ÖKUMENISCHER FUSSBALLGOTTESDIENST IN BERNAU

„Fairplay“ im Mittelpunkt der Predigt

Die Pfarrer Hannah von Schroeders und Klaus Hofstetter hüteten im Stil von Manuel Neuer beim kleinen Spiel nach dem Fußballgottesdienst das Tor. Frank
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Die Pfarrer Hannah von Schroeders und Klaus Hofstetter hüteten im Stil von Manuel Neuer beim kleinen Spiel nach dem Fußballgottesdienst das Tor. Frank

„Wir wollten einen Gottesdienst gestalten, der die gegenwärtige Fußballeuropameisterschaft einbezieht und sich an Kinder wie Erwachsene richtet“, erklärte der katholische Pfarrer Klaus Hofstetter die ungewöhnliche Aktion. Mit ihrem ökumenischen Fußballgottesdienst konnten er und seine evangelische Kollegin, Pfarrerin Hannah von Schroeders, trotz Regenwetters viele Menschen begeistern.

Bernau –  Mit einem Einzug in Zweierreihen auf das Spielfeld in Bernau zum Mittelkreis, fast so, wie bei der Europameisterschaft in Frankreich die Mannschaften den Platz betreten, hätte der Gottesdienst beginnen sollen. Wegen des Regens machte die Pfarrgemeinde jedoch schon unter dem Vordach Halt. Der andächtigen und gleichzeitig ausgelassenen Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.

„Die Europameisterschaft elektrisiert viele. Diese Stimmung wollten wir auch durch einen anderen Gottesdienst, an einem anderen Ort, zu einer anderen Thematik transportieren“, betonte Hofstetter. Um die Jugend heute noch erreichen zu können, sei es wichtig, durch Authentizität und Interesse an den Jugendlichen auf diese zuzugehen. „Fußball ist dann besonders schön, wenn die Spieler sich die Bälle gegenseitig zuspielen. Hierbei besteht die Gemeinsamkeit zur Kirche, indem man gemeinsam etwas bewegt und auch Schwächere integriert“, ergänzte der 48-Jährige.

Die Idee zu einer Messe, die neben Gott auch dem Deutschen liebsten Sport in den Mittelpunkt stellte, bestand schon etwas länger. „Schon zur WM 2014 wollten wir einen Gottesdienst dieser Art gestalten, heuer war die Zeit reif dafür“, freute sich Gregor Thalhammer, der Initiator des Projektes.

Neben musikalischer Untermalung durch aktuelle Fußball-Hits, wie „Jeder für Jeden“ von Herbert Grönemeyer und Klassiker wie „We are the Champions“ von der Rockband Queen, zeigten sich auch die Predigten an den Ballsport angepasst und stellten die Einbeziehung von Schwächeren und das im Spiel wie im Leben wichtige, „Fairplay“ in den Mittelpunkt.

Auch Hannah von Schroeders, Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Aschau-Bernau, bestätigte: „Es ist mal was anderes, lustiger, und macht viel Spaß.“ Von Schroeders ließ sich selbst „von der Begeisterung für den Sport begeistern“ und freute sich, dass „der Mensch dort solche Emotionen zeigt“. Die Kirche könne sich da etwas vom Fußballsport abschauen.

Zum Abschluss wurde mit den Kindern Fußball gespielt und die beiden Seelsorger durften das Tor hüten.

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