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Rotkreuz-Helfer im Jahr 2021 stark gefordert – Über eine Million Einsatzkilometer

Fast 80 Rettungsdienst-Einsätze pro Tag im Landkreis Traunstein

Zur Stelle, wenn es ernst wird: Die Rotkreuz-Rettungskräfte im Landkreis Traunstein.
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Zur Stelle, wenn es ernst wird: Die Rotkreuz-Rettungskräfte im Landkreis Traunstein.

Beim Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) haben die Einsatzahlen im Landkreis Traunstein wieder das gewohnt hohe Niveau aus der Zeit vor Corona erreicht. Das geht aus einer Mitteilung des BRK hervor.

Traunstein – Fast 29 000 Einsätze im Jahr 2021 bedeuteten einen Schnitt von fast 80 Einsätzen pro Tag für die Rotkreuz-Helfer. Gegenüber 2020 stieg die Gesamtzahl der Einsätze um mehr als 9 Prozent. „Der hohe Anstieg im Vergleich zum Vorjahr liegt zum einen an der Ausnahmesituation im ersten Halbjahr 2020, als viele Menschen aus Angst vor Corona gezögert haben, den Rettungsdienst zu rufen und sich ins Krankenhaus bringen zu lassen. Außerdem wurden gerade zu Pandemiebeginn nur medizinisch absolut unerlässliche Krankentransporte wie Dialysefahrten durchgeführt“, erklärt Jakob Goëss, Leiter des Rettungsdienstes beim BRK-Kreisverband Traunstein.

Zum anderen mache sich die demographische Alterung der Bevölkerung zunehmend bemerkbar: „Diese Entwicklung haben wir schon vor Corona in jährlich steigenden Einsatzzahlen bemerkt.“

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Das Gros der Einsätze im Jahr 2021 sei auf Krankentransporte entfallen. Diese würden nötig, wenn Patienten zum Beispiel aufgrund einer Operation nicht gehen könnten oder bettlägerig seien, oder wenn Menschen auf der Fahrt ins Krankenhaus und retour medizinische Betreuung brauchten – etwa Dialyse- oder Chemotherapie-Patienten. Über 14 400 Krankentransporte leisteten die 120 haupt- und circa 90 ehrenamtlichen Rotkreuz-Rettungskräfte des Kreisverbande im Jahr 2021.

Dahinter folgten über 4600 Notarzteinsätze und fast 3000 Notfalleinsätze. Die Gründe für solche Einsätze sind laut BRK breit gestreut und reichten von internistischen Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenentzündung oder Blutzuckerentgleisungen über Unfälle im Straßenverkehr, bei der Arbeit, in der Freizeit oder Schule bis zum Neugeborenen-Holdienst.

Rund ein Viertel der Einsätze nicht verrechnungsfähig

Zu den fast 22 000 verrechnungsfähigen Einsätzen kämen rund 7000 nicht verrechnungsfähige Einsätze, etwa Gebietsabsicherungen oder zurückgenommene Alarmierungen. Der ehrenamtliche Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD) rückte 172 Mal aus. Die ehrenamtlichen Schnelleinsatzgruppen und der Hintergrunddienst in Grassau waren laut dem BRK-Bericht 103 Mal im Einsatz, um den Rettungsdienst zu entlasten beziehungsweise zu ergänzen.

Das gestiegene Einsatzaufkommen hat sich auch spürbar auf die Gesamtzahl der zurückgelegten Einsatzkilometer ausgewirkt. 2021 wurde sogar knapp die Marke von einer Million Kilometer geknackt.

Einsatzkräfte kommen an ihre Grenzen

Neben den zusätzlichen Belastungen durch Corona und die damit verbundenen, permanenten Schutzmaßnahmen werden die BRK-Rettungskräfte auch durch die Art der Einsätze mitunter an ihre psychischen und physischen Grenzen gebracht, zum Beispiel bei schweren Unfällen. Oder bei dem Brand am Campingplatz in Übersee, bei dem bei latenter Explosionsgefahr sechs Verletzte versorgt werden mussten.

„Unser Job ist herausfordernd und manchmal wirklich belastend, aber auch sehr sinnhaft und man bekommt viel von den Patient:innen zurück, weil sie unsere Arbeit schätzen“, betont Goëss. Junge Menschen, die uns bei unserer täglichen Arbeit im Rettungsdienst unterstützen und wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche und berufliche Zukunft sammeln möchte, könnten dies über den Bundesfreiwilligendienst beim BRK-Kreisverband tun.RE

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