Appell an Breitbrunner Vermieter: Schon kleine Maßnahmen helfen

Farbe für die Türgriffe

Breitbrunn - Es müssen keine großen Umbauten in den Gebäuden sein. Gästeunterkünfte lassen sich oft mit einfachen Mitteln behindertengerecht gestalten. Das war die Botschaft von Christine Degenhart, der Koordinatorin des Projektes "Tourismus für alle am Chiemsee", und des Behindertenbeauftragten der Gemeinde, Charly Wastl, bei der Vermieterversammlung im Café "Schlemer".

"Die Menschen werden immer älter und eine Barrierefreiheit wird immer mehr gefragt", so Degenhart. Es gebe nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern viele Menschen mit Behinderungen, wie sehbehinderte und blinde Gäste, die auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft seien.

Oft genüge es schon, wenn im Bad entsprechende Haltegriffe angebracht, Türgriffe farbig gestaltet oder Zugangsstufen weiß markiert würden, führte die Architektin Beispiele an.

Eine Übersicht behindertengerechter Unterkünfte soll mit einer Internet-Datenbank, die gemeinsam mit dem Tourismus-Verband Oberbayern und dem Chiemsee-Alpenland-Tourismusverband (CAT) erarbeitet werde, ermöglicht werden, erläuterte Degenhart. Sie hofft, dass das Projekt nach der Sommerpause, wenn alle Daten von den örtlichen Arbeitsgruppen und Vermietern vorliegen, abgeschlossen werden kann.

Die Architektin lobte die örtliche Arbeitsgruppe für deren umfangreiche Vorarbeit. Als Beispiel nannte die Zweite Bürgermeisterin Juliane Lorenz Florian Düll, der mit seinem Fahrrad alle Wege der Gemeinde abgefahren und alle Steigungen genau registriert habe. Sie sollen in die Ortsplanung mit einfließen. Gemeindlicherseits werde schon in nächster Zeit die bereits länger geplante behindertengerechte Toilette im Pfarrheim gebaut, kündigte Lorenz an. Sie stehe dann allen Rollstuhlfahrern jederzeit zur Verfügung.

Als bereits umgesetzte Maßnahmen nannte Lorenz die Einstiegshilfe für Behinderte am Steg im Strandbad Stadl, die Anpassung der Bushaltestellen für einen behindertengerechten Einstieg und den von der Kirchenverwaltung geschaffenen, rollstuhlgerechten Aufgang zum Pfarrheim

Zwei zufällig anwesende behinderte Sommergäste aus Gstadt, Erika und Werner Abel, bezeichneten die Initiative am Chiemsee mit dem Projekt "Tourismus für alle" als sehr lobenswert und zukunftsorientiert. th

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