Fantasie wird wieder geschult

Auf selbst gestalteten Postkarten verschickten die Kinder der Schule der Phantasie ihre Grüße an Freunde und Familie, die sie in der Zeit der Corona-Pandemie nicht treffen konnten.
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Auf selbst gestalteten Postkarten verschickten die Kinder der Schule der Phantasie ihre Grüße an Freunde und Familie, die sie in der Zeit der Corona-Pandemie nicht treffen konnten.

Traunstein – Dort, wo normalerweise jede Woche Kinder mit Künstlern zusammen sägen, hämmern, basteln und malen, war es in der letzten Zeit ungewöhnlich still.

Denn auch die Schule der Phantasie, eine Einrichtung der Stadt Traunstein mit Kursen für bildnerisches Gestalten, war in der Zeit des der Corona-Pandemie geschlossen. Ab sofort ist sie wieder geöffnet.

Der Kontakt mit den Kurskindern wurde in der Zeit der Schließung aufrechterhalten, denn die Künstler Horst Beese, Alessia von Mallinckroth und Cosima Strähhuber haben sich jede Woche etwas für die Kinder ausgedacht, um junge Menschen mit kulturellen Bildungsangeboten zu versorgen. Mal gab es eine Materialkiste mit Bauanleitung für ein Baumhaus, mal konnten mit Collagetechnik Postkarten und Bilder angefertigt werden, mal durften die Kinder Zeichnungen, die von den Künstlern begonnen wurden, fertig malen. Sogar zwei Filme mit Tutorials für den Bau eines Corona-Drachens drehten die Künstler für „ihre“ Kurskinder.

Dass es für die Kurskinder wichtig war, in einer Zeit, die von Unsicherheit, Isolation und auch Nöten und Ängsten geprägt war, durch bildnerisches Gestalten ihren Gedanken und Fantasien Ausdruck zu verleihen, steht außer Frage und das positive Feedback auf die kontaktlosen Angebote war groß. Aber eines ist auch klar: Kein aufwendig gestaltetes Kunst-Carepaket und kein Bastel-Tutorial kann ein Ersatz für das lebendige Miteinander in den Ateliers und Werkstätten sein.

Umso größer ist jetzt die Freude, dass der Betrieb im Atelierraum der Schule der Phantasie langsam wieder anläuft. Damit dies gelingen kann, wurden die Kurse geteilt, sodass nur eine kleine Gruppe von Kindern gleichzeitig vor Ort ist. Jedes Kind hat seinen festen Platz und bekommt eine vom Kursleiter vorbereitete Materialkiste mit Werkzeugen, Pinseln und Stiften. Die Kursleiter sind nach dem ersten Probelauf überzeugt davon, dass sich die Abstands- und Hygieneregeln problemlos umsetzen lassen. Ungewohnt ist es für die Kinder aus der Schule der Phantasie noch, dass sie nun anstatt frei zu arbeiten von den Kursleitern Arbeitsaufträge bekommen und sich das Material dafür nicht selbst aus den offenen Regalen holen dürfen. Aber alle sind sehr froh darüber, dass sie nun endlich wieder im Atelierraum der Schule der Phantasie werkeln können und damit für sich den Freiraum Kunst zurückerobern. Die neuen Regelungen gelten vorerst bis zu den Sommerferien. Wie das neue Kursjahr ab Oktober organisiert wird, stellt sich erst heraus. Kinder und Eltern wollen jedoch auf keinen Fall auf die Schule der Phantasie verzichten müssen.

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