in die Dunkelziffer gebracht.

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Bei den meisten anderen sei der Krankheitsverlauf vergleichsweise mild gewesen und habe sich oft auf Fieber beschränkt. Beck berichtet von bisher nur einem Fall, als ein erkrankter Bewohner stationär in eine Klinik gebracht werden musste.

Für Senioren mit Corona-Infektion hat sich die Situation im Laurentiushof nun verbessert. Denn während die Einzelfälle zuvor isoliert wurden und ihr Zimmer nicht mehr verlassen durften, können sich die Betroffenen in ihren Wohngruppen nun wieder frei bewegen und sogar in den Garten, wo ein abgesperrter Bereich eingerichtet worden ist. Die Mahlzeiten werden aus der hauseigenen Küche in die Wohngruppen geliefert. Das Geschirr bleibt dort und wird vom Personal gereinigt und desinfiziert. Für etwas Entspannung sorgt auch die Tatsache, dass es seit Ausbruch der Pandemie einem Aufnahmestopp für Pflegeheime gibt und im Laurentiushof deshalb aktuell 13 der 89 Plätze nicht belegt sind.

Für die Mitarbeiter ist die Betreuung der Corona-positiven Wohngruppen derzeit eine Herausforderung, räumt Beck ein. In der Regel sind es zwei Pfleger pro Gruppe, die in Acht-Stunden-Schichten arbeiten. Sie müssen nun während ihres gesamten Arbeitstages nicht nur Masken, sondern auch Ganzkörper-Schutzanzüge tragen.

18 von 105 Mitarbeitern waren schon in Quarantäne

Krankheitsbedingte Ausfälle im Kreis der Mitarbeiter haben laut Mayer und Beck bisher keine Auswirkungen auf die Betreuung der Senioren gehabt. Zwar seien von 105 Angestellten über mehrere Wochen verteilt 18 in jeweils zweiwöchiger Quarantäne gewesen. Aber acht davon seien schon wieder im Dienst und negativ getestet worden, freuen sich die Verantwortlichen.

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Nach den Reihentests und der Neuaufteilung der Wohngruppen habe sich die Stimmung unter den Bewohnern verbessert, sagt Beck. Die Einzelisolation, die es bis dahin gab, habe natürlich an den Nerven der Betroffenen gezehrt. Zumal sie zuvor schon mit Einschränkungen leben mussten. Seit Mitte März gilt ein Besuchsverbot für Angehörige, Kontakt ist nur telefonisch möglich. Und die Veranstaltungen, die zur Unterhaltung in Gemeinschaftsräumen angeboten werden, wurden bis auf Weiteres ausgesetzt.

Aktuell zeigt kein Bewohner und kein Mitarbeiter Corona-Symptome

Nun hoffen die Verantwortlichen, dass sich die Lage weiter entspannt. Dass aktuell kein Bewohner und kein Mitarbeiter Corona-Symptome zeigen, stimmt sie zuversichtlich. Vor Ende Mai sind auf alle Fälle keine weiteren Teste geplant. Mayer und Beck äußerten sich zudem äußerst dankbar, über die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Das Bild, als rund 100 Mitarbeiter im Hof standen und auf ihren Corona-Test warteten, wird Heimleiter Beck wohl nicht so schnell vergessen.

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